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Der Coronavirus-Faktor: Wie schwer ist Apples iPhone-Produktion betroffen?

iPhone-Käufer in China: Aktuell sind die Apple Stores geschlossen
iPhone-Käufer in China: Aktuell sind die Apple Stores geschlossen © Apple

Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab. Das Coronavirus breitet sich weiter aus und hat bereits mehr Todesopfer als die SARS-Seuche 2002/2003 gefordert. 2019-nCoV ist unterdessen längst zum Wirtschaftsfaktor geworden, der Tech-Giganten wegen ihrer Produktion in China beeinträchtigt. Vor allem Apple scheint wegen der iPhone-Fertigung im Reich der Mitte gefährdet, wie Analysten vorrechnen.

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Tim Cook nahm kein Blatt vor den Mund. “Es gibt mehr Unklarheit, es ist eine sehr ungewisse Situation”, erklärte der Apple-CEO vor knapp zwei Wochen im Rahmen der neuen Quartalsbilanz gegenüber Analysten in Bezug auf den grassierenden Coronavirus.

Zunächst räumte Cook ein, einen Apple Store in China temporär geschlossen zu haben, dann folgten schnell alle 41 weiteren. Den unmittelbaren Effekt bezifferte Wedbush-Analyst Dan Ives auf eine Million weniger verkaufte iPhones als bislang erwartet. Ursprünglich wollte Apple seine Warenhäuser nach dem Ende der Feriensaison ab heute wieder öffnen, musste den Plan aber zumindest bis zum kommenden Wochenende verschieben.

Foxconn-Fabriken bleiben geschlossen

Weit wichtiger scheinen der Wall Street indes die Konsequenzen von 2019-nCoV auf Apples Produktion zu sein, die zwar bei grundsätzlichen Management- und Designentscheidungen im heimischen Cupertino beginnen, bei der Fertigung jedoch beim Zulieferer Foxconn im Reich der Mitte enden.

Nicht nur in Shenzhen, sondern auch in der 11-Millionen-Metropole Wuhan lässt der Techpionier einen Großteil seiner Produkte fertigen – inklusive seines Kassenschlagers iPhone, der weiter für die Hälfte der Konzernumsätze verantwortlich ist. Wie der japanische Nikkei Asian Review berichtet, haben die chinesischen Behörden unterdessen Massenfertiger Foxconn die Öffnung der Fabriken am Montag untersagt – die Produktionskette steht damit weiter still.

Der seit jeher gut vernetzte TF Securities-Analyst Ming-Chi Kuo reduzierte daraufhin bereits in der vergangenen Woche seine Absatzschätzung für das iPhone im laufenden Quartal um 10 Prozent.

Verschiebt Apple seinen iPhone-Launch-Zyklus?
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Und es ist nicht nur die Fertigung laufender Produkte – auch die Planung zukünftiger iPhones könnte betroffen sein, schließlich ist die Flugverbindung nach China inzwischen unterbrochen.  Von Analysten wird unterdessen versucht, den Kaskadeneffekt einzupreisen.

Schlechtestenfalls könnte das Coronavirus sogar Apples Launch-Pläne über den Haufen werfen. “Ich würde wetten, dass sich der Launch des nächsten Modells verschiebt”, mutmaßt etwa Jayashankar Swaminatha, Professor an der UNC Kenan-Flagler Business School, gegenüber dem Finanzinformationsdienst CNBC. Betroffen sein könnte unmittelbar das Budget-Smartphone iPhone SE, dessen Neuauflage von Branchenexperten im März erwartet worden war.

Apple an der Börse bislang gegen Coronavirus resistent

An der Börse zeigte sich Apple gegen das Coronavirus bisher weitgehend resistent. Die Aktie notiert bei 320 Dollar gerade einmal rund zwei Prozent unter dem Allzeithoch. Wall Street-Veteran Ed Yardeni wundert sich, wie wenig Einfluss das Coronavirus bislang an den Weltbörsen gehabt hat. “Je länger diese Virusbedrohung auf der Weltwirtschaft lastet, desto größer das Risiko einer Korrektur an der Börse”, erklärt der frühere Aktienstratege der Deutschen Bank gegenüber CNBC.

Nicht nur Apple reagiert auf die Folgen von 2019-nCoV. Auch Elektroautobauer Tesla hat temporär seine Fabriken in China geschlossen. Aus Sorge um die weitere Verbreitung und Ansteckungsgefahr des Coronavirus haben unterdessen Amazon, LG, Ericsson und Nvidia ihre Teilnahme am Mobile World Congress, der wichtigsten Branchenmesse der Mobilfunkindustrie, die ab dem 24. Februar in Barcelona stattfindet, abgesagt.

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