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“Gezielter Einschüchterungsversuch” – Verleger Holger Friedrich streitet juristisch mit Historiker Hubertus Knabe

Holger Friedrich
Holger Friedrich Foto: Britta Pedersen/zb/dpa

Holger Friedrich, Verleger der "Berliner Zeitung", streitet sich juristisch mit dem Historiker Hubertus Knabe, der u.a. bei "Focus Online" eine Analyse zur Stasi-Vergangenheit Friedrichs veröffentlichte. Friedrich geht gegen diverse Aussagen Knabes vor. Der wiederum bezeichnet dies als "gezielten Einschüchterungsversuch".

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Konkret geht Holger Friedrich gegen diverse Aussagen in Hubertus Knabes Text zu Friedrichs Stasi-Vergangenheit bei “Focus Online” vor. Mit Hilfe des Medien- und Promi-Anwalts Christian Schertz verlangt Friedrich die Unterlassung von verschiedenen Behauptungen Knabes. Der “Spiegel” berichtete zuerst über die Unterlassungsbegehren des Berliner Verlegers.

U.a. behaupte Knabe, die Stasi-Akte von Friedrich umfasse 125 Seiten, tatsächlich seien es aber 1.000 Seiten. Außerdem behaupte Knabe, ein “Team aus fünf Reportern bekam den Auftrag, die Stasi-Akte des Verlegers auszuwerten”. Tatsächlich seien es zwei Gutachter gewesen, nämlich die ehemalige Stasiunterlagen-Beauftragte Marianne Birthler sowie der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk, so der “Spiegel”.

Reaktion von Hubertus Knabe

Nun hat sich Knabe ausführlich zu den Vorwürfen geäußert. So zeigt sich Knabe verwundert, dass der Verleger offenbar seine eigene Zeitung nicht richtig lese. Darin habe am 18. November 2019 gestanden: “Die Redaktion hat ein fünfköpfiges Reporter-Team für die Aufarbeitung benannt und wird vor einer Veröffentlichung beide Akten gemeinsam prüfen.” Friedrichs Anwalt habe verlangt, den folgenden Satz nicht weiter zu verbreiten: “Ein Team aus fünf Reportern bekam den Auftrag, die Stasi-Akte des Verlegers auszuwerten.”

Was die Zahl der Seiten der Akte betrifft, so erklärt Knabe, der Vorwurf, er habe nur einen kleinen Teil der Stasi-Akten ausgewertet, sei falsch und irreführend. Knabe: “Aus dem Text geht eindeutig hervor, dass es sich um eine Analyse der IM-Akte von Herrn Friedrich handelte – und nicht um eine Untersuchung sämtlicher Stasi-Dokumente über ihn. Zum Zeitpunkt des Erscheinens hatte die Stasi-Unterlagenbehörden keine weiteren Stasi-Dokumente zu dem Fall freigegeben.”

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Knabe verweist darauf, dass Friedrich selbst andere, nach dem Stasi-Unterlagengesetz (StUG) nur für ihn zugänglichen Unterlagen, erst nach Erscheinen des Textes eingesehen habe. “Entgegen der Empfehlung der früheren Bundesbeauftragten Marianne Birthler, die am 10. Dezember einen Bericht zur Stasi-Vergangenheit des Verlegers vorgelegt hatte, hat er sie leider bis heute nicht veröffentlicht – ebenso wenig wie seine IM-Akte mit dem Decknamen ‘Bernstein'”, so Knabe.

“Gezielter Einschüchterungsversuch”

Um Missverständnisse auszuschließen, erklärte sich Knabe nach eigenen Angaben in einer E-Mail an Friedrichs Anwalt Schertz bereit, auf seiner Website das Wort “Stasi-Akte” durch “IM-Akte” zu ersetzen. Er habe “Focus Online” gebeten, dies ebenfalls zu tun. Nach Auskunft der Redaktion sei das Portal bislang nicht abgemahnt worden. Knabe: “Da ich als Privatmann keinen Rechtsschutz habe, kann ich dies nur als gezielten Einschüchterungsversuch des neuen Inhabers des Berliner Verlags verstehen.”

Die “Welt am Sonntag” hatte im vergangenen Jahr öffentlich gemacht, dass der neue Eigentümer des Berliner Verlags zeitweise für die Staatssicherheit der DDR als Informeller Mitarbeiter tätig war. Holger Friedrich erklärte nach der Enthüllung, er habe damals aus einer Not-Situation heraus gehandelt.

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Alle Kommentare

  1. Der Skandal ist, daß diese Stalinisten nicht nur in der SED unter dem Tarnnamen “Linke” sowie in SPD und Grünen heute noch politisch aktiv sein dürfen.

    Stalinisten – und damit auch die SED – waren 8 mal länger Verbrecher und rund zehn mal noch schlimmer als ihre linken, nationalen Sozialisten-Zwillinge.

    Gegen diese Wahrheit werden christliche Patrioten heute als Sozialisten (“Nazis”) verleumdet und beleidigt.

    Was für ein krankes Volk!

    1. Stimmt, wer so etwas schreibt und damit Geschichtsklitterung ohne Ende betreibt, ist Teil eines kranken Volkes! Oder besser gesagt: Teil des kranken Teils des Volkes.

  2. als Stasi-Spitzel hat Herr Friedrich ja ausführlich gelernt, wie man andere einschüchtert und bedroht. Destabilisierung und Zersetzung gehörten schliesslich zum täglichen Brot der Stasi-Schergen

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