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„Hamburger Morgenpost“: Funke will bei Kauf von mopo.de Mitarbeiter übernehmen

Der Essener Medienkonzern Funke ist bereit, die “Hamburger Morgenpost“ zu retten. Aber nur das Online-Angebot. Eine Übernahme der Printausgabe sei für das Zeitungshaus „kartellrechtlich verboten“. Dies erklärt Funke gegenüber MEEDIA. Eine Entscheidung hierzu sei aber bisher nicht gefallen.

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Der Essener Medienkonzern Funke will sich dafür einsetzen, für die zum Verkauf stehende „Hamburger Morgenpost“ eine Lösung zu finden. „Wir wären bereit, einen Beitrag zur Rettung der traditionsreichen ‘Hamburger Morgenpost‘ zu leisten. Eine Übernahme der Printausgabe wäre für Funke aber kartellrechtlich verboten, da sind uns die Hände gebunden. Wir könnten also, wenn überhaupt, nur mopo.de retten“, erklärt Funke-Sprecher Tobias Korenke in einem Statement gegenüber MEEDIA.

Sollte das Kölner Medienhaus DuMont einen Verkauf des Online-Portals der „Hamburger Morgenpost“ an Funke anstreben, würden die Essener auch Teile der Belegschaft übernehmen. „Natürlich würden wir im Falle eines Falles auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen“, so der Funke-Sprecher. Wie viele, ließ er aber offen. Zuletzt hieß es aus Kreisen der Belegschaft, dass Funke mopo.de ohne Redaktion erwerben wolle. Doch Funke betont, dass bisher hierzu „rein gar nichts“ entschieden sei.

„Ärger richtet sich gegen die Falschen“

Unverständlich sei für die Essener, warum die „Mopo“-Mitarbeiter ihren Ärger über ihre ungewisse Zukunft gegen Funke richten. „Wir verstehen den Unmut der ‘Hamburger Morgenpost‘-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter nach einem Jahr quälender Ungewissheit nur zu gut. Nicht verstehen können wir, warum sich der Ärger in Aktionen bei und gegen Funke Luft macht; der Ärger richtet sich definitiv gegen die Falschen. Die in der Tat traurige Lage, in der sich die ‘Hamburger Morgenpost‘ heute befindet und die wir sehr bedauern, hat nun wirklich gar nichts mit Funke zu tun“, betont der Funke-Sprecher.

Gestern hatte die „Mopo“-Belegschaft vor dem Verlagsgebäude des zu Funke gehörenden „Hamburger Abendblatts“ demonstriert. Sie wollen einen Verkauf des Online-Portals an Funke verhindern, weil dadurch das Schicksal der gedruckten „Mopo“-Ausgabe besiegelt sei. Mehr als 70 Mitarbeiter würden hierdurch ihre Jobs verlieren.

Das Statement von Funke setzt nun DuMont-Chef Christoph Bauer unter Druck. Sollte er das Angebot der Essener annehmen, müsste er rasch eine Lösung für die gedruckte Ausgabe der „Mopo“ präsentieren. Bis Ende der Woche will DuMont entscheiden, was aus der Zeitung und den Mitarbeitern wird.

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