Anzeige

Abgang nach nur sechs Monaten: Smaato-CEO Arndt Groth verlässt Unternehmen, Interims-Chef steht bereit

Arndt Groth Foto: Smaato

Nach etwas mehr als sechs Monaten als CEO verlässt Arndt Groth das Unternehmen Smaato schon wieder, wie MEEDIA erfahren hat. Als Grund wird eine strategische Ausrichtung auf Nordamerika genannt.

Anzeige

Wer dem Smaato-CEO Arndt Groth zuletzt eine Mail schrieb, erhielt die Abwesenheitsnotiz: „I’m out of office and my responses times will be slower.“ Grund für seine Abwesenheit? Er ist nicht mehr Chef des Unternehmens, wie MEEDIA erfahren hat. Auf Nachfrage bestätigte Smaato die Trennung von Groth. Glenn Fishback, bislang Chief Revenue Officer der global agierenden In-App-Werbeplattform, übernimmt vorerst interimistisch den CEO-Posten, heißt es.

Als Beweggrund für den Wechsel an der Spitze wird genannt, dass er Teil einer strategischen Ausrichtung auf Nordamerika sei. Fishback arbeitet in San Francisco und wird laut Statement die globale Leitung vom dortigen Büro übernehmen. Groth wiederum war vom Standort Hamburg tätig. Der ehemalige Präsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft war bislang nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Groth hatte erst im Juni vorigen Jahres nach anderthalb Jahren als Präsident von Smaato die CEO-Aufgabe von Co-Gründer Ragnar Kruse übernommen. Dieser hatte die Firma seit 2005 gemeinsam mit Mitgründerin Petra Vorsteher geleitet. Mittlerweile sind beide im Bereich Künstliche Intelligenz unterwegs.

„Mit unseren chinesischen Aktionären ist Smaato hervorragend positioniert“

Smaato hat sich über die Jahre zu einer Plattform mit Ad Exchange und Ad Server für den In-App-Kanal sowie für mobile Werbeformate entwickelt. Vor drei Jahren folgte der Verkauf an die chinesische Spearhead Integrated Marketing Communications Group für 148 Millionen US-Dollar. Seitdem steht der dortige Markt im besonderen Fokus.

„Ich kann mir keine aufregendere Zeit für die Führung von Smaato vorstellen“, sagte Groth zum Antritt. „Mobile Werbung ist der Medienkanal der Zukunft, und China ist bereits heute die kaufkraftstärkste Volkswirtschaft der Welt. Mit unseren chinesischen Aktionären ist Smaato hervorragend positioniert, um im schnell wachsenden Markt für mobile Medien in Asien und insbesondere in China schnell weiter zu expandieren.“ Mitte des Jahres waren es laut Groth monatlich 500 Milliarden Ad Requests, die über die Plattform abgewickelt wurden. „Dabei erreichen wir 1,1 Milliarden Unique Devices“, erklärte er damals in einem Interview mit „Mobilbranche.de“.

Aus dem Umfeld des Unternehmens ist zu hören, dass es zwischen Groth und den chinesischen Gesellschaftern unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung gegeben habe. Während der Fokus nun laut Stellungnahme auf Nordamerika liegen wird, wollte Groth wohl die ohnehin starke Position im europäischen Markt ausbauen.

Anzeige