Partner von:
Anzeige

Netflix-Bilanz: In den USA kommt das Abonnenten-Wachstum fast zum Erliegen

Ist trotz gebremstem Wachstum zuversichtlich: Netflix-Gründer Reed Hastings
Ist trotz gebremstem Wachstum zuversichtlich: Netflix-Gründer Reed Hastings

Der Druck nimmt zu. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres konnte Netflix 8,8 Millionen neue zahlende Abonnenten vermelden, blieb damit aber marginal unter dem Vorjahreszuwachs. Vor allem auf dem umkämpften Heimatmarkt sendet der Streaming-Pionier beunruhigende Signale: Netflix konnte nur noch 420.000 neue Nutzer von einem Abo überzeugen. Das Wachstum findet unterdessen im Rest der Welt statt.

Anzeige

Es ist der viel beachtete Startschuss der traditionellen Berichtssaison: Die Quartalsbilanz von Netflix. Im vergangenen Jahr hat die hyperbolische Wachstumsstory des US-Streaming-Anbieters von Serien und Filmen, der in den späten 90er-Jahren noch als Versender von DVDs begonnen hatte, aufgrund neuer Konkurrenz an Dynamik eingebüßt.

In Dollar und Cent entwickelten sich Netflix‘ Geschäfte im vierten Quartal 2019 größtenteils im Rahmen der Wall Street-Erwartungen. Die Umsätze trafen mit 5,47 Milliarden Dollar fast punktgenau die Analystenschätzungen, die bei 5,45 Milliarden Dollar gelegen hatten, während der Gewinn mit 1,30 Dollar  je Anteilsschein höher ausfiel als die Analystenprognosen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum hat Netflix dabei einen Erlöszuwachs von 31 Prozent verbucht.

Netto verdiente Netflix im vierten Quartal mit 587 Millionen Dollar fast das Vierfache des Vorjahresergebnisses, allerdings häuft der US-Konzern seit Jahren für seine aufwendigen Content-Produktionen immer wieder neue Schulden in Milliardenhöhe an, die nicht in die Bilanzierung des Tagesgeschäfts mit einfließen.

Neukunden-Zuwachs auf Vorjahresniveau

Das Hauptaugenmerk der Analysten liegt unterdessen seit jeher in der Nutzerentwicklung. Im Weihnachtsquartal konnte CEO Reed Hastings 8,76 Millionen neue zahlende Abonnenten vermelden.

Netflix lag damit marginal unter den Zuwächsen aus dem Vorjahresquartal, als der nach Disney zweitwertvollste Medienkonzern der Welt 8,84 Millionen Neukunden verbucht hatte, konnte aber die eigenen Schätzungen und Erwartungen der Wall Street übertreffen, die bei 8,33 Millionen neuen Mitgliedern gelegen hatten.

Kaum mehr Wachstum auf dem Heimatmarkt

Allerdings scheint der 22 Jahre alte Internet-Pionier den Einfluss der erst im November vergangenen Jahres gestarteten Streaming-Dienste von Apple und Disney auf dem Heimatmarkt in den Nutzerzahlen bereits zu spüren.

Anzeige

Im wichtigsten Geschäftszeitraum des Jahres, in dem Netflix mit “The Crown 3”, “The Irishman” oder “Marriage Story” zahlreiche kostspielige Hochglanzproduktionen launchte, konnte der Streaming-Pionier lediglich 420.000 zahlungswillige neue Abonnenten in den USA anlocken.

Bereits 167 Millionen zahlende Mitglieder

Analysten hatten zuvor zumindest mit 600.000 neuen Abonnenten in den USA gerechnet. Im Vorjahr hatte Netflix noch 1,75 Millionen neue zahlende Mitglieder auf dem US-Markt von seinem Angebot überzeugen können. Konzernchef Hastings führte den sich zuspitzenden Wettbewerb in den USA (“US competitive launches”) selbst als Grund für die schwächer als erwartete Entwicklung auf dem Heimatmarkt an.

Das Wachstum findet unterdessen im Rest der Welt statt, wo Netflix 8,33 Millionen neue Abonnenten verbuchte – den Löwenanteil davon im Bereich Europa, Naher Osten und Afrika (4,4 Millionen), gefolgt von Latein- und Südamerika (2,04 Millionen) und Asien (1,75 Millionen).  Insgesamt bringt es Netflix damit bereits auf 167 Millionen zahlende Mitglieder – 106 Millionen im Rest der Welt und 61 Millionen in den USA.

Ausblick enttäuscht – Verzicht auf Werbung bestätigt

Im laufenden Quartal rechnet Reed Hastings allerdings mit einer weiteren Verlangsamung der Neukundengewinnung und prognostiziert nunmehr 7 Millionen neue Abonnenten – im Vorjahreszeitraum waren es noch 9,6 Millionen neuen Mitglieder. Die Wall Street hatte mit 7,9 Millionen neue Abonnenten gerechnet.

Die zuletzt aufkommende Diskussion, ob und wann sich Netflix für Werbung öffnen wolle, erstickte Hastings unterdessen in der anschließenden Telefonkonferenz mit Analysten im Keim. “Wir konzentrieren uns auf das Streaming-Geschäft und das Vergnügen unserer Kunden”, erklärte der 59-Jährige. “Wir haben ein einfaches Geschäftsmodell.”

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia