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Edelman Trust Barometer: Große Vertrauens-Kluft zwischen informierter und breiter Öffentlichkeit

Christiane Schulz ist CEO von Edelman Deutschland Foto: Edelman

Das Edelman Trust Barometer ist eine jährliche Studie zu Vertrauen in Institutionen und wurde jetzt für 2020 vorgestellt. Demnach blicken die Deutschen eher pessimistisch in die Zukunft und es gibt eine große Kluft zwischen informierter und breiter Öffentlichkeit.

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Noch nie sei in so vielen Märkten der Unterschied zwischen informierter und breiter Öffentlichkeit größer gewesen. Während das Vertrauen der informierten Öffentlichkeit global bei 65 Punkten liegt, ist das Vertrauen der breiten Öffentlichkeit 14 Punkte niedriger (51 Punkte). In Deutschland zeigt sich sogar ein massiver Unterschied von 20 Punkten (informierte Öffentlichkeit 64 Punkte vs. breite Öffentlichkeit 44 Punkte). Als informierte Öffentlichkeit gelten in der Studie Menschen im Alter von 25 bis 64 Jahren mit einem Hochschulabschluss, einem überdurchschnittlichen Haushaltseinkommen innerhalb der Top 25% sowie mit intensivem Medien- und Informationskonsum.

Vertrauen in Deutschland wächst leicht

Zwar wachse das Vertrauen in die Institutionen sowohl global als auch in Deutschland leicht, doch die Menschen schauten eher pessimistisch in die Zukunft. In Deutschland kletterte das Vertrauen von 44 Indexpunkten im vergangenen Jahr auf 46 Indexpunkte 2020, was aber immer noch kein guter Wert ist. Die vertrauenswürdigste Institution sind laut Trust Barometer hierzulande die Medien (49%, +5%pkt.) vor Wirtschaft (48%, +1%pkt.), Regierung (45%, +5%pkt.) und NGOs (43%, -1%pkt.). Global liegt das Vertrauen in die vier Institutionen Regierung, Wirtschaft, Medien und NGOs bei 54 Indexpunkten und konnte damit 2020 um einen Indexpunkt zulegen.

„Es ist zwar erfreulich, dass sich das Vertrauen der Gesamtbevölkerung in Deutschland leicht erholt hat. Im internationalen Vergleich sind 46 Indexpunkte dennoch kein guter Wert. Der Druck auf die Institutionen nimmt zu – vor allem, wenn man sich die Einstellung der Deutschen gegenüber der Zukunft anschaut. Unternehmen müssen das klare Signal als Motivation verstehen, weiter am Vertrauen zu arbeiten“, sagt Christiane Schulz, CEO von Edelman Deutschland.

Deutschland ist das drittpessimistischste Land

Nur 23% der Deutschen blickten optimistisch in ihre ökonomische Zukunft. Deutschland ist damit das drittpessimistischste Land nach Japan (15%) und Frankreich (19%). Nur 12% der deutschen Befragten (global 18%) geben an, dass das aktuelle System für sie arbeitet, 55% (global 56%) finden, dass der Kapitalismus in seiner heutigen Form mehr schadet als hilft.

„Die Menschen sind bei der Klimakrise, im technologischen Wandel und in politisch unruhigen Phasen weiter auf der Suche nach Antworten. Zuletzt verlangten sie dafür besonders den Einsatz der Unternehmen. Weil die Wirtschaft jedoch bislang keine ausreichenden Antworten gibt, stellen immer mehr Menschen das kapitalistische System selbst in Frage“, sagt Schulz.

Die Umfrage für das Trust Barometer wurde in diesem Jahr zum 20. mal durchgeführt und von der Marktforschungsfirma Edelman Intelligence entwickelt. Die Datenerhebung erfolgte mithilfe von 30-minütigen Online-Interviews. Der Erhebungszeitraum lag zwischen dem 19. Oktober und 18. November 2019. Für das Edelman Trust Barometer 2020 wurden in 28 Märkten über 34.000 Menschen befragt, darunter 6.200 aus der informierten Öffentlichkeit.

Weitere Informationen gibt es hier.

swi

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