Partner von:
Anzeige

Abschied von den Elternzeitschriften: Medweth trennt sich von “Familie & Co” und “Baby & Co”

“Familie & Co” und “Baby & Co” wechseln den Besitzer
"Familie & Co" und "Baby & Co" wechseln den Besitzer

Die Media Group Medweth schrumpft weiter: Verleger Christian Medweth hat nach Frauen- und Jugendzeitschriften auch die Marken "Familie & Co" und "Baby & Co" verkauft und deren Verlag Family Media in Freiburg geschlossen. Der Käufer IDS Deutschland will die beiden Elternzeitschriften bundesweit über Arztpraxen kostenlos verteilen.

Anzeige

Von Henning Kornfeld

Der Verleger Christian Medweth hat sich im Stillen von einem weiteren Zeitschriftensegment verabschiedet: von den Elternzeitschriften. Zum 1. Januar verkaufte er die Marken “Familie & Co” und “Baby & Co” an die IDS Deutschland GmbH. Das Unternehmen aus Baden-Baden hat neben den Titelrechten weitere Assets wie das Archiv und den Internet-Auftritt familieundco.de übernommen, nicht aber den Betrieb und die Mitarbeiter. Die Family Media GmbH, der Verlag der beiden Titel in Freiburg, befindet sich in Liquidation. Davon sind nach Medweths Angaben 15 Mitarbeiter betroffen. Der Verleger spricht von einer “Portfoliobereinigung” und will sich jetzt ganz auf seine Special-Interest-Titel konzentrieren. 

“Portfoliobereinigung”

“Familie & Co” ist eine Zeitschrift für Eltern mit Kindern bis 13 Jahre, erscheint monatlich und hat nach Verlagsangaben eine Druckauflage von 200.000 Exemplaren. Die letzte IVW-Meldung bezieht sich aufs vierte Quartal 2018: Damals betrug die verkaufte Auflage des Magazins gut 122.000 Exemplare, davon entfiel knapp die Hälfte aufs Abo. “Baby & Co” erscheint vierteljährlich und hat eine Druckauflage von 50.000.

Der Käufer IDS Deutschland will mit den beiden Titeln die herkömmlichen Vertriebswege verlassen: Das Unternehmen versteht sich als “Servicegesellschaft im Bereich der Gesundheitsinformationen” und verteilt bundesweit gedruckte Verbraucherinfos, zum Beispiel Broschüren oder Flyer, und Warenproben an Arztpraxen, wo sie von den Patienten mitgenommen werden können. So soll es auch mit “Familie & Co” und “Baby & Co” geschehen: Die Magazine sind in Zukunft kostenlos und würden “unter Verzicht auf Abonnement und Einzelverkauf” die Zielgruppe Eltern “punktgenau, streuverlust- und remissionsfrei” speziell über Kinder-, Frauen- und Hausärzte erreichen, verspricht IDS-Geschäftsführer Peter Wolf.

“Einstieg ins Verlagswesen” für IDS
Anzeige

Die erste Ausgabe von “Familie &Co” in Regie von IDS soll im Februar erscheinen. Für IDS sei die Übernahme der Zeitschriften der “Einstieg ins Verlagswesen”, das Unternehmen beabsichtige aber nicht, “traditionelle Verlagsstrukturen aufzubauen”, sagt Wolf. Eine eigene Redaktion für die Titel will er daher nicht aufbauen, sondern sich die Inhalte zuliefern lassen. Verlagsleiter Marko Petersen und Chefredakteur Hauke Johannsen blieben aber für eine Übergangszeit an Bord. Anzeigen für die beiden Titel verkauft weiterhin G+J EMS, der Vermarkter von Gruner + Jahr.

Christian Medweth expandierte insbesondere in den Jahren 2009/2010 durch Käufe von Frauen- und Jugendzeitschriften kräftig, eröffnete eine Dependance in München und stieß in die Riege der mittelgroßen Zeitschriftenverlage vor. Die damals akquirierten Titel bzw. Titelrechte hat er allerdings in den vergangenen zwei Jahren allesamt wieder verkauft: “Popcorn” und “Mädchen” an Egmont Ehapa, “Jolie” an Klambt und “Madame” an die Bauer Media Group.

Medweth auf die Keimzelle zusammengeschrumpft

Mit dem Verkauf von “Familie & Co” und “Baby & Co” ist die Media Group Medweth nun wieder auf ihre Keimzelle zusammengeschrumpft: auf die am Stammsitz des Familienunternehmens in Rheinfelden (Baden) produzierten Do-it-Yourself-Titel. Im dort beheimateten OZ Verlag erscheinen laut Medweth etwa 35 Marken, darunter zum Beispiel die Handarbeitszeitschrift “Anna” und das Strickjournal “Sabrina”. Die Zahl der Mitarbeiter in Rheinfelden beträgt noch rund 100.

Auch an der Schweizer Grenze ist die Welt allerdings nicht mehr überall in Ordnung: Die Druckerei OZ Druck & Medien in Rheinfelden stellte im Sommer 2018 Insolvenzantrag und musste Ende 2019 dichtmachen, weil alle Übernahmeangebote unter dem Wert der Zerschlagung des Unternehmens gelegen hatten. 57 Mitarbeiter bekamen die Kündigung. Die Druckerei gehörte nicht zur Media Group Medweth, war aber Teil des Familienimperiums: Christian Medweths Bruder Michael Medweth war geschäftsführender Gesellschafter, der Verleger selbst war beteiligt.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia