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Medienstandort Hamburg: Wie G+J-COO Radtke und FOM-Chef Franzen Digitalunternehmen locken wollen

G+J-COO Oliver Radtke (l.), FOM-Chef Christopher Franzen
G+J-COO Oliver Radtke (l.), FOM-Chef Christopher Franzen Fotos: G+J, FOM

Gruner + Jahr-COO Oliver Radtke und Frank Otto Medien (FOM)-Chef Christopher Franzen wollen Hamburg als Medien- und Digitalstandort attraktiver machen. Dazu engagieren sie sich bei der anstehenden Wahl des neuen Präses der Handelskammer Hamburg.

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Sie sind zwei alte Hasen im Mediengeschäft: Oliver Radtke, COO des Hamburger Verlags Gruner + Jahr, und Christopher Franzen, Geschäftsführer des Medienreichs FOM von Frank Otto, Spross der Hamburger Versandhaus-Dynastie Otto. Radtke und Franzen stehen vor wichtigen Tagen. Sie sind Kandidaten der Gruppe “Starke Wirtschaft Hamburg”, die sich als Vertreter der Medien und IT-Branche um Sitze im Plenum der Handelskammer Hamburg bewerben, einer der wichtigsten Vertretungen für Unternehmen in der Elbmetropole.

Entscheidende Phase

Nun tritt die Wahl des Plenums in die entscheidende Phase. Rund 160.000 Mitgliedsunternehmen der Kammer sollen von heute an bis zum 18. Februar ihre Stimme abgeben. Setzt sich die Gruppe “Starke Wirtschaft Hamburg” durch, könnte bald ein medienaffiner Präses an der Spitze der Wirtschaftskammer stehen: “Sollte die Gruppe Starke Wirtschaft Hamburg ins Plenum gewählt werden, wünschen wir uns Norbert Aust und Astrid Nissen-Schmidt als Doppelspitze der Handelskammer”, erklären Radtke und Franzen gegenüber MEEDIA.

Aust ist in der norddeutschen Metropole kein Unbekannter. Er war Mitgründer des legendären Hamburger Theaters Schmidts Tivoli auf St. Pauli. Der bekannte Medienunternehmer und Wahlhamburger ist tief mit der Hansestadt verwurzelt. Nach mehreren beruflichen Stationen wurde der studierte Jurist Präsident der Hochschule für Wirtschaft und Politik und richtete unter anderem den Studiengang Kultur- und Bildungsmanagement ein. Auch als Unternehmer fasziniert ihn die Kultur- und Medienszene der Hansestadt. Zusammen mit dem Schauspieler Corny Littmann gründete und betrieb er zeitweise als Geschäftsführer die Schmidt-Bühnen. Zugleich mischt Aust kräftig mit, um die Musikszene auf St. Pauli zu etablieren. Nissen hat andere Schwerpunkte. Sie ist Partnerin beim Wirtschaftsprüfer Ernst & Young und will sich in der Handelskammer verstärkt für Bildungsthemen einsetzen.

Digitalstandort Hamburg soll gestärkt werden
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Mit Aust als Co-Chef an der Spitze der Handelskammer könnte Hamburg als Medien- und Digitalstandort stärker an Bedeutung gewinnen. Die Hansestadt ist mit Gruner + Jahr, dem “Spiegel”, “Zeit” und Ganske bereits ein wichtiger Verlagsstandort. Doch auch für Digitalfirmen will die Elbmetropole attraktiver werden. Zwar hat der Suchmaschinen-Riese Google hier seine Deutschland-Zentrale, ebenso das Internet-Netzwerk Xing. Doch es gibt Webdienste, die sich von Hamburg abwenden – darunter der Kurznachrichtendienst Twitter. Neue Aktivitäten sollen nun helfen, die Großstadt für Internet-Firmen interessanter zu machen. Dazu gehört das Projekt Hammerbrooklyn Digital Campus. Es soll Firmen dabei unterstützen, ihre digitale Transformation voranzutreiben. An dem Projekt sind unter anderem die Stadt Hamburg und das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut engagiert.

Dass sich Radtke und Franzen vor allem den Multiunternehmer Aust an die Spitze der Handelskammer wünschen, hat noch einen weiteren Grund: “Die Gruppe Starke Wirtschaft Hamburg will vor allem eine handlungsfähige Handelskammer Hamburg, die ihren vielen gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen muss – von der Ausbildung Jugendlicher bis zur Unterstützung von Existenzgründern”, erklärt der G+J-Geschäftsführer Radtke. Denn die Handelskammer hat in den vergangenen Jahren in der Hamburger Wirtschaft viel an Ansehen verloren. Grund sind interne Querelen um Macht und Finanzen. So trat der Präses Tobias Bergmann 2017 zurück. Der Kammer- Rebell hatte bei seiner Wahl damit geworben, bis 2020 die Pflichtbeiträge der Handelskammer-Mitglieder abzuschaffen. Später jedoch musste er sein Wahlversprechen kassieren. Seither hält Vize-Präses André Mücke das Ruder als Interimschef in der Hand. Nun soll sich Hamburgs Wirtschaft auf einen neuen Kammerpräsidenten einigen.

Ob die Wahlgruppe um Radtke und Franzen ihren Kandidaten durchdrücken kann, wird sich zeigen. Denn um das Plenum der Handelskammer buhlen noch weitere Gruppierungen wie die “Zukunftskammer” um Vize-Präses Mücke und die Nachfolgeorganisation der alten Kammerrebellen, die “Kammer sind Wir”. Doch Radtke und Franzen sind optimistisch, dass sich ihre Gruppe durchsetzt. “Wir als Gruppe Starke Wirtschaft Hamburg sind zuversichtlich, die notwendigen Stimmen zu bekommen, um die Wahl zu gewinnen. Damit hätte Hamburgs Wirtschaft gute Chancen, schnell wieder Fahrt aufzunehmen”, meinen Franzen und Radtke unisono.

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