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TikTok-Video löst bei Kindern Hysterie um dritten Weltkrieg aus – Dorothee Bär trifft Betreiber

Die Video-App TikTok auf einem Smartphone
Die Video-App TikTok auf einem Smartphone ©Foto: Picture Alliance/dpa

Ein Erklärvideo einer Münchner Influencerin zum Konflikt der USA mit dem Iran auf TikTok sorgte für viel Wirbel im Internet. Nun trifft Digitalbeauftragte Dorothee Bär (CSU) den Betreiber Bytedance.

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Die 18-Jährige Laura Sophie wollte vergangene Woche ihre 2,2 Millionen Follower auf der chinesischen Video-Plattform TikTok darüber aufklären, was im aktuellen Konflikt zwischen der USA und dem Iran passieren könnte:

“Sobald die USA anfangen zu kämpfen, treten Deutschland und Frankreich auch mit ein. Das sind alles Länder der Nato.” Weiter fährt sie in dem einminütigen Clip fort: “Der Iran verfügt über extrem viele Atombomben und gefährliche Waffen. Wenn da eine hochgeht, sind wir alle futsch.”

Video auf TikTok befeuert #WWIII-Hashtag

Was wohl gut gemeint war, löste viel Verunsicherung bei ihrer jungen Zielgruppe aus. Sie verbreitete dabei schlicht falsche Informationen, denn der Iran besitzt keine Atomwaffen. Des weiteren ist die Nato ein Verteidigungs- und kein Angriffsbündnis. Laura Sophie hat das Video mittlerweile gelöscht, doch es taucht immer wieder in andere Kanälen auf und sorgt für Diskurs auf Schulhöfen und weiter im Internet.

Denn in anderen sozialen Medien wie Twitter verbreitete sich der #WWIII-Hashtag schnell und ungefiltert. Laut der “Berliner Morgenpost” war gar die Webseite der US-Behörde Selective Service  zeitweise nicht mehr aufrufbar. Dort finden sich Informationen, welche Wehrpflichtigen bei einem Verteidigungsfall eingezogen werden.

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Der Kinderschutzbund mahnt deswegen im Beitrag der “Berliner Morgenpost” Eltern vor den geteilten Inhalten auf TikTok. Auch das Gespräch mit den Eltern sei nötig, um den Ängsten der Kinder nachzukommen.

TikTok ist auf dem Vormasch

Inzwischen gibt es 5,5 Millionen TikTok-Nutzer in Deutschland, welche meist jüngeren Alters sind. Und die Nutzerzahl wächst. Den Marktspezialisten SensorTower zufolge wurde im vierten Quartal 2019 keine App für iPhone und iPad weltweit so häufig herunterladen wie TikTok. Erst dahinter folgen YouTube, Instagram, WhatsApp und Facebook.

Die App steht auch wegen Datenschutzbedenken in vielen Ländern in der Kritik. Dorothee Bär will sich noch in dieser Woche mit dem Betreiber Bytedance treffen. Dabei soll auch die ausgelöste Kriegs-Hysterie besprochen werden.

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