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Tauziehen um „Mopo“ & „Mitteldeutsche“: DuMont soll Bauer beide Zeitungen als Paket anbieten

DuMont-Chef Christoph Bauer

Neue Spekulationen um das zum Verkauf stehende Zeitungsgeschäft der Kölnern DuMont Mediengruppe machen auf dem Hamburger Zeitungsmarkt die Runde. Demnach soll das Kölner Printhaus die „Hamburger Morgenpost“ und die „Mitteldeutsche Zeitung“ der Bauer Media Group als Paket zum Kauf anbieten. Damit bekäme „Mopo“-Geschäftsführerin Susan Molzow Konkurrenz, die sich ebenfalls um einen Erwerb der Zeitung bemüht.

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Die Belegschaft der „Hamburger Morgenpost“ kommt nicht zur Ruhe. Noch im Januar will DuMont-CEO Christoph Bauer entscheiden, was aus der norddeutschen Boulevardzeitung wird. Seit Monaten sondiert der DuMont-Chef potenzielle Erwerber. Großes Interesse an dem Blatt zeigt „Mopo“-Geschäftsführerin Susan Molzow. Sie verlangt allerdings von ihrem Arbeitgeber eine satte Mitgift von angeblich knapp vier Millionen Euro, um die Marktposition des seit Jahren unter Auflagenschwund leidenden Titels wieder zu festigen.

„Mopo“ als Beigabe?

Nun könnte Molzow Konkurrenz bekommen. Auf dem norddeutschen Zeitungsmarkt kursieren Spekulationen, wonach der DuMont-Chef dem Hamburger Bauer Verlag die „Mopo“ und die „Mitteldeutsche Zeitung“ als Paket zum Kauf anbieten soll. Bislang war im Gespräch, dass DuMont nur die „Mitteldeutsche Zeitung“ an die Bauer Media Group abgeben will. Jetzt machen Gerüchte die Runde, dass DuMont die „Mopo“ dem Zeitschriftenhaus als Beigabe der „Mitteldeutschen Zeitung“ überlassen könnte, ohne allerdings hierfür Geld – wie bei Molzow – in die Hand zu nehmen zu müssen.

Käme es zu einem Deal, würde Bauer ein kleines Zeitungsreich aufbauen – schlagartig würde Verlegerin Yvonne Bauer Herrin über die „Mopo“, die „Mitteldeutscher Zeitung“ und die „Magdeburger Volksstimme“. Ob es dazu kommt, bleibt abzuwarten, denn die Risiken im Geschäft mit Regionalzeitungen sind groß. Vor allem in die „Mopo“ mit ihren 80 Mitarbeitern müsste der Bauer-Verlag kräftig investieren, um die Zeitung zu revitalisieren.

Hoher Verlust in 2018

Im vergangenen Jahr hatte DuMont-Chef Bauer das vielschichtige Zeitungsreich der Kölner auf den Prüfstand gestellt. Den Berliner Verlag veräußerte er an das Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich, am Kölner Standort mit dem „Express“  und „Kölner Stadt-Anzeiger“ hält er fest. Dass DuMont die Zeitungssparte zur Disposition stellte, liegt wohl vor allem an wirtschaftlichen Gründen. Denn das vorangegangene Geschäftsjahr 2018 schloß DuMont mit einem hohen Verlust ab. Wie aus der jetzt im Bundesanzeiger veröffentlichten Konzernbilanz hervorgeht, erwirtschaftete das Medienunternehmen 2018 bei einem leicht auf 620 Millionen gestiegenen Konzernumsatz rund 85,7 Millionen Euro Miese. Als Grund hierfür nennt der Verlag außerplanmäßige Abschreibungen. „DuMont hat im Kontext seiner Portfolio-Überprüfung des Geschäftsfelds Regionalmedien sowie dem Verkauf des Berliner Verlags Wertberichtigungen immaterieller Vermögensgegenstände bei den Regionalmedien vorgenommen. Diese betreffen vorrangig die bereits 2009 erfolgten Akquisitionen der Standorte Berlin und Hamburg“, betont eine Firmensprecherin. Darüber hinaus nennen die Kölner auch eine im September 2018 geleistete Kartellbuße. Der Anlass des Verfahrens ging auf Sachverhalte aus 2000 und 2005. „Das Kartellamt warf DuMont und der Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt H. Neusser vor, Gebietsabsprachen über einzelne Regionalausgaben vereinbart und umgesetzt zu haben. Das heutige Management von DuMont hatte das Kapitel aus der Vergangenheit umfangreich aufgearbeitet und das Verfahren 2018 einvernehmlich beendet und ein Bußgeld in Höhe von 16 Millionen Euro bezahlt“, so DuMont. Sechs Jahre zuvor hatte DuMont einen deutlich höheren Verlust von 112 Millionen Euro erzielt. Grund hierfür war damals die Insolvenz der „Frankfurter Rundschau“, die bei den Kölnern negativ zu Buche schlug.

Der Bauer-Verlag lehnt einen Kommentar zu den Marktgerüchten ab. Und auch DuMont hält sich hierzu bedeckt. „Im Rahmen der Portfolio-Überprüfung im Geschäftsfeld Regionalmedien hat DuMont Entscheidungen für Köln und Berlin getroffen. Für die Medienhäuser in Halle und Hamburg dauert der Prozess aktuell noch an. Nächste Ergebnisse werden voraussichtlich im Januar erwartet und dann umgehend kommuniziert“, erklärt eine Unternehmenssprecherin auf MEEDIA-Anfrage.

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