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Poker um “Mopo” & “Mitteldeutsche”: DuMont will im Januar entscheiden

DuMont-Vorstandschef Christoph Bauer
DuMont-Vorstandschef Christoph Bauer DuMont-Vorstandschef Christoph Bauer

Die Verkaufsverhandlungen über die "Hamburger Morgenpost" und die "Mitteldeutsche Zeitung" gehen in die Endphase. Weiter auf dem Tisch für die "Mopo" liegt das Angebot der Geschäftsführerin Susan Molzow. Sie verlangt von DuMont eine finanzielle Mitgift zwischen 3,5 bis 4 Millionen Euro, wenn sie das Blatt übernehmen soll. Sollte ein Verkauf nicht zustande kommen, könnte auch eine Schließung der Zeitung mit ihren 80 Mitarbeitern möglich sein.

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Die Zukunft der “Hamburger Morgenpost” ist weiter ungewiss. Vor Weihnachten schockte DuMont-Rheinland-Geschäftsführer Philipp Magnus Froben, der seit Anfang 2019 zusätzlich für die Boulevardzeitung verantwortlich ist, die “Mopo”-Mitarbeiter. Er erklärte vor versammelter Belegschaft, dass von einer Schließung bis zu einem Verkauf der Zeitung alles möglich sei. Der Betriebsrat forderte daraufhin unverzüglich DuMont-CEO Christoph Bauer auf, sich zu seiner sozialen Verantwortung zu bekennen. “Auch wenn wir mit nur 80 Leuten nicht zu den Flaggschiffen des Kölner Traditionshauses gehören. Wir haben 70 Jahre Erfahrung! Wir haben schon viel für diese Zeitung geblutet! Wir sind Hamburg! Wir gehören zu dieser Stadt wie der Express zu Köln! Wir lassen uns nicht abwickeln!”, heißt es einer Betriebsrats-Info.

Eine Schließung der Zeitung ist nicht ausgeschlossen, falls DuMont den Titel nicht loseisen kann. Reges Interesse an dem Blatt zeigt weiterhin die “Mopo”-Geschäftsführerin Susan Molzow. Sie hat für das Unternehmen vor Wochen ein Übernahmeangebot abgegeben (MEEDIA berichtete). Doch das stößt bei ihrem Arbeitgeber bislang auf wenig Gegenliebe. Denn Molzow verlangt von DuMont eine finanzielle Mitgift, wenn sie die Zeitung samt Mitarbeiter im Rahmen eines Management-Buy-Outs erwerben soll. Die Forderung für die Mitgift liegt nach MEEDIA-Informationen zwischen 3,5 bis 4 Millionen Euro.

Kein weiterer Interessent in Sicht

Dies ist aber für DuMont deutlich zu hoch. DuMont-CEO Christoph Bauer erwartet dem Vernehmen nach, dass er für das Blatt noch Geld erhält, statt Geld zu bezahlen. Nun sollen laut MEEDIA-Informationen in dieser Woche Verkaufsverhandlungen mit Molzow fortgeführt werden. “Es ist am Ende eine Preisfrage, was DuMont bereit ist, zu bezahlen”, meint ein Branchenkenner. Ein weiterer Interessent scheint für das traditionsreiche Blatt nicht in Sicht, verlautet es aus Unternehmenskreisen.

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Unklar ist auch, ob und an wen die Kölner die “Mitteldeutsche Zeitung” veräußern wollen. Als möglicher Interessent wird hier seit Längerem die Hamburger Bauer Media Group gehandelt. Das norddeutsche Zeitschriftenhaus (“Bravo”) besitzt in Sachsen-Anhalt die “Magdeburger Volksstimme”. Mit einem Erwerb der “Mitteldeutschen Zeitung” könnte Bauer-Chef Veit Dengler Synergien mit der Magdeburger Regionalzeitung heben. DuMont hat sich für den Verkauf der beiden Titel einen ehrgeizigen Zeitplan gesetzt. Das Unternehmen will noch im Januar entscheiden, was aus der “Mopo” und der “Mitteldeutschen Zeitung” wird. In Köln und Berlin hat der CEO inzwischen Fakten geschaffen. Am Kölner Standort hält DuMont weiter fest. Im September veräußerte er den Berliner Verlag mit der “Berliner Zeitung” und dem “Berliner Kurier” an das Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich.

Eine DuMont-Sprecherin hält sich auf MEEDIA-Anfrage zu den neuen Branchengerüchten bedeckt. “Im Rahmen der Portfolio-Überprüfung im Geschäftsfeld Regionalmedien hat DuMont Entscheidungen für die Standorte Köln und Berlin getroffen. Für die Medienhäuser in Halle und Hamburg dauert der Prozess aktuell noch an. Nächste Ergebnisse werden voraussichtlich im Januar erwartet und dann umgehend kommuniziert.”

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Alle Kommentare

  1. Ich werde nie verstehen, warum DuMont den Mopo Chefredakteur Frank Niggemeier nicht schon vor 5 Jahren rausgeschmissen hat.

    Er und seine linksorientierten Freunde (Olaf Wunder!!!) haben das Blatt inzwischen sowas von vor die Wand gefahren, ein einmaliger Vorgang in der deutschen Pressegeschichte.

    Eine Rettung der Zeitung ist unmöglich geworden. Unglaublich, daß die MOPO mal eine Auflage von 450.000 Exemplaren hatte.

  2. “Mit einem Erwerb der “Mitteldeutschen Zeitung” könnte Bauer-Chef Veit Dengler Synergien mit der Magdeburger Regionalzeitung heben.”

    Leider kein einziges kritisches Wort dazu, dass Baur bei einer Übernahme auch noch der “Mitteldeutschen Zeitung” zusammen mit der “Magdeburger Volksstimme” dann den facto ein (Zeitungs-)Meinungsmonopol im gesamten Bundesland Sachsen-Anhalt hätte. (Die “Bild” alleine, kann das nicht auffangen.)

    Die vielbeschworenen “Synergien” werden für viele Mitarbeiter voraussehbar da enden, wo sie immer in solchen Fällen enden: auf dem Arbeitsamt.

  3. Habe mir gestern mal die MOPO gekauft, die WELT Kompakt gibts ja nicht mehr, da war nichts mehr mit linksgrüner Märchenstunde oder “Merkels Gäste willkommen heißen”. Die MOPO berichtete über ein riesengroßes Portraitwahlplakat eines bis dato unbekannten FDP Kandidaten, die ein befreundeter Immobilienmensch ermöglichte.
    Erinnerte mich an Nordkorea 😉

    Jedenfalls macht sie einen neutraleren und sachlicheren Eindruck.
    Vielleicht wars Zufall, vielleicht versucht man umzusteuern, aber leider zu spät.

    Generell gibt die Zeitungsbranche in D ein trostloses Bild ab, vielleicht von der SZ mal abgesehen.
    z.B. in UK sind die Auflagenrückgänge nicht so stark, dort gibt es auch Internet, darüber sollte man vielleicht mal nachdenken.

    1. Einzelne Redakteure, besonders Mike Schlink, versuchen schon seit geraumer Zeit die Seiten zu wechseln. Weg von linker Propaganda hin zu seriösem Journalismus. Ob ehrliche Läuterung oder blanker Opportunismus sei dahingestellt.

      Für die meisten Mopo-Redakteure bleibt aber wohl nur der Gang zum Arbeitsamt mit anschließender Harz IV Karriere und Umzug nach Billstedt.

      Übrigens egal ob Molzow die Mopo übernimmt, oder nicht.

  4. DuMont zahlt Molzow das, was auch eine Abwicklung der Zeitung kosten würde, keinen Cent mehr. Das sind jedoch keineswegs Millionen.

    Die Mopo wird eingestellt, in Wahrheit würde sie ja auch niemand vermissen. Und für den inneren Frieden der Stadt ist es erst recht gut wenn dieses Hetzblättchen verschwindet.

    1. Also so schlecht finde ich die MoPo jetzt nicht. Könnte etwas kritischer/investigativer sein was die Machenschaften in Hamburg betrifft, aber immerhin gibt es in der MoPo ab und zu kritische Artikel.

  5. Warum soll DuMont laut Betriebsrat “soziale Verantwortung” für diejenigen übernehmen, die die Mopo durch schlechten Journalismus heruntergewirtschaftet haben? Ich fände es gerecht, wenn die alle arbeitslos werden.

  6. Kein Verlust für die Hamburger, nach der Symbiose der Mopo mit der linksradikalen Antifa, wird die Hassschrift niemand vermissen…

    Sinngemäß nach Hassprediger Y+cel:

    Der Abgang der Mopo ist Zeitungssterben von seiner schönsten Seiten:)

    XOXOXO

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