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Umbau im Springer-Aufsichtsrat: US-Finanzinvestor KKR fordert drei Sitze im neunköpfigen Kontrollgremium

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Foto: Axel Springer

KKR will sich nach dem vollzogenen Einstieg nun auch Einfluss im Aufsichtsrat des Berliner Medienkonzerns Axel Springer sichern. Der US-Finanzinvestor strebt drei Sitze im neunköpfigen Kontrollgremium an. Wer hierfür Platz machen soll, ist noch offen. Den Vorsitz im Aufsichtsrat soll weiterhin Ringier-COO Ralph Büchi behalten.

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Kaum hat KKR die regulatorischen Freigaben für den Einstieg bei Axel Springer erhalten, drängt der US-Finanzinvestor in den Aufsichtsrat des Berliner Medienkonzerns. Das US-Unternehmen plant, sich mehrere Sitze im neunköpfigen Kontrollgremium zu sichern. “KKR strebt drei Sitze im Aufsichtsrat von Axel Springer an. Die Schritte auf dem Weg dahin, werden nun eng mit dem Unternehmen abgestimmt”, sagt ein KKR-Sprecher gegenüber MEEDIA. Wen der US-Finanzinvestor als Vertreter in den Aufsichtsrat schickt, steht nach seinen Angaben noch nicht fest. Dies solle nun mit dem Konzern geklärt werden.

Zieht Johannes Huth in den Springer-Aufsichtsrat ein?

Denkbar ist nach Informationen aus Branchenkreisen, dass KKR unter anderem seinen Europa-Chef Johannes Huth entsendet. Der Manager hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass der Springer-Deal gelingt. Huth hat zudem ehrgeizige Ziele. Der Geschäftsmann will, dass die Berliner durch Zukäufe zum Weltmarktführer im digitalen Rubrikengeschäft aufsteigen. “Wir werden uns nach Abschluss der Transaktion anschauen, was auf dem Markt ist”, kündigte er im September in einem Interview mit der “Süddeutschen Zeitung” an. Als mögliche Kaufziele fallen an der Börse fallen immer wieder zwei Namen: Autoscout24 oder das Kleinanzeigengeschäft von Ebay. Ob KKR und Springer bei Autoscout24 zum Zuge kommt, ist ungewiss. Denn Scout24-Chef Tobias Hartmann hat sich bislang nicht entschieden, ob er die Sparte aus dem Konzern heraustrennt.

Fraglich ist, wer im neunköpfigen Aufsichtsrat von Springer Platz für den neuen Miteigner macht. Das Gremium ist aktuell hochkarätig besetzt. Dazu gehören neben der Verlegerin Friede Springer unter anderem namhafte Wirtschaftsgrößen wie Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Trumpf-Gruppe; Iris Knobloch, Präsidentin von Warner Bros. in Frankreich, aber auch der ehemalige Linde-Chef Wolfgang Reitzle.

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Ralph Büchi bleibt Vorsitzender

Fest steht zumindest, dass nach der personellen Neubesetzung durch KKR-Vertreter Ralph Büchi weiterhin den Vorsitz im Springer-Aufsichtsrat behält. Er ist zugleich COO und Stellvertreter des CEO der Ringier AG sowie CEO der Ringier Axel Springer Schweiz AG. Springer hält sich auf MEEDIA-Anfrage bedeckt, wie der Aufsichtsrat künftig personell besetzt ist. “Wie bereits am 12. Juni 2019 kommuniziert, wird der Aufsichtsrat von Axel Springer sich auch in Zukunft unter der Führung des derzeitigen Vorsitzenden Ralph Büchi aus neun Mitgliedern zusammensetzen”, erklärt eine Springer-Sprecherin auf Anfrage und fügt hinzu: “Wie bei Investorenvereinbarungen dieser Art und Dimension angemessen und üblich, strebt der Investor eine angemessene Vertretung im Aufsichtsrat von Axel Springer an. Nachdem nun die letzte Vollzugsbedingung eingetreten ist, kann die Ausgestaltung dieser Vertretung jetzt konkret erarbeitet werden. Bitte um Verständnis, dass wir Entscheidungen dazu nicht vorgreifen wollen.”

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Alle Kommentare

  1. Zur Stunde unterhält bild.de mit einer Kitschnummer aus dem US-Bundesstaat Maryland: „200 Mitarbeiter vergießen Freudentränen – Chef rührt sein Team mit Mega-Weihnachtsbonus“.

    So geht Döpfners und Reichelts alltäglicher Zynismus: Daheim die Leute dreistellig abbauen wollen und zugleich einen Immobilienhai in Amiland für seine soziale Ader loben lassen – von ebenjenen kündigungsbedrohten Redakteuren.

  2. Ich fürchte, daß es das wohl für “DIE WELT” war. Eine Zeitung die durch penetrantes Schreiben gegen die eigene Leserschaft derartige Verluste anhäuft werden die Amerikaner nicht subventionieren.

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