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Lead Awards 2019: „SZ-Magazin“-Macher Ebert und Klotzek sowie „Zeit“-Chefredakteur Di Lorenzo holen Gold

Lead Awards Gewinner: Timm Klotzek, Michael Ebert, Giovanni di Lorenzo (v.l.) Fotos: Julian Baumann / Jim Rakete

Große Preisverleihung bei den Lead Awards in Hamburg. Die Gewinner: Michael Ebert und Timm Klotzek, Chefredakteure des „SZ-Magazin“, wurden als beste Blattmacher im Bereich Magazin Debatte ausgezeichnet, Sinja Schütte, Chefin von „Living at Home“, erhielt Gold in der Kategorie Magazin Lifestyle. Auch „Tina“-Chefin Sabine Ingwersen (Magazin Popular) und „Zeit“-Chef Giovanni di Lorenzo (Zeitung überregional) wurden von der Jury mit Gold bedacht.

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„Am Ende eines schwierigen Jahres für die Verlage und die Medienbranche, einem Jahr im Zeichen von Stellenabbau, Strukturwandel und Relotius, würdigt die LeadAcademy die Medienmacher, die der Glaubwürdigkeitskrise etwas entgegenhalten, Brücken zu den Lesern schlagen, Impulse setzen und ihren Beitrag zur Meinungsfreiheit leisten“, erklärte der Vorsitzende Markus Peichl zum Auftakt der diesjährigen Verleihung der Lead Awards.

„Magazin Debatte“

Vom Magazin bis zur Regionalzeitung – erneut wurden die besten Blattmacher ausgewählt. Gewinner in der Kategorie „Magazin Debatte“ sind Michael Ebert und Timm Klotzek, Chefredakteur des „SZ-Magazin“. Die Jury begründet ihre Entscheidung damit, dass die beiden Medienmacher seit Jahren zu den Leistungsträgern des deutschen Magazinjournalismus zählen. „2019 haben sie mit ebenso investigativen wie umsichtigen Berichten über breite, gesellschaftliche Problemfelder wie Rassismus, Nationalismus, Altersarmut, Wohnungsnot, aber auch Pädophilie auf vorbildliche Weise Akzente gesetzt. Sie stehen für einen differenzieren, fundierten, leidenschaftlichen und emphatischen Qualitätsjournalismus“, so die Jury.

Zweiter wurde Luca Caracciolo, Chefredakteur von „t3n“. „Besser, präziser, umfassender und verständlicher als jedes andere Medium in Deutschland befasst sich Caracciola und „t3n“ mit dem „Jahrhundert-Thema“ der digitalen Revolution“, urteilt die Jury. Bronze erhielten Andreas Lebert, Chefredakteur „Zeit Wissen“ sowie Alexander Marguier und Christoph Schwennicke, beide Chefredakteure von „Cicero“.

„Magazin Lifestyle“

Große Gewinner im Bereich „Magazin Lifestyle“ sind gleich drei Chefredakteure aus dem Hamburger Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr. Gold in dieser Kategorie erhielt Sinja Schütte. Sie ist Chefredakteurin der zu Gruner + Jahr gehörenden Titel „Flow“, „Living at Home“, „Hygge“ und „Holly“. Mit Silber wurde Jan Spielhagen, Chefredakteur von „Beef!“ und „Essen & Trinken“ bedacht. Bronze wurde Markus Wolff, Redaktionsleiter „Geo Saison“ und „Geo Special“ zuerkannt. In der Sparte „Magazin Popular“ macht „Tina“-Chefin Sabine Ingwersen das Rennen. Sie erhielt Gold. Silber in der Kategorie wurde Stefan Kobus, Chefredakteur von „Super Illu“ und „Guter Rat“, überreicht. Bronze heimste Tom Drechsler, Chefredakteur der „Auto Bild“, ein.

„Zeitung überregional“

Im Bereich „Zeitung überregional“ hat die Jury der Lead Awards „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo mit Gold als besten Blattmacher des Jahres ausgezeichnet. „Di Lorenzo hat mit der „Zeit“ bereits Mitte der 2000er Jahre den Prototypus der zeitgemäßen, modernen Zeitung geschaffen, an der sich alle orientiert haben. Eindrucksvoll stellte er nun 2019 unter Beweis, dass man als Blattmacher nie stehenbleiben, sondern auf gesellschaftliche und politische Veränderungen auch mit publizistischen, blattermacherischen Mitteln reagieren muss“, heißt es zu Begründung. Mit Silber wurde der „taz“-Chefredakteur Georg Löwisch bedacht.

Bronze erhielt Sven Afhüppe, Chefredakteur der Düsseldorfer Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“. „Das ‚Handelsblatt‘ ist unter Afhüppe wieder weniger aufgeregt, gerade deshalb aber wieder fundierter, differenzierter und relevanter. Mit großen investigativen Stories und vielfältigen Meinungsbeiträgen war das ‚Handelsblatt‘ im Spannungsfeld von Politik und Wirtschaft wieder tonanführend“, betont die Jury und gibt damit indirekt einen Seitenhieb auf die Ära Gabor Steingart.

„Zeitung regional“

Gewinner in der Kategorie „Zeitung regional“ wurde Lars Haider, Chefredakteur des „Hamburger Abendblatts“. Silber kann Gregor Peter Schmitz, Chefredakteur der „Augsburger Allgemeinen“, mit nach Hause nehmen. Bronze erhielt Hannah Suppa als Chefredakteurin der „Märkischen Allgemeinen“. Digitalmacher 2019 sind Matze Hielscher und Pierre Türkowsky, beides Chefredakteure von „Mit Vergnügen“. Zweitbester Digitalmacher ist „Vice“-Chefredakteur Felix Dachsel. Carsten Knop, Chefredakteur von faz.net, sicherte sich den Lead Award in Bronze.

Ausgezeichnete Podcasts

Auch Podcasts wurden ausgezeichnet. Hier erhielten Sabine Rückert, stellvertretende „Zeit“-Chefredakteurin, und Andreas Sentker, Leiter des Wissensressorts der „Zeit“, in der Kategorie „Podcast national“ Gold für ihren Podcast „Zeit Verbrechen“. So war die Jury von dem Konzept besonders überzeugt: „Große Kriminalfälle, packende Prozesse, menschliche Abgründe, tiefsinnig ausgeleuchtet, immer spannend und fundiert, so dass einem der Atem stockt. Trotzdem nie übertrieben, sondern sachlich seziert. Ein Faszinosum gesellschaftlicher Realitäten und Abgründe.“ Silber ging an Christoph Amend, Chefredakteur „Zeit Magazin“, und Jochen Wegner, Chefredakteur „Zeit Online“, für ihren Podcast „Alles gesagt?“. Die Begründung: „Gespräche mit Open End, Prominente und interessante Persönlichkeiten sprechen solange, bis der Gast ein Code-Wort sagt und damit den Talk beendet. Die Länge des Gesprächs liegt in der Hand der Gäste, die Führung bei Amend und Wegner. Der Rekord: Über acht Stunden dauerte es bis der YouTuber Rezo das Code-Wort sagt und das Gespräch zu Ende ist.“

Auch das Ehepaar Martin Keß-Roche, Ex-Fernsehproduzent, und Charlotte Roche, TV-Moderatorin, können sich freuen. Sie gewinnen Bronze für ihren Podcast „Paardiologie“. „Charlotte und Martin sprechen über alles, was in einer Ehe und Familie normalerweise hinter verschlossenen Türen bleibt – originell, witzig, schonungslos ehrlich. Die neue Definition der offenen Beziehung: Paartherapie und Szenen einer Ehe vor offenen Mikrophonen“, meint die Jury.

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