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“Hamburger Morgenpost” kurz vor Verkauf? DuMont-Chef Bauer will Belegschaft vor Weihnachten informieren

DuMont-Chef Christoph Bauer
DuMont-Chef Christoph Bauer

Verlagschef Christoph Bauer will die Belegschaft des Kölner Medienhauses DuMont bis Weihnachten über die weitere Zukunft der zum Verkauf stehenden Zeitungen informieren. Dabei geht es auch um die "Hamburger Morgenpost". Die "Mopo"-Geschäftsführerin Susan Molzow hat für den Verlag in Hamburg ein Übernahmeangebot unterbreitet, doch die DuMont-Spitze ziert sich noch. Die Entscheidung soll in den nächsten Tagen fallen.

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Nach Monaten der Ungewissheit will DuMont-Chef Christoph Bauer nun vor der Belegschaft bekanntgeben, was DuMont nach dem Verkauf der “Berliner Zeitung” an das Unternehmen-Ehepaar Holger und Silke Friedrich mit dem restlichen Zeitungsreich vorhat. Bauer will die Mitarbeiter nach MEEDIA-Informationen noch vor Weihnachten informieren. Dabei könnte die “Hamburger Morgenpost” ganz oben auf seinem Sprechzettel stehen.

“Negativer Kaufpreis”

Als heißer Kauffavorit für die “Mopo” gilt seit einiger Zeit die langjährige Geschäftsführerin Susan Molzow, die die Morgenpost Verlag GmbH im Rahmen eines Management-Buy-Outs übernehmen will. Sie hat nach MEEDIA-Informationen für das norddeutsche Boulevardblatt ein Übernahmeangebot abgegeben. Doch der Deal ist noch nicht unter Dach und Fach, heißt es. Grund: Molzow wolle die Gesellschaft zu einem “negativen Kaufpreis” erwerben, heißt es in Firmenkreisen. Dass heißt, sie verlangt von den DuMont-Gesellschaftern eine finanzielle Mitgift.

Das will aber DuMont-Chef Bauer nicht mitmachen. Er hofft offenbar darauf, dass sich in letzter Sekunde noch ein neuer Interessent meldet, der für das norddeutsche Unternehmen mehr bietet. Denn die wirtschaftlichen Perspektive für die “Mopo” ist offenbar besser als bisher angenommen. Zwar hat die Morgenpost Verlag GmbH laut aktuellem Bundesanzeiger-Eintrag im Geschäftsjahr 2018 bei einem auf rund 16,26 Millionen Euro gesunkenen Umsatz einen Verlust von knapp 2 Millionen Euro erwirtschaftet, doch Molzow sieht gute Chancen, dass das Printhaus bereits in zwei Jahren in die schwarzen Zahlen zurückkehrt.

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Discovery Dock als Geldbringer

“In der Mittelfristplanung bis zum Jahr 2021 wird angenommen, dass die erheblich steigenden Umsätze durch das Discovery Dock, wieder zu einem positiven Ergebnis der Gesellschaft führen werden”, erklärt sie im im Bundesanzeiger publizierten Geschäftsbericht für 2018. Das Discovery Dock ist ein digitaler Abenteuerspielplatz, der Besuchern seit Mai einen virtuellen Gang durch den Hamburger Hafen ermöglicht. Die Touristen-Attraktion ist gut besucht und hat großes Potenzial. So rechnet die Mopo-Spitze darauf, dass die Erlebnisausstellung in der wachsenden Hafencity langfristig die rückläufigen Umsätze aus dem Printgeschäft abfedern könnte. Molzow will sich zu den Marktspekulationen auf Anfrage von MEEDIA nicht äußern und verweist auf DuMont.

Ob sich neben der “Mopo”-Chefin ein weiterer Kaufinteressent für das Blatt aus der Elbmetropole findet, ist mehr als fraglich. Das Interesse an den restlichen Zeitungen der DuMont Gruppe scheint gering. So sollen Verlage wie Funke, Madsack & Co. bei der “Mitteldeutsche Zeitung” oder dem “Kölner Express” abgewunken haben, heißt es in Firmenkreisen. Branchenexperten gehen deshalb davon aus, dass DuMont-Chef Bauer deshalb für die restlichen Zeitungen einen neuen Kurs einschlägt. Wie dieser aussieht, werden die Mitarbeiter wohl in Kürze erfahren. DuMont selbst hält sich hierzu bedeckt. Eine Verlagssprecherin zu MEEDIA: “Wir gehen nach wie vor davon aus, den Prüfprozess im DuMont Geschäftsfeld Regionalmedien bis Jahresende abgeschlossen zu haben und hierzu zu informieren. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir darüber hinaus zu dem Prüfprozess keine weiteren Informationen bereitstellen und Spekulationen diesbezüglich auch nicht kommentieren.”

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Alle Kommentare

  1. Ich muß gestehen, daß ich die Morgenpost nur lese, wenn in unserer Kantine ein herrenloses Exemplar herumliegt. Das kommt nicht mehr so oft vor, weil unser Kantinenbetreiber die Morgenpost aus dem Angebot (Bild, Abendblatt und Welt kompakt) genommen hat.

    Durch den obigen Artikel fühle ich mich in folgendem Eindruck bestätigt: Die Morgenpostangestellten haben keine Lust mehr zu ihrer Arbeit. Die Zeitung ist so lieblos gemacht und bietet nur so uninteressante Themen – da ist selten etwas für mich dabei.

    Meiner Ansicht nach, sollte die Morgenpost diese Meinungsseite und die überregionale Berichterstattung einstellen und stattdessen eine reine Lokalzeitung werden – mit deutlich mehr Kultur und deutlich weniger Sport.

    Und es stimmt schon – die politischen Hitzköpfe liest man auch nicht gerne.

    So wie die Morgenpost heute daherkommt, werde ich sie jedenfalls nicht vermissen.

  2. Welche Postille es nicht schafft, sich von den krakelenden 15% linksgrünen Sekten zu entfernen, hin zu RICHTIGEM Journalismus, nicht wertend und nicht jubelnd, egal in welche Richtung es geht, der wird sterben.

    Zu Recht.

    Was mich nur erstaunt, dieser Niedergang und dieses “Meckern” auf diese Blätter ist ja schon “alt”. Sind die Medienmacher nicht mehr in der Lage, das Problem zu sehen, dass sie eben rigeros neben den 15% alle anderen angewidert einfach stehen lassen und ignoieren? Nischenjournalismus will keiner, braucht keiner, kann weg. Das sagen auch die Zuschauerzahlen der Öffis zu politischen Sendungen übrigens mehr als deutlich!!!!!!!

  3. Es ist schon sehr bitter, daß sich nicht Mal mehr jemand findet, der den symbolischen Euro für die MOPO zahlen will.

    Ja, die MOPO ist zu einem linken Revolverblättchen verkommen, geschrieben für die Linksextremisten aus AstA, Schanzenviertel und Hafenstraße. Nur ist denen die MOPO leider zu teuer (1,20 € für das Blättchen ist aber auch wirklich unverschämt.)

    Die klassisch hanseatisch-liberale Kundschaft wurde peu a peu verschreckt und vertrieben und ist über die letzten Jahre zu Tausenden verschwunden. Für die Neu-Bürger ist die MOPO sowieso unlesbar. (Migranten meiden MOPO!).

    Hass und Hetze, wie von der MOPO verbreitet, sind eben zum Glück kein Geschäftsmodel für eine erfolgreiche Zeitung. Sollte das Erscheinen der MOPO wirklich eingestellt werden, was nur zu begrüßen wäre, dann können die Hamburger mit Stolz sagen, daß sie dieser extremistischen Postille den Stecker gezogen haben. Wir wollen so etwas nicht in unserer Stadt haben.

    Den Mitarbeitern der MOPO (die mit der Faust in der Tasche zur Arbeit kamen ) wünsche ich für die Zukunft alles Gute.

  4. Also ich würde als Investorin da nicht tief in die Tasche greifen, was als Zukunftsperspektive gesehen wird klingt eher nach Traumschlössern.

    Der Linksaußenrutsch hat viele ältere Leser verschreckt, dazu wurde kräftig an allen Ecken und Enden gespart. Die heutige Mopo bietet kaum mehr als eine Gratisanzeigenzeitung.
    Kurioserweise ist das kostenfreie Internetangebot der Zeitung wesentlich umfassender als die Beiträge in der Printzeitung, damit hat man zur eigenen Erosion der Auflage beigetragen, besonders bei jüngeren Lesern.

  5. Die Mopo ist ein linksgrünes und radikales Pamphlet, eine Diffamierungs und Empörungsmaschine, die sich als Zeitung tarnt. Das irrelevante Blättchen hat nichts mit ausgewogenen Journalismus , Integrität oder Pressefreiheit zu tun.

    Beispiele: G-20 Antifa Terroristen werden als Aktivisten glorifiziert, illegale Schleuser und Menschenhändler werden als Helden bezeichnet, Rechtsbrüche der MerkelRegierung werden gelobtpreis, Bankenrettungen werden gefeiert, schwerste Verbrechen von Flüchtlingen und Muslimen werden ignoriert oder sachlich falsch dargestellt. (Köpfung des Kindes auf dem Jungfernstieg durch Flüchtling)Tote Kinder werden auf dem Cover instrumentalisiert um die illegale Masseneinwanderung zu fordern. (Alan Kurdi) Persönliche Angriffe auf Andersdenkenden (Bernd Lucke) werden gefeiert. Einschränkung der Lehre in Hamburg wird als Bagetelle bezeichnet, etc, etc, etc…

    Als liberaler Bürger ist das nur schwer erträglich und deshalb ist die Mopo für mich nur Papierverschwendung. Das wird auch nichts mehr, verbrannte Erde…

    1. Ich denke, in der letzten Zeit gab es zahlreiche Anlässe, die eigentlich dazu hätte führen müssen, dass die Medien wieder zu einer ausgewogenen Berichtserstattung zurückkehren. Wenn die sinkenden Auflagen und der journalistische Ethos nicht zu einem Umdenken führen, dann haben sich die Blätter in der Tat ihren Untergang selber erarbeitet und verdient.
      Ärgerlich ist, dass die Bundesregierung zur Zeit dabei ist, in die Finanzierung von Zeitungen mit Steuergeldern einzusteigen. In Zukunft geistern vermutlich nicht nur Zombiebanken durch das Land, sondern auch Zombiegazetten, die an der Brust von Mama Merkel hängen.

    2. Wie würden Sie denn Pressefreiheit definieren, Herr Schulz? Rechte Terroristen werden als Helden glorifiziert, die AfD wird gelobpreist, schwerste Verbrechen von Rechtsextremen gefeiert, das Asylrecht verdammt etc., etc., etc.? Und wie Ihre angebliche Liberalität?

      1. @ Ronald ihr Problem = Realitätsverlust!

        Die Mopo verwechselt und vermischt Ihre linksgrüne gewaltaffine Haltung mit Nachrichten.

        Der liberale Hamburger durchschaut das, deswegen befindet sich die Auflage im Sinkflung. Teils mit 25 % Verlust im Quartal, der Markt regelt das schon: Get woke, get broke.

        Das Frau Merkel diese Journalismus Simulation jetzt noch mit Steuergelder am Leben hält, also Presse von Merkels Gnaden, wie im dritten Reich oder in der DDR. Zeigt, dass wir den Boden der freiheitlichen demokratischen Grundordnung verlassen oder schon verlassen haben.

        Das Sie, mit ihrer kerndeutschen anti-liberalen und staatsgläubigen Haltung sowas nicht verstehen, ist mir schon klar. Die Gedanken sind noch frei, Ronaldo, auch wenn Ihnen das nicht passt.

  6. Also die MoPo ist doch DAS Tagesblatt in Hamburg – gewesen. Da sollte mehr drin sein, wenn es sich von diesen dummen, politisch korrekten Fesseln löst. Es reicht ja schon eine gewisse Objektivität/Neutralität in der Berichtserstattung um wieder interessant zu werden für den Leser. Und für den “Lokalteil” ist immer genug los in Hamburg. Etwas investigativ, etwas kritisch, kulturell breiter, und das Ganze immer durchsetzt mit schönen, positiven Geschichten, welche es ja auch in Hamburg gibt.

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