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Sportressort dicht, Textkorrektur automatisiert: Wie Springer die “Welt”-Gruppe weiter umbaut

Axel Springer-CEO Mathias Döpfner
Axel Springer-CEO Mathias Döpfner

Mathias Döpfner, Vorstandschef des Berliner Medienhauses Axel Springer, nimmt bei der WeltN24 GmbH weitere Einschnitte vor. Neben der geplanten Einstellung von "Welt Kompakt" und "Welt Hamburg" soll das "Welt"-Sportressort voraussichtlich zum Jahreswechsel geschlossen und durch ein objektübergreifendes Kompetenzzentrum Sport bedient werden. Auch andere Ressorts wie "Icon" und "Stil Reise" werden neu ausgerichtet. Die Textkorrektur soll voll automatisiert werden.

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Döpfner will rund 50 Millionen in der Sparte News Media National einsparen. Dazu soll die Welt-Gruppe “rund fünf Millionen Euro” beitragen. Dies geht aus dem Programm hervor, das die “Welt”-Geschäftsführung den Redakteuren vorgelegt hat, die freiwillig gegen eine Abfindung aus dem Verlag ausscheiden wollen.

Sportressort soll dicht gemacht werden

Wie es in dem Angebot weiter heißt, fällt der Umbau der blauen Gruppe weitreichender aus als bisher bekannt. Geplant sei das “Welt”-Sportressort voraussichtlich zum Jahreswechsel zu schließen. Die Inhalte für den Sportteil der Objekte “Welt”, “Welt am Sonntag” und “Welt am Sonntag kompakt” werden dann von einem objektübergreifenden Kompetenzcenter Sport produziert und zugeliefert, heißt es. Dabei wolle Springer einem Großteil der Sport-Redakteure einen Wechsel in das neue Kompetenzcenter anbieten.

Doch das ist nicht alles. Vorgesehen sei auch, die Ressorts “Icon” und “Stil/Reise” “voneinander getrennt und effizienter” aufzustellen. Künftig werde das Ressort “Icon” ausschließlich das Printmagazin “Icon” und sowie die gelegentliche Beilage “Stilisten” verantworten, die Redaktion des Online-Auftritts “Iconist” werde dagegen vom Ressort “Stil/Reise” mit übernommen, heißt es in der Freiwilligen-Vereinbarung.

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Textkorrektur soll automatisiert werden

Konkret sind auch die redaktionellen Arbeitsabläufe betroffen. Perspektivisch soll der Bereich “Textkorrektur” verschlankt werden. “So ist eine vollständige Automatisierung dergestalt geplant, dass die Textkorrektur ausschließlich durch ein IT-System erfolgt”, heißt es. Ausgenommen von der geplanten Restrukturierung sei hingegen Welt TV in Berlin, die Axel Springer Digital News Media GmbH & Co. KG sowie die Außenstandorte der “Welt”-Redaktion in Düsseldorf und Frankfurt.

Eine Sprecherin des Springer-Verlags sagt hierzu auf Anfrage von MEEDIA: “Wie Sie wissen, planen wir bei News Media National die aktuelle Kostenbasis durch strukturelle Maßnahmen um 50 Millionen Euro zu senken. Dazu werden wir verschiedene Veränderungen umsetzen, auch bei der ‘Welt’. Um in möglichst vielen Fällen sozialverträgliche Lösungen zu finden, bieten wir ‘Welt’-Mitarbeitern über den abgeschlossenen Sozialplan hinaus die Teilnahme an einem Freiwilligenprogramm an. Es handelt sich dabei um sehr großzügige Regelungen, oberhalb des Sozialplanniveaus. Wir hoffen, auch hier für die Mitarbeiter attraktive Vereinbarungen schließen zu können. Ich bitte um Verständnis, dass wir uns zu weiteren Details der vertraglichen Vereinbarungen nicht äußern.”

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Alle Kommentare

  1. Den Zeitungen ging es schon vor 15 Jahren schlecht (sinkende Abozahlen, sinkende Anzeigenumsätze, etc.).

    Ein aktuelles Beispiel: auf der Homepage unserer lokalen Klinik stand ein Presseartikel. Was macht die lokale Zeitung? Nimmt den kostenlosen Presseartikel, kürzt ihn und druckt ihn in der kostenpflichtigen Printausgabe ab.

    Anscheinend haben die Verantworlichen 15 Jahre später immer noch nicht begriffen, welchen Mehrwert eine Lokalzeitung anbieten muss, um Leser zu gewinnen.

    OK, Welt ist überregional, dennoch herrscht auch hier “Kostendruck”. Vielleicht können sie sich ja mal bei Gabor S. ein paar Zukunftsvisionen holen.

  2. Es gibt wohl keine zweite Zeitung in Deutschland, die so konsequent gegen die eigene Leserschaft anschreibt wie die WELT. Besonders wird das im Kommentarsystem von Welt-online deutlich. Dort werden Merkelkritische Beiträge unterdrückt und gelöscht. Leser die trotzdem weiter kommentieren werden unter fadenscheinigsten Gründen gesperrt!!!

    Das einem solchen Blatt die Leser zu zigtausenden weglaufen überrascht wohl nur die ideologisch total verbohrte Redaktion.

    Das Döpfner diese Leute nun mit eisernem Besen loswerden will, ist nur zu begrüßen und wohl tatsächlich die letzte Chance für die WELT. Höchstwahrscheinlich ist es aber bereits zu spät und die gedruckte WELT wird bereits in naher Zukunft Geschichte sein.

    1. Ihre Behauptung stimmt halt einfach nicht, Herr up de Geest. Gelöscht werden nicht “merkelkritische Beiträge”, die es im Übrigen ZUHAUF gibt, speziell im Free-Bereich. Gelöscht werden beleidigende, diffamierende, rassistische oder hetzende Kommentare und das ist auch gut so.

      1. Schön, daß sich mal ein WELT-Zensor ans Licht der Öffentlichkeit traut! Sie agieren ja sonst üblicherweise anonym und im Verborgenen, Herr oder Frau D. Marquardt.

        Daß ihre Behauptungen nicht den Tatsachen entsprechen, wird doch allein durch den Umstand bewiesen, daß auf WO Kommentare mit vielen hundert, teilweise über 1000 likes, nach Tagen, plötzlich verschwinden und gelöscht werden. Nebenbei: Das sind Zustimmungsquoten von denen die meisten WELT-Kommentatoren nur träumen können.

        Nein, die Wahrheit ist vielmehr, daß wenn ihnen ein Kommentar zu Merkelkritisch ist, wird gnadenlos zensiert, gelöscht und gesperrt, unter dem fadenscheinigen Vorwand es würde diffamiert oder gar gehetzt.

      2. Ach, tun Sie doch nicht so naiv, Herr M.! Sie wissen doch genau, dass das tägliche Gejammer der “Merkel muss weg”-Fraktion das große Feigenblatt der WELT-Redaktion ist. Deren im tiefsten Verlagskeller ausbeuterisch beschäftigte Zensorenknechte kriegen doch jeden Tag Ordre, was heute gerade noch so durchgehen darf. Dabei wissen die genau, dass hundertausende Leser gierig nach ein wenig nonkonformer Meinung eines Aust, Broder, Don A. u. weniger anderer, noch nicht an der Kandarre liegender Journos bei WELT sind, sonst wären auch die noch ihren unterbezahlten Job los. Mal lassen sie die Zügel etwas lockerer, mal darf am (Selbst-) Bild des aufrecht Kämpfers gegen den wohl unmittelbar bevorstehenden neo-faschistischen Staatsstreich nicht gerüttelt werden. Dabei darf z.B. ein Y. Mounk mit seinen steilen, undemokratischen Vorstellungen vom Umbau dieses Landes in ein strammes linksradikales Gemeinwesen nicht kritisiert werden – dann ist man weg vom Fenster der WELT, auch wenn man sich noch so sehr am demokratischen Diskurs beteiligen möchte – eigene Erfahrung.

  3. Döpfner wirtschaftet die Springer-Blätter inhaltlich weiter herunter. Und als nächstes stimmt er dann wieder das Klagelied über die Krise der Zeitungen an. Dass die Krise mageren Inhalten entspringt, für die Leser einfach kein Geld mehr bezahlen wollen, der Gedanke kommt ihm einfach nicht …

  4. Die Textkorrektur automatisieren? Diese Schnapsidee hatte vor 20 Jahren schon die Lokalzeitung, bei der ich damals tätig war. Das Ergebnis waren Zeitungen voller Fehler und aufgebrachte Leser bis hin zu Abokündigungen.

    So viel besser ist die Autokorrektur seitdem auch nicht geworden. Viel Schlimmer aber: Die KI wird keine inhaltlichen Fehler finden. Mit der Maßnahme gibt die Welt den Anspruch auf, Qualitätszeitung zu sein.

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