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Greta, Hitler, Stalin: „Kieler Nachrichten“ entschuldigen sich bei Dieter Nuhr nach Shitstorm für „missverständliche Formulierungen“

Dieter Nuhr

Nachdem die „Kieler Nachrichten“ („KN“) in einer Rezension zu einem Auftritt des Kabarettisten Dieter Nuhr geschrieben hatten, dieser habe Greta Thunberg „in gewisser Weise“ mit Hitler und Stalin verglichen, brach mal wieder ein Shitstorm über Nuhr herein. Der Kabarettist erklärte, er habe einen solchen Vergleich nicht gemacht, die „KN“ würden „gezielte Falschinformationen“ verbreiten. Nun hat die Zeitung die Rezension gelöscht und sich entschuldigt.

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Chefredakteur Christian Longardt sagt: „Wir bedauern dies sehr und entschuldigen uns an dieser Stelle bei Dieter Nuhr.“  Es habe in der Rezension von Nuhrs Auftritt in der Kieler Sparkassen Arena „missverständliche Formulierungen“ gegeben. Nuhrs Äußerungen zum Klimawandel und Greta Thunberg seien in dem Text „unglücklich wiedergegeben“ worden. Genauer wird die „KN“ leider nicht. Im mittlerweile gelöschten Text war zu lesen gewesen, Nuhr habe Greta Thunberg „in gewisser Weise“ mit Stalin und Hitler verglichen.

Zahlreiche Medien griffen dies auf, ein Shitstorm folgte programmgemäß auf dem Fuße. Nuhr war in jüngster Vergangenheit schon des öfteren mit (harmlosen) Witzen oder kritischen Äußerungen zur Klimaaktivistin Greta Thunberg angeeckt. Auf seiner Facebook-Seite hatte Nuhr sich zu dem Text der „KN“ geäußert: „Die Aussagen in den Kieler Nachrichten lassen alle Grundlagen seriösen Journalismus vermissen.“ Er bezeichnete die Passagen in der „KN“-Rezension als „gezielte Falschinformationen“. Und weiter: „Ich habe Greta nicht mit der Ideologie Hitlers oder Stalins in Verbindung gebracht. Dies wäre völlig irrsinnig.“

Nuhr:

Andere Zeitungen schreiben die gezielten Falschinformationen der Kieler Nachrichten, die erkennbar dem Ziel größtmöglicher Aufmerksamkeit und damit erhöhter Klickzahlen dienen, kritiklos ab. Auch Ihnen ist offensichtlich die Reichweite im Netz wichtiger, als verantwortungsvoller Journalismus. Es ist kein Wunder, dass solche Medien in der Bevölkerung dramatisch an Vertrauen verlieren.

Die „Kieler Nachrichten“ schreiben nun in ihrem nachgeschobenen Entschuldigungs-Text:

In sozialen Netzwerken wird vereinzelt behauptet, die Worte Hitler und Stalin seien in Kiel gar nicht gefallen. Dazu erklärt unser Rezensent: Nuhr habe am Ende seines Auftritts einen Bogen geschlagen von der ideologischen Radikalität der Forderungen der Klima-Aktivisten, so sie denn konsequent umgesetzt würden, zu den verheerenden Folgen der Diktaturen von Hitler und Stalin. Kommende Generationen könnten in der historischen Rückschau einen solchen Vergleich ziehen, habe Nuhr sinngemäß erklärt.

Was hier mit „sinngemäß“ genau gemeint ist, bleibt unklar. Leider gibt es im Netz keinen Videomitschnitt des Auftritts.

In einem weiteren Facebook-Beitrag hat sich Nuhr noch einmal zu der Reaktion der Medien zu dem Fall geäußert:

Im Stern steht, die Medien würden mir „auf den Leim gehen“ und sich so verhalten, wie ich es mir wünsche und dass mir ansonsten wenig anderes einfällt als das Gretathema. Das ist falsch. Ich wünsche mir in erster Linie Ruhe vor dem Stern und anderen Boulevardmedien.

Ein frommer Wunsch, der vermutlich nicht in Erfüllung gehen wird.

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