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Ove Saffe vor Absprung: Funke lockt Nachfolger angeblich mit Posten des Vorsitzenden der Geschäftsführung

Ove Saffe

Die Gesellschafter der Funke Mediengruppe suchen nach einem Ersatz für den scheidenden Zeitungschef Ove Saffe. Dabei haben sie nach MEEDIA-Informationen einen Berater aus Düsseldorf eingeschaltet. Er lockt potentielle Interessenten angeblich damit, dass sie mehr Gestaltungsmacht im vielschichtigen Funke-Imperium bekommen. Dafür sollen sie den Posten des Vorsitzenden der Geschäftsführung erhalten, der hierfür geschaffen wird.

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Andreas Schoo hat bei der Funke Mediengruppe schnell Karriere gemacht. Erst stieg der Jurist im April 2018 als Konzerngeschäftsführer für die Magazinsparte und die digitalen Aktivitäten ein, dann ernannte ihn der Gesellschafterausschuss im Juni 2019 zum Sprecher der Geschäftsführung. Seither trifft das dreiköpfige Führungsgremium aus Schoo, dem Zeitungschef und ehemaligen „Spiegel“-Geschäftsführer Ove Saffe sowie dem Finanzchef Michael Wüller Entscheidungen in enger Abstimmung miteinander. Dennoch: „Die bisherigen Berichtswege und die Geschäftsverteilung bleiben unverändert bestehen, Andreas Schoo verfügt jedoch in der neuen Funktion in allen Sach- und Personalfragen über das Letztentscheidungsrecht innerhalb der Geschäftsführung“, erklärte ein Sprecher der Verlagsgruppe im Juni.

Saffe auf dem Absprung

Wie das Führungsgremium und die Entscheidungskette künftig aussieht, wird sich zeigen. Der Grund: Ein Berater aus Düsseldorf ist derzeit dabei, einen Ersatz für Saffe zu suchen. Der frühere „Spiegel“-Geschäftsführer wird sich aus dem Unternehmen zurückziehen. Dabei lockt der Headhunter, wie aus Firmen- und Branchenkreisen zu hören ist, Interessenten mit einem gewichtigen Amt: dem Vorsitz der Geschäftsführung. Dieser soll angeblich deutlich mehr Macht und Befugnisse über den Essener Medienriesen in der Hand bekommen als in der derzeitigen Konstruktion der Sprecher der Geschäftsführung inne hat.

Dass den potenziellen Saffe-Nachfolgern dieser attraktiven Posten angeboten wird, liegt wohl an dem schwierigen Aufgabenfeld. Denn der Markt für Regionalzeitungen, in dem die Funke Mediengruppe unter anderem mit dem „Hamburger Abendblatt“, der „WAZ“, „Braunschweiger Zeitung“ und der „Berliner Morgenpost“ agiert, leidet seit Jahren unter Auflagen-, Anzeigen- und damit Renditeschwund. So macht vielen Zeitungen die digitale Transformation in der hart umkämpften Branche schwer zu schaffen. Viele Regionalzeitungsverlage suchen nach geeigneten Paid-Content-Modellen, um die Zeitungen unabhängiger vom gedruckten Medium und den Vermarktungserlösen zu machen, andere wie die Kölner DuMont Gruppe stellen gar ihr Zeitungsgeschäft zur Disposition. In diesem Umfeld einen Saffe-Nachfolger zu finden, ist deshalb keine leichte Aufgabe.

Gesucht: charismatischer Verlegertyp

Den Gesellschaftern der Funke Mediengruppe schwebt bei dem Chefposten wohl eine weitere Eigenschaft vor. Der größte deutsche Regionalzeitungsverlag wünscht sich einen charismatischen Verlegertypen, heißt es aus Branchenkreisen. Er soll eine Zukunftsvision mitbringen, um den Mitarbeitern des Essener Konzerns eine neue Aufbruchstimmung zu vermitteln. Favorisiert wird dabei wohl auch eine Persönlichkeit, die über gute Drähte in die Politik verfügt. Dabei werden Erinnerungen an den ehemaligen WAZ-Chef Bodo Hombach wach. Der frühere Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen hatte zehn Jahren lang die Geschicke des Essener Zeitungshauses gelenkt.

Ein Sprecher von Funke hält sich zu den Branchengerüchten auf Anfrage von MEEDIA bedeckt: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Personal-Spekulationen grundsätzlich nicht kommentieren.“ Fragen, ob die Funke Mediengruppe potenziellen Nachfolgern für Saffe den Posten des Vorsitzenden der Geschäftsführung anbietet, wurden zugleich nicht beantwortet.

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