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Projekt “Herkules”: Springer will auch “Bild”-Mitarbeitern mit Turbo-Prämie den Abschied erleichtern

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Der geplante Stellenabbau der "Bild"-Gruppe nimmt Fahrt auf. Nächste Woche wollen die Verlagsgeschäftsführung von Axel Springer und der Betriebsrat über die finanziellen Eckpunkte eines Freiwilligen-Programms verhandeln. Die Arbeitnehmervertreter erhoffen sich, eine höhere Prämie als die "Welt"-Kollegen zu erzielen. Doch Springer dämpft die Erwartungen. Eine "generelle Besserstellung von Bild gegenüber Welt wird es nicht geben", erklärt der Verlag.

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Noch steht nicht fest, in welchem Umfang Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner die “Bild”-Gruppe restrukturieren will. Bisher befürchtet der Deutsche Journalistenverband (DJV), dass der Berliner Medienkonzern rund 150 Stellen bei der roten Gruppe streicht. Vor allem die Außenredaktionen soll es treffen. Hier sind angeblich 65 Stellen von den Personalmaßnahmen bedroht. Aber auch bei der “Computer Bild” und in anderen Bereichen der Gruppe plant Springer, den Rotstift anzusetzen.

Nach der “Welt” will der Springer-Chef im Rahmen des Projekts “Herkules” für die “Bild”-Belegschaft ein Programm aufsetzen, um sie zum freiwilligen Ausscheiden zu bewegen. Dazu nehmen nach Informationen von MEEDIA die Verlagsgeschäftsführung und der Betriebsrat nächste Woche die Verhandlungen auf. Die Arbeitnehmervertreter hoffen, dass sie für die “Bild”-Belegschaft eine höhere finanzielle Entschädigung als die Kollegen der blauen Gruppe erhalten. Diese sollen auf das bis Juni 2022 gültige Rationalisierungsschutzabkommen eine finanzielle Prämie von 20 Prozent erhalten (MEEDIA berichtete). Eine Sprecherin von Springer hierzu auf Anfrage von MEEDIA:. “Geschäftsführung und Betriebsrat sind fortlaufend in Gesprächen. Geplant ist, auch bei ‘Bild’ den Mitarbeitern ein Freiwilligen-Programm anzubieten. Die Details werden jetzt gemeinsam ausgearbeitet. Bitte um Verständnis, dass wir den Gesprächen nicht vorgreifen möchten.”

Warum “Bild”-Leute auf mehr Geld hoffen
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Die “Bild”-Mitarbeiter hoffen auf eine höhere Prämie. Denn Döpfner will weite Teile des “Bild”-Imperiums umbauen, um die Ertragslage der unter Auflagenrückgängen leidenden Zeitungsgruppe zu verbessern. Da ist es nicht hilfreich, wenn Arbeitsgerichtsprozesse den Umbau verzögern. Zudem will der Springer-Chef die unbequemen Personalmaßnahmen schnell über die Bühne bringen, um wieder Ruhe in die rote Gruppe zu bringen. Doch eine Springer-Sprecherin dämpft im Vorfeld der Verhandlungen die Erwartungen der Mitarbeiter: “Wir wollen dem Verhandlungsergebnis nicht vorgreifen. Aber eine generelle Besserstellung von Bild gegenüber Welt wird es nicht geben. Bei der Ausgestaltung des Freiwilligenprogramms gelten für alle Bereiche die gleichen Vorgaben”.

Döpfner hat sich viel vorgenommen. Er beabsichtigt, das publizistische Flaggschiff des Berliner-Verlags im TV-Geschäft stärker zu etablieren. So soll der Digitalverlag einen eigenen Sender bekommen. Dazu stellt Springer rund 20 Millionen Euro an Investitionsmitteln bereit. Die “Bild”-Verlagsgeschäftsführung hofft, diese Summe durch neue Vermarktungserlöse im TV-Geschäft schnell wieder zu erwirtschaften. Unterdessen hat Kai-Hinrich Renner in seiner Medienkolumne weitere Details über die TV-Pläne verraten. Dazu gehört, dass der Sender nicht “Bild TV”, sondern nur “Bild” heißen soll. Geplant sei der Start angeblich zur Bundestagswahl 2021. “Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt lasse sich hier von einem zehnköpfigen Team beraten, dem auch Claus Strunz angehören soll. Der ehemalige Chefredakteur der “Bild am Sonntag” ist Chef von Springers TV-Produktionsfirma Maz & More, die das Sat.1 Frühstücksfernsehen verantwortet.

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Alle Kommentare

  1. [Doch eine Springer-Sprecherin dämpft im Vorfeld der Verhandlungen die Erwartungen der Mitarbeiter:

    “Wir wollen dem Verhandlungsergebnis nicht vorgreifen. Aber eine generelle Besserstellung von Bild gegenüber Welt wird es nicht geben.”]

    Das entscheidende Wort scheint mir hier “generell” zu sein.

    Ausnahmen sind damit also zumindest schon mal nicht ausgeschlossen.

    Na ja, und was dann Art und Umfang der “Ausnahmen” angeht, das kann ein sehr weites Feld sein. 🙂

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