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Nach Facebook-kritischem Post: Facebook drosselt Sichtbarkeit der “jetzt”-Seite wegen “Clickbaiting”

Die Facebook-Seite von “jetzt”
Die Facebook-Seite von "jetzt" Screenshot: Facebook

Facebook hat die Sichtbarkeit der Seite des "SZ"-Ablegers "jetzt" bei dem Network für zwei Wochen gedrosselt. Das Online-Magazin habe mit zwei Beiträgen verbotenes Clickbaiting betrieben, heißt es in einer Begründung. Nachvollziehen können das die Seitenbetreiber nicht – zumal sich einer der Beiträge kritisch mit Facebook auseinandersetzte.

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In ihrem Online-Magazin macht “jetzt” die Sache selbst publik – und geht so mit einem Thema in die Öffentlichkeit, das offenbar viele Medien betrifft. Facebook kann die Sichtbarkeit einer Seite für einen variablen Zeitraum einschränken, wenn es der Meinung ist, wiederholt Clickbaiting erkannt zu haben. Öffentlich ist jedoch kaum nachvollziehbar, welche Kriterien das Netzwerk hierfür nutzt – und ob hinter der Entscheidung ein Algorithmus oder ein Mensch steht.

Der Fall von “jetzt” ist jedoch besonders pikant, da sich einer der zwei deklarierten Beiträge kritisch mit dem sozialen Netzwerk auseinandersetzt. Das Online-Magazin hat spöttische Reaktionen auf das neue Unternehmenslogo von Facebook aggregiert und in dem Beitrag “Das neue Facebook-Unternehmenslogo sorgt für Spott auf Twitter” zusammengeschrieben. Facebook markierte diesen Post in der vergangenen Woche als “Clickbaiting” wie auch einen anderen Beitrag über LGBTQ-Proteste gegen die Fast-Food-Kette “Chick-fil-A”. Nach beiden Verstößen wurde die Sichtbarkeit der Seite vergangenen Donnerstag für zwei Wochen gedrosselt. Obwohl “jetzt” auf Facebook knapp 190.000 Fans hat, erreichen die Postings nun weniger Nutzer als üblich.

Forderung nach mehr Transparenz

Dass Facebook einen Beitrag, der sich kritisch mit dem Netzwerk auseinandersetzt, sanktioniert, ist mindestens unglücklich. Jedoch wirft der Fall die Frage auf, welche Kriterien das Netzwerk für solche Strafen ansetzt, die vielen Medien wegen des Reichweitenverlustes besonders wehtun.

Auf der Facebook-Seite steht dazu: “Clickbaiting liegt vor, wenn Herausgeber Links mit einer Überschrift posten, die Personen zum Klicken animiert, um mehr zu erfahren.” Und weiter: “Bei Clickbait werden entscheidende Informationen bewusst weggelassen oder die Einzelheiten einer Meldung übertrieben, damit sie bedeutender erscheint, als sie wirklich ist.”

Das bewusste Weglassen von Informationen könnte man lediglich dem zweiten Post über die Proteste vorwerfen. Die Überschrift von “jetzt” auf Facebook hieß dazu: “Fast-Food-Kette schließt nach Protesten die einzige Filiale in Europa.” Die Betreiber des Portals vermuten, dass Facebook den fehlenden Namen der Fast-Food-Kette als Clickbait einstuft. Der Facebook-kritische Post “Das neue Facebook-Unternehmenslogo sorgt für Spott auf Twitter” enthält im Titel aber keinerlei Verkürzung oder Übertreibungen – oder zumindest ist dies nicht ersichtlich.

Einen Einspruch gegen die Drosselung hat Facebook laut “jetzt” abgelehnt, Fragen dazu nicht beantwortet. Eine MEEDIA-Anfrage zu dem Thema steht noch offen.

Auch andere Redaktionen klagen

Das Problem scheint zudem nicht nur die “jetzt”-Redaktion zu betreffen. Auf Twitter äußert sich Daniel Drepper von “Buzzfeed”:

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Und auch das Online-Portal “Krautreporter” hatte mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Beim “Social Media Watchblog” schreibt der Reporter Bent Freiwald:

“Es ging um zwei Überschriften. Die erste: “Viele Kommunen haben ein Geldproblem – diese Bürgermeisterin hat es gelöst” Und die zweite: “Noch nie war es so einfach, sich ein gutes Gewissen zu kaufen”

In der Folge hatten die Posts lediglich zwischen einem und drei Likes. Die Drosselung zog sich offenbar über Wochen hin.

Update 14. November 2019, 8:35 Uhr: Auf MEEDIA-Nachfrage stellte ein Facebook-Sprecher klar:

Wir arbeiten daran, Clickbait besser zu erkennen und Verlegern mehr Informationen über unsere Maßnahmen zur Verfügung zu stellen. Wir können aber deutlich sagen: unsere Kriterien, Clickbait zu erkennen, sind unabhängig davon, ob Facebook – oder irgendein anderes Unternehmen – in einem Beitrag genannt ist.

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Alle Kommentare

  1. Sehr geehrter Bürger von Österreich

    Dies ist der schnelle Weg, sich zu etablieren, und in ein paar Tagen wurden Sie Millionär. Ich arbeitete in einem kleinen Laden in Österreich und bezahlte ein wenig Geld, mit dem ich einige Rechnungen in unserem Haus bezahlte, in dem Mama und mein Vater spät dran waren Seit mehr als 5 Jahren bin ich derjenige, der sich um die Familie kümmert und auf meiner Instagram-Seite mein Internet durchgesehen hat. Dann habe ich gesehen, dass mein Freund ein Luxusleben führte und Geld ausgab. Zuerst fiel mir etwas anderes ein, aber ich weiß, dass er es ist Ist ein Rapper, vielleicht hat er einen Plattenvertrag unterschrieben, ich versuche ihn zu kontaktieren, aber die Nummer hat keine Verbindung hergestellt. Nach ein paar Monaten kam er zurück, um einige seiner Freunde zu sehen, und er kam, um mich zu suchen, das war das Wesen von Mein Erfolg nach vielen Gesprächen, dann erzählte er mir das Geheimnis seines Erfolgs. Ich war, als würde er beurteilen, dass er etwas Schlechtes getan hat. Dann erklärte er mir und sagte mir, dass die Neue Weltordnung der Illuminaten nicht das ist, was ich denke. Dann erzählte er mir alles Gute, was er getan hat. Ich bin damit einverstanden, Mitglied zu sein, als ich mit Mr s Elizabeth, seine Patin in den Illuminaten, sagte mir nach vielen Fragen, ich solle Geld für das Waisenhaus spenden. Danach bekam ich 5 Millionen Euro für ein Haus und ein Auto. Mit der Zeit etablierten sie mich in einem guten Geschäft Ein Mitglied der Illuminati kümmert sich um Menschen, wenn Sie Mitglied der Neuen Weltordnung werden möchten. Illuminati nehmen Kontakt mit ihr auf. WhatsAppNumber: (+ 2347033155855) E-Mail an sie (Aldrichelizabeth49@gmail.com), wenn Sie Ihr Leben verändern möchten

    Herr Yannick Konstantin

  2. Es sind immer die gleichen Machwerke aus der trüben linken Ecke, die mit unlauteren Mitteln versuchen die breite Mehrheit zu suggerieren.
    Was machen nun deren Sprachrohre, die mit Verweis auf den “Shitstorm” den Meinungsterror weitertragen?
    Es kann ja nicht jeder bei wikipedia die Fakten manipulieren.

    1. Wer ist es denn, der tagaus, tagein versucht, die Kommentarspalten zu dominieren, wer grölt dauernd etwas vom „Volk“, um „die breite Mehrheit zu suggerieren“? Wer beansprucht, dass nur Rechte/Rechtsextreme dazugehören? Für wen ist alles andere als AfD schon links? Usw.

      Es ist im Gegenteil die trübe rechte(ste) Ecke und deren Sprachrohre, die ihre eigene Schwäche und wirres Gedankengut durch Wahnvorstellungen kaschieren muss.

  3. Artikel 5 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland: “Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.”

    Außer es tut ein globaler Konzern, und es ist zu mühsam, etwas dagegen zu unternehmen. Da muss man schon realistisch bleiben, so als Staat.

    1. Ausdermittagspause sagt:
      13.11.2019 um 10:40 Uhr

      Außer es tut ein globaler Konzern, und es ist zu mühsam, etwas dagegen zu unternehmen. Da muss man schon realistisch bleiben, so als Staat.

      Hahahaha! In welchem Elfenbeinturm leben Sie denn?

      Hier mal was copy und paste aus BILD online zum Thema Meinungsfreiheit in der Bundesrepublik:

      Bunt, tolerant und weltoffen wollen die Deutschen sein. Doch wenn es um die Freiheit zur eigenen Meinung geht, hört der Spaß schnell auf!

      Man könne seine Meinung zu bestimmten Themen nicht oder nur mit Vorsicht frei äußern, sagten 78 Prozent der Deutschen jüngst in einer Allensbach-Umfrage (FAZ), gut zwei Drittel (69 %) äußerten sich Anfang der Woche bei einer Sachsen-Umfrage von Infratest (MDR) ähnlich.

      Und auch in der jüngsten Shell-Jugendstudie beklagen 68 Prozent der Jugendlichen (12–25 Jahre), dass man nicht offen über zum Beispiel Migrationsprobleme diskutieren könne.

      Äußere man sich gesellschaftskritisch, müsse man mit Repressalien rechnen. „Es sei denn, es ist die Mainstream-Meinung, wo man sagt ,wir sind bunt‘ und ,Refugees welcome‘, wo man gesellschaftlich eigentlich nichts falsch machen kann.“

      Politikwissenschaftler Werner Patzelt (66, CDU): „Natürlich kann man in Deutschland seine Meinung frei äußern. Man hat aber mit sozialen Folgekosten zu rechnen, die sehr hoch sein können.“ Viele zögen deshalb „das Beschweigen ihrer Meinung dem Reden vor. Das freut zwar jene, die unerwünschte politische Positionen verstummen lassen wollen, (…) am Wahltag rechnen die dann ab, nämlich durch politisch erst recht unwillkommenes Wahlverhalten.“

      Die Originalquelle kann jeder schnell via einer Suchmaschine finden. Deswegen kein Hyperlink.

  4. Solange Facebook Nutzer wegen regierungskritischer Postings sperrt, scheint das niemanden zu interessieren, es trifft ja die “Bösen”. Wenn es mal die Guten – in diesem Fall die Süddeutsche – trifft, ist der Aufschrei groß. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Fakt ist, der Meinungskorridor in diesem Land wird immer enger, das politische Klima und die Diskussionskultur zunehmend vergiftet.

    1. Fakt ist, dass Schrottpresse Fakten behauptet, die aber nur Behauptungen sind. Klassische Opferrolle der “das wird man doch mal sagen dürfen” Fraktion, die aber alles jederzeit sagen und sich bei Widerspruch aufregen.
      Der Meinungskorridor ist breiter denn je, die Thesen lauter und aufgeregter, die Gegenrede auch.

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