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Kommentar: der wirklich ziemlich merkwürdige Satz des Holger Friedrich

Die neuen Eigentümer des Berliner Verlags: Silke und Holger Friedrich
Die neuen Eigentümer des Berliner Verlags: Silke und Holger Friedrich

In einem Interview mit der dpa schiebt der Verleger der "Berliner Zeitung" eine Erklärung für seinen umstrittenen Dank an Egon Krenz nach. Die könnte halbwegs zufrieden stellen. Wenn da nicht noch eine Äußerung wäre, die stutzig macht.

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Von Matthias Oden

Holger Friedrich, seit kurzem (Mit-)Verleger der “Berliner Zeitung”, hat zusammen mit seiner Frau Silke ein langes Antritts-Essay geschrieben, und dann, als die Reaktionen darauf, sagen wir, geteilter Meinung waren, noch einmal der dpa ein Interview gegeben. In diesem durchweg lesenswerten Stück stellt er manches klar und führt anderes weiter aus, auch den Dank des Verlegerpaares an Egon Krenz: In ihrer “Berliner Botschaft” schrieben die Friedrichs, Krenz gebühre Dank, weil er damals, als die Mauer fiel, nicht habe schießen lassen.

Das hat zu Recht für Reaktanz gesorgt — Krenz ist aufgrund seines Wirkens für das SED-Regime wegen Totschlags rechtskräftig verurteilt, hat mehrfach die Existenz eines Schießbefehls am “antifaschistischen Schutzwall” geleugnet. In Sachen Mauerfall nun ausgerechnet ihm zu danken… mindestens merkwürdig. Im Interview nun schiebt Holger Friedrich noch einmal eine Erklärung nach, die stark von der eigenen Erfahrung der Wendemonate geprägt ist: “Ich war zu dieser Zeit bei der Armee, bin wenige Wochen vorher von der Armee entlassen worden. Die Soldaten hatten die Munition, es war Urlaubssperre. Und es war allen von uns klar: Wenn das eskaliert, müssen wir hier ran.” Und darauf aufbauend: “Wenn jemand entscheidet, nicht zu schießen – auch wenn er vielleicht vorher in anderem Rahmen von Verantwortlichkeit agiert hat – wenn er in diesem Moment entscheidet, nicht zu eskalieren, sondern einen Schritt zurück zu gehen, dann bin ich ihm persönlich dankbar.”

Das macht die Sache mit Krenz und dem Dank zumindest ein Stück weit nachvollziehbarer, wenn auch die ganz leise Ahnung bestehen bleibt, dass die Friedrichs für ihren Dank durchaus andere Personen jener Zeit hätten finden können, die ihn vielleicht ein kleines bisschen mehr verdient hätten als Egon Rudi Ernst. Aber gut.

Man hätte man also auch dieses Thema irgendwie beiseite legen können, wenn nicht Holger Friedrich in diesem Zusammenhang einen anderen Satz hätte fallen lassen: “Ich kann es aber nicht nachvollziehen, wenn jemand, der danach geboren wurde, sich zu einem kräftigen moralischen Urteil aufschwingt, weil er zu der Zeit nicht dabei war.” Und weil die Friedrichs wichtige Themen gerne in Fragen angehen, soll an dieser Stelle auch mit einer geantwortet werden: Meint er das ernst? Wirklich jetzt?

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Falls ja, dürften Friedrich zufolge moralische Urteile über Geschehnisse nur noch von Zeitzeugen gefällt werden, am besten nur noch von denen, die auch wirklich “dabei” waren (und da schwingt ja implizit mit: so nah dran wie er selbst, also wirklich sehr nah). Was so ziemlich jede Debatte über alles absägt, was bereits ein bisschen in der Vergangenheit liegt. Zugegeben, das würde gerade uns Deutschen manches echt bequemer machen — Stichwort NS-Vergangenheit und so.

Und dann gibt es ja auch noch den Deutschen Herbst, den Paragraphen 175, die Schwarzgeldaffäre, und und und. Können wir alles vergessen. Denn Vergangenes hilft, Heutiges zu verstehen und Leitplanken für Morgiges zu entwerfen. Dazu ist aber zwingend notwendig, sich mit der Vergangenheit auf einer Ebene auseinandersetzen, die über reine Fakten und Zahlen hinausgeht. Dazu muss man sich ein Urteil über sie bilden. Spönne man Friedrichs Satz nun konsequent fort, bliebe späteren Generationen eine Urteilsfindung über den Atomausstieg erspart, über die Währungspolitik unserer Zeit, die Flüchtlingspolitik, die Wohnungspolitik, die AfD, über einfach alles. Alles, was quasi nicht im eigenen Livestream an einem vorübergezogen ist: Ende Gelände. Kein Recht auf Meinungsbildung.

Und das von einem, der explizit ausgezogen ist, um Diskussionen zu starten.

Holger Friedrich hat in dem Interview auch noch gesagt, dass sein Dank an Krenz für die Mutter eines Mauertoten “ein sehr schwieriger Satz” sei. Sagen wir mal so: Der Satz hat Gesellschaft.

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Alle Kommentare

  1. Unabhängig von Politik, Befindlichkeiten, branchenüblichen Distinktionslogiken und Personen wird Berlin zum Brennpunkt, an dem die Zukunft von Pressefreiheit, dem Prinzip Zeitung und digitalen Transaktionsökonomien entschieden wird.

    Die Kernfragen sind ökonomischer Natur:

    Werden Zeitungen zu Eintrittspforten großer Digitalkonzerne, die Wertschöpfung aus Stadtgesellschaften ausleiten, und Kapital in Steueroasen speichern?

    Oder machen Zeitungen Stadtgesellschaften zu Lebensräumen, Märkten und Arbeits- und Kulturräumen, in denen Stadtbürger hilfreiche und komfortable Technologien nutzen, um individuellen und gemeinschaftlichen Erwerb, Prosperität und nachhaltigen Wohlstand in “SmartCities und connected Smart Regions” zu entwickeln?

  2. Über die freundschaftlichen, fast brüderlichen Kontakte bundesdeutscher Politiker zu Krenz (ein Beleg von vielen der Brief von Helmut Schmidt nach dessen Besuch in der DDR) spricht niemand mehr.
    Woher wissen eigentlich die vielen Besserwissen-Wessis, dass Panzer etc bereit standen oder Blutkonserven? Abschließend- Hauptverantwortung für die Situation an der Grenze hatte die UdSSR und ihr oberster Chef Michael Gorbatschow.

    1. Bereits im Oktober 1989 waren Fallschirmjäger nach Leipzig abkommandiert. Desweiteren waren die in der Nähe stationierten Truppen alarmiert und warteten auf einen Einsatzbefehl.

      Woher ich als Wessi das weiß ?
      Weil in meinem Freundeskreis ein ehem. Politoffizier der NVA ist, der nur darauf wartete, in Leipzig einzurücken und die Konterrevolution zu beenden.

      Es wurde sehr schnell unter regimetreuen Offizieren spekuliert, daß bei ihren Befehlshabern Leute mit (West-)Geldkoffern aufgetreten seien.

      1. Ja, am 09. Oktober liefen Vorbereitungen, die Leipziger Demonstrationen ein für allemal gewaltsam zu beenden. Ich war zu der Zeit als Wehrpflichtiger bei der Bereitschaftspolizei und habe diese Tage miterlebt. Ja, Panzer und scharfe Bewaffnung wurden bereitgemacht, von den Blutkonserven habe ich von Bekannten auch gehört. Die Armee war auch in Einsatzbereitschaft.
        Allerdings ist es total unglaubwürdig, dass Friedrich(lt. dpa-Interview), der im August 1989 aus der NVA entlassen wurde, mit anderen Soldaten darüber diskutiert haben will, ob sie schießen würden. Die erste Leipziger Montagsdemo (mit ein paar Dutzend Teilnehmern) fand Anfang September statt. Im Sommer 89 gabe es – abgesehen von einigen tausend Ausreisewilligen in der Botschaft von Prag – noch keine Massenproteste, und damit niemanden, auf den man hätte schießen können. Ein solches Szenario war damals noch gar nicht absehbar. Wenn also Friedrich unter Verweis auf seine eigenen Erfahrungen bei der Armee und seiner Angst, gegen Demonstanten eigesetzt zu werden, Egon Krenz dankt, ist das ziemlicher Blödsinn. Ein Einsatz der NVA gegen Demonstranten war bis September 89 noch gar nicht absehbar, und hatte es in den letzten Jahren auch nie gegeben. Zu dem Zeitpunkt hatte Stasi und normale Polizei das noch allein unter Kontrolle, selbst Bereitschaftspolizei war da selten im Einsatz. Abgesehen davon, dass völlig unklar ist, ob Krenz irgendeinen Anteil daran hatte, dass nicht geschossen wurde. In der Zeit vor Oktober 89 gehörte Krenz jedenfalls eher zu den Scharfmachern, und gratulierte den Chinesen zur Niederschlagung des Aufstandes am Platz des Himmlischen Friedens.

  3. Der Satz von Holger Friedrich ist ein authentisches Mißgeschick, dem nicht nur mit moralischen Rigorismus zu begegnen ist. Ich verstehe es als ehrlichen Versuch, den inneren persönlichen Konflikt beim Bruch das alten Machtregimes öffentlich zu machen.

    Aus einer Perspektive des ehemaligen Soldaten der NVA ist der Dank an Krenz so durchaus nachvollziehbar.

    Doch Internierungslager, Verhaftungslisten und Bereitstellung von Kampfgruppen und örtliche Parteiführungen waren am entscheidenden Tag schon in Bereitschaft. Diese Bereitschaft war lang vorbereitet.

    Krenz hat selbst erkennen lassen, dass er unter dem Druck der Situation eher widerwillig auf Gewalt verzichtet hat, weil er sich bewußt war, dass er damit die Errungenschaften das Sozialismus opfert ( in einem seiner Stadtgespräche mit Zuschauern im Wahlkreis Dagmar Enkelmann, Bernau im Jahr 2008 – ich habe zugehört).

    Ich habe auch so eine historische Person, der ich zu danken habe:

    Waldemar „Schrecki“ Schreckenberger. Im Frühjahrs 1989 hat er die Nato-Übung Wintex/Cimex 89 im Ahr-Bunker als Übungskanzler (Manöver-Jargon „BK-Üb“) geleitet, und die Übung abgebrochen, als er einen Atomschlag auf deutschen Boden hätte auslösen müssen.

    Das Eis des Kalten Krieges brach damit …
    … es wurde mir erst beim Lesen des neuen Buches von Kristina Spohr: »Wendezeit« – Die Neuordnung der Welt nach 1989 bewußt.

    Mein Fazit:
    Die Deutsche Einheit hat viele biografische Brüche und Facetten hinterlassen, die wir besser verstehen lernen sollten. Mich interessiert daher auch, welche Reiter auf hochbeinigen Rössern wutschnaubend durch die Foren und Lande reiten.

  4. Abseits der inhaltlichen Diskussion: Gibt es eigentlich ein Korrektorat bei Meedia? Wäre eine sinnvolle Investition.

  5. Irgendwie interessant, wie negativ die Kommentare aus dem Medienbereich zu den Friedrichs sind.

    1. Ja, das kann man konstatieren.

      Von herablassend bis zynisch ist alles dabei.

      Was fehlt, jegliche Auseinandersetzung mit den vielen richtigen Ansätzen der beiden.

      1. Ich sehe da eher selbstgefälliges Gerede, das sie sich erlauben können, weil sie das Geld haben, um das jetzt gedruckt zu sehen.

        Wer noch einen A. Schleicher, trotz dessen permanenten Versuchen der Desinformation, befragt, sollte in Sachen Bildung den Mund halten.

        Zu Krenz: Hätte er von der GSSD den Einsatzbefehl bekommen, hätte er die bereitstehenden Truppen eingesetzt … oder wäre sofort abgesetzt und durch einen Hardliner ersetzt worden.

        … mir würde noch mehr einfallen. 🙂

    2. Meine Kritik in diesem Kommentar bezieht sich ja nicht auf das verlegerische Unternehmen, dass sich die Friedrichs gesetzt haben, gar nicht. Das ist hochspannend. Sondern allein auf die Egon-Krenz/Debattendeutungs-Äußerungen von Holger Friedrich. Und die halte ich für wirklich problematisch.

      1. So problematisch offenbar, dass gleich mal Godwins Law bemüht wird, klar. ” Stichwort NS-Vergangenheit und so”
        Prima, eine konstruktive ausgewogene Sicht. Und gleich noch mal Begriffsverschwurbelung zum Distinktionsgewinn am Anfang – “Reaktanz” statt Reaktion klingt auch gleich viel schicker und gibt ein Soziologie-Fleissbienchen

      2. Natürlich muss man die NS-Epoche bemühen. Wie wir mit dieser Epoche der deutschen Geschichte umgehen, ist Prüfstein für alles andere. Man formuliere auf Friedrich’sche Art “über das Dritte Reich kann nur urteilen, wer dabei war”, und prüfe die Reaktionen. Diese Haltung ist bestenfalls naiv.

      3. “dürften Friedrich zufolge moralische Urteile über Geschehnisse nur noch von Zeitzeugen gefällt werden”

        Wer lesen kann, ist im Vorteil. Die Aussage von Friedrich bezieht sich gar nicht auf moralische Urteile über Geschehnisse, sondern auf moralische Urteile über die Krenz-Bedankerei von Friedrich.

        Insofern geht Ihr ganzer Kommentar ins absolute Leere. Peinlich, wenn Journalisten schon nicht mehr lesen können.

      4. Es ist doch so @Sprachwissenschaftler: Wenn Friedrich sagt, ein moralisches Urteil an seinem Dank darf sich nur der erlauben, der damals mit dabei gewesen ist, dann heißt das in nächster Ableitung eben auch: Nur wer mit dabei gewesen ist, darf moralisch über die Geschehnisse urteilen.
        Denn Friedrich urteilt mit seinem Dank an Krenz über die damaligen Geschehnisse. Wer diesen Dank beurteilen will, kann das nur machen, indem er im Vorfeld den Gegenstand seines Danks beurteilt. Dank an sich ist moralisch erstmal wertfrei – er kann nur durch die Sache, der er gilt, zu etwas Anstößigem werden. Und das ist ja auch ein Grund, warum die Argumentation so bedenklich ist: Wenn Friedrich nun sagt, sein Dank darf nur beurteilen, wer dabei gewesen ist, sagt er letztlich: Nur wer dabei gewesen ist, darf über Damals urteilen. Denn es wäre sinnfrei argumentiert, stünde einem ein Urteil über die damaligen Geschehnisse zu, nicht aber ein Urteil über ein Urteil der Geschehnisse.

      5. Eine Frage an Matthias Oden,

        hätte ein deutscher Wehrmachtssoldat, der Stalingrad überlebt hat, nach dem Ende des zweiten Weltkriegs General Paulus öffentlich dafür danken dürfen, dass er in Stalingrad kapitulierte? Und nicht wie von Hitler gefordert bis zum letzten Mann gekämpft hat. Und das ganze obwohl der Soldat und der General wahrscheinlich an Verbrechen gegen die Menschlichkeit beteiligt gewesen waren.

      6. @hovo: Die Frage, die ich in dem Kontext viel interessanter finde, ist die, warum Paulus in einer hoffnungslosen Situation erst so spät kapituliert hat und damit Tausende seiner Soldaten sinnlos geopfert hat. Von Nicht-Danken-Dürfen war übrigens auch nicht Rede. Es geht mir darum, das sich jeder über den Dank an einer Person der Zeitgeschichte ein Urteil bilden können dürfen muss und sollte. Und nicht nur die, die dabei gewesen waren.

    3. Ich bin Abonnent der Berliner Zeitung. Ich finde das Engagement der Friedrichs eigentlich klasse – also ich meine, sich heutzutage eine Zeitung zu kaufen ist schon ein Signal.
      Aber die Texte in der Ausgabe 8.11. – sowohl der – ja was? Kommentar? Leitartikel? Mission Statement? Editorial? Rant? – als auch das Interview mit Krenz haben mich stark irritiert. Und wenn Holger Friedrich nun meint, man könne ein Ereignis nur bewerten, wenn man mindestens Zeitgenosse, am besten Augen- und Ohrenzeuge war – wie will man dann politische Konsequenzen für morgen aus den Ereignissen von gestern ziehen.
      Und da kommt einem Deutschen natürlich sofort das Naziregime in den Sinn. Wir können aber auch den Wiener Kongress, den Vormärz, die Paulskirche, die Sozialistengesetze, den Kolonialismus, die Wiederbewaffnung oder den Mauerbau meinen. (Um die Liste vor meinem Geburtsjahr abzuschließen)

  6. Krenz hat ja als einer der ersten kommunistischen Politiker den Chinesen damals gratuliert, weil sie “für Ordnung gesorgt haben”. 1989 war ich erst 10 Jahre alt und habe vieles noch nicht verstanden, aber ich wußte, daß wir “drüben” im “zweiten Deutschland”, Verwandte hatten, die uns jedes Jahr zu Weihnachten ein Paket schickten ( und wir ihnen ), in denen für mich immer schöne Kinderbücher waren.

    Mein Vater meinte, wenn es in der DDR mal brodelt wie in Peking, dann wird der Krenz den Schießbefehl erteilen.
    Krenz hat vieles zu verantworten, was in der DDR schief lief und er hat auch seinen Anteil an den vielen Regierungsstraftaten dort, siehe Kommentar,
    trotzdem muß man ihm zugute halten, daß er eben nicht die “chinesische Lösung” gewählt hat, die er noch in der Volkskammer bejubelt hat, nur wenige Monate vorher.
    Wahrscheinlicher wären ohnehin “rumänische Verhältnisse” gewesen, da sich viele bei Polizei und Armee dem Einsatzbefehl verweigert hätten, aber es hätte sicher Tausende Tote gegeben !
    Sicher spielte auch Angst bei Krenz eine Rolle, selbst bei Unruhen erschossen zu werden. Aber er ( und das ZK ) hätten auch den Schießbefehl erteilen und sich nach China oder Nordkorea absetzen können.
    Man muß dies eben auch bedenken und anerkennen, bei allem was Krenz und Co. auf dem Kerbholz haben.

  7. Dieses Antritts-Essay ist der Anfang vom endgültigen Aus für die Berliner Zeitung. Jede Wette. Wer Lobhudeleien auf den Genossen Krenz lesen will, ist mit dem Neuen Deutschland, der TAZ und der Süddeutschen schon bestens bedient.

    1. Das ist ja EIN Problem der Berliner Zeitung, SED Kader gehören eben zu den Kernlesern.
      Absolut unmöglich, allen Lesergruppen gerecht zu werden, insbesondere in der aufgeheizten politische Lage.
      Diese Übernahme war einfach eine dumme Idee.

      1. Es ist Problem, daß die SED schleichend “entkriminalisiert” werden soll. Von den Einen – vllt. die Friedrichs – aus linksliberalem Habitus, von Anderen gezielt.

        Das fing damit an, die Stasi zu dämonisieren … als hätte die nicht von der SED die Befehle erhalten. Aus polittaktischen Gründen werden die Antizionisten der DDR (und der Grünen) nun auf einmal als “Freunde Israels” umgerubelt.

        Nun sieht man die Bemühungen, die SED als eine Art “Mauerfall-Partei” zu konstruieren. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, daß eine wirkliche Auseinandersetzung mit den Versuchen von Christa Wolf u.a., ihre DDR zu erhalten nie erfolgt ist.

    2. Die Süddeutsche Zeitung ist in Ihrer Auflistung absolut fehl am Platze, bei den anderen beiden “Zeitungen” stimme ich Ihnen aber zu.

      1. Über die freundschaftlichen, fast brüderlichen Kontakte bundesdeutscher Politiker zu Krenz (ein Beleg von vielen der Brief von Helmut Schmidt nach dessen Besuch in der DDR) spricht niemand mehr.
        Woher wissen eigentlich die vielen Besserwissen-Wessis, dass Panzer etc bereit standen oder Blutkonserven? Abschließend- Hauptverantwortung für die Situation an der Grenze hatte die UdSSR und ihr oberster Chef Michael Gorbatschow.

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