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Schwierige Erlöslage und Restrukturierungskosten: Springers Gewinn bricht im dritten Quartal ein

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Ein Wort, das im jüngsten Quartalsbericht der noch börsennotierten Axel Springer SE häufiger fällt, ist "langfristig". Vielleicht auch darum, weil kurzfristig das Konzernergebnis u.a. wegen der aktuellen Restrukturierungskosten nicht sonderlich fröhlich ausfällt. Der Umsatz sank in den ersten neun Monaten des Jahres um 2,7% auf 2,26 Mrd. Euro. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (EBITDA) stürzt um fast 20 Prozent auf 439,8 Mio. Euro ab.

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Dieser Rückgang sei teilweise durch Konsolidierungseffekte bedingt, heißt es vom Unternehmen. Ohne Konsolidierungs- und Währungseffekten beträgt der Rückgang aber immer noch rund 15 Prozent. Einen wesentlichen Anteil am Rückgang hätten Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen im Unter-Segment News Media National. Hier plant Springer einen umfangreichen Stellenabbau und Maßnahmen, wie die Zusammenlegung der Redaktionen von “Bild” und “Bild am Sonntag”. Gleichzeitig soll in neue, vorzugsweise digitale Projekte investiert werden (MEEDIA berichtete).

Unterm Strich blieb somit auch wesentlich weniger hängen als im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Konzernüberschuss sank um satte 32 Prozent auf 174,5 Mio. Euro. Derzeit geht man bei Springer davon aus, dass der Einstieg des US-Finanzinvestors KKR im vierten Quartal 2019 oder spätestens im ersten Quartal 2020 abgeschlossen werden kann. Dann hat es wohl bald auch ein Ende mit dem für Springer so lästigen Berichtszwang als börsennotiertes Unternehmen. Sowohl KKR als auch Springer-CEO Mathias Döpfner wollen das Medienhaus nach vollzogenem Einstieg von KKR von der Börse nehmen. Döpfner bezeichnete das so genannte Delisting im Intranet des Hauses gar als “persönlichen Traum” (MEEDIA berichtete). Der Leidensdruck in dieser Beziehung scheint immens zu sein.

Auch im Vorzeige-Segment mit den digitalen Kleinanzeigen, Classifieds Media genannt, lief es zuletzt nicht mehr ganz so rosig. Die Erlöse stagnierten praktisch mit einem Mini-Plus von 1,3 Prozent bei 901,5 Mio. Euro. Das bereinigte EBITDA, also der operative Gewinn, der Classifieds Media verringerte sich um 2,7 Prozent auf 344 Mio. Euro.

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Im Segment News Media, dem traditionellen Mediengeschäft, ging der Umsatz gar um 5,7 Prozent auf 1 Mrd. Euro zurück. Schuld seien im wesentlichen die Rückgänge im Print-Geschäft und Konsolidierungseffekte. Bei den Digitalabos kommen “Bild” und “Welt” mittlerweile zusammen auf über 550.000 zahlende Kunden, wobei der Löwenanteil nach wie vor bei der “Bild” liegt. Richtig finster sieht es beim operativen Gewinn (bereinigtes EBITDA) im Segment News Media aus. Dieses stürzte um 51,7 Prozent auf 79,8 Mio. Euro regelrecht ab. Grund sind freilich die bereits erwähnten Rückstellungen aber auch eine insgesamt rückläufige Umsatzentwicklung.

Die Erlöse des Segments Marketing Media lagen mit 300,7 Mio. Euro 2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Als Grund wird hier der Verkauf von aufeminin angegeben.

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Alle Kommentare

  1. Ich sehe rabenschwarz für die “WELT”, daß gucken sich die Amis nicht lange mit an. Und die Merkeltreue Redaktion tut alles um weitere Lesermassen zu vergraulen.

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