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Facebook-Mitarbeiter fordern anderen Umgang mit politischer Werbung im Sozialen Netzwerk

Screenshot: © CNBC
Unter Dauerdruck: Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Laut einem Bericht der "New York Times" haben über 250 Facebook-Mitarbeiter einen Brief an Gründer und CEO Mark Zuckerberg unterzeichnet, in dem ein anderer Umgang mit politischer Werbung auf dem Sozialen Netzwerk gefordert wird. Facebook will politische Anzeigen bisher keinem Factchecking unterwerfen.

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Facebook hatte verkündet, dass für politische Werbekampagnen andere Regeln gelten als für allgemeine Werbung. Da Äußerungen von Politikern generell Nachrichtenwert haben, werden sie von Facebook nicht entfernt, auch wenn sie gegen die Community-Standards verstoßen (MEEDIA berichtete).

Facebook wolle sich nicht in den politischen Kurs einmischen, heißt es zur Begründung. Auch eine Faktenüberprüfung wie bei Medienartikeln werde es nicht geben – es sei denn, ein Politiker teilt einen als “fragwürdig” eingestuften Artikel. Eine Ausnahme macht Facebook nur dann, wenn der Post beworben wird. Dann fällt er wieder unter die Community-Standards und muss zudem die Werberichtlinien beachten.

Das Vorgehen von Facebook zog bereits massive öffentliche Kritik auf sich, auch aus den Reihen der Politik. Auch intern ist das Vorgehen offenbar hoch umstritten. So berichtet die “New York Times”, dass über 250 Facebook-Mitarbeiter sich in einem Brief an CEO-Mark Zuckerberg gewendet haben und diesen auffordern, den Umgang mit Politiker-Statements und -Anzeigen zu ändern. “Missinformation geht uns alle an”, heißt es in dem Brief und weiter: “Unsere aktuellen Regeln zum Factchecking von politischen Amtsträgern oder Personen, die sich um ein Amt bewerben, gefährden das, wofür FB steht.” Die aktuellen Regeln würden keine Stimmen schützen, sondern es Politikern ermöglichen, die Plattform zu missbrauchen.

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Die Mitarbeiter fordern in dem Schreiben, dass Facebook politische Werbung mit Falschaussagen entfernt, so wie dies auch mit anderer Werbung geschieht. Außerdem sollte politische Werbung deutlicher von nicht bezahlten Inhalten unterscheidbar sein, die Targeting-Möglichkeiten für politische Werbung auf Facebook sollte eingeschränkt werden, Facebook sollte Ruheperioden vor Wahlen einhalten, was politische Werbung betrifft, und es sollte eine Obergrenze eingeführt werden, was Politiker für Facebook-Werbung ausgeben dürfen.

Facebook selbst hat die Einlassungen der Mitarbeiter begrüßt: “Facebooks Kultur ist auf Offenheit aufgebaut und wir schätzen, dass unsere Mitarbeiter ihre Gedanken zu diesem wichtigen Thema artikulieren.” Facebook bleibe engagiert, politische Äußerungen nicht zu zensieren und würde weitere, zusätzliche Schritte prüfen, politische Werbung transparenter zu machen, hieß es.

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