Partner von:
Anzeige

Kaum Fragen? Springer-Chef Mathias Döpfner verzichtet vorerst auf Telefonkonferenzen mit Journalisten

Axel Springer-CEO Mathias Döpfner
Axel Springer-CEO Mathias Döpfner

Axel Springer stellt nach dem Einstieg des US-Finanzinvestors KKR seine Öffentlichkeitsarbeit um. Erstmalig im November soll die übliche Telefonkonferenz des Vorstands entfallen, um Journalisten die Quartalsergebnisse und die Entwicklung des Unternehmens zu erläutern. Zudem plant das Unternehmen, auch Calls mit Aktienanalysten einzustellen.

Anzeige

Wenn die börsennotierte Axel Springer SE ihre Quartalsergebnisse präsentierte, standen Vorstandschef Mathias Döpfner und Finanzvorstand Julian Deutz Journalisten in den vergangenen Jahren stets Rede und Antwort. Doch das ist jetzt vorbei – zumindest vorerst im November, wenn der Konzern seine Ergebnisse für die ersten neun Monate präsentiert. Wie eine Sprecherin von Springer auf Anfrage von MEEDIA betont, will der Konzern hierauf “erst mal zu Q3” verzichten. “Denn wir haben festgestellt, dass die Nachfrage bei den Journalisten nach Formaten dieser Art in den letzten Jahren nachgelassen hat und auch kaum die Gelegenheit genutzt wird, Fragen zu stellen”, so die Verlagssprecherin.

Ob im nächsten Jahr quartalsweise weitere Telefon-Konferenzen mit Pressevertretern stattfinden, ist damit wohl offen. Dennoch: “Eine Bilanzpressekonferenz werden wir aber sicher machen und selbstverständlich stehen wir auch zu den Quartalszahlen für alle Fragen zur Verfügung”, so die Sprecherin.

Dass der Springer-Vorstand gerade die Telefonkonferenz im November als direkte Ansprache mit Pressevertretern meidet, ist ungewöhnlich. Gerade jetzt ist der Gesprächsbedarf der Pressevertreter größer denn je. So steht das Berliner Medienhaus vor einer der größten Umbau- und Personalmaßnahmen in der Geschichte des Unternehmens. Denn Springer-Chef Mathias Döpfner plant unter anderem, die Redaktionen von “Bild” und “Bild am Sonntag” zusammenzulegen und die “Welt”-Gruppe zu straffen.

Begleitet wird die Neuausrichtung von massiven Personaleinschnitten. So ist die Rede davon, dass allein in den Redaktionen der “Bild”- und “Welt”-Gruppe mehrere hundert Mitarbeiter dem Rotstift zum Opfer fallen sollen. Auch die Holding soll massiv umgebaut und möglicherweise entsprechende Funktionen dezentral auf die jeweiligen Tochtergesellschaften verteilt werden. Unklar ist auch, wie Axel Springer seinen Vermarkter Media Impact aufstellt. Seit Wochen verdichten sich die Spekulationen, dass Springer das gemeinsame Joint Venture mit der Funke Mediengruppe auflöst, um neue Wege einzuschlagen. Im Zuge des Umbaus sollen aber ebenfalls massiv Stellen abgebaut werden.

Anzeige

Der neue Kurs in der Öffentlichkeit trifft auch die Wertpapierspezialsten von Banken und Fonds. So sind Analystencalls künftig passe. “Ja, die entfallen, da wir aufgrund des Übernahmeangebots durch KKR ja nur noch einen geringen Free Float haben und weil wir demzufolge ja auch schon einige Zeit nicht mehr im MDAX gelistet sind, wird Axel Springer kaum noch von Analysten gecovert”, erklärt eine Verlagssprecherin. Trotzdem wolle das Unternehmen an Investor Relations festhalten. “Wir liefern über unseren Bereich Investor Relations auch künftig, da wir ja weiterhin ein an der Börse gelistetes Unternehmen sind, alle erforderlichen Informationen. Der Umfang und der Aufwand richten sich aber natürlich auch nach der laufenden Nachfrage von Investoren- und Analystenseite“, erklärt Springer.

Fraglich ist nur, wie lange. Sollte der amerikanische Miteigner KKR Axel Springer von der Börse nehmen, dürfte die IR der Berliner wohl nicht mehr lange in der derzeitigen Form bestehen bleiben. Ob und wann es zu einem Delisting kommt, ist derzeit offen: “Bisher hat KKR nur seine Absicht angekündigt, ein Delisting nach Vollzug des Angebots vorzuschlagen, eine Entscheidung darüber ist noch nicht getroffen. Der Vollzug des Angebots steht weiterhin unter dem Vorbehalt rechtlicher Freigaben”, erklärt eine Verlagssprecherin gegenüber MEEDIA.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia