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DJV rügt “publizistischen Kahlschlag”: Angeblich will Axel Springer rund 150 Stellen bei “Bild” und “Welt” streichen

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Der geplante Stellenabbau bei der zu Axel Springer gehörenden "Bild" scheint sich zu konkretisieren. Nach Angaben des Deutsche Journalistenverbands (DJV) will der Berliner Medienkonzern unter anderem in den Außenredaktionen der "Bild"-Zeitung 65 Stellen streichen, die "Auto Bild" soll 39 redaktionelle Arbeitsplätze einbüßen, die Redaktion der "Computer Bild" soll um 13 Stellen verringert werden. Insgesamt sollen rund 150 Stellen wegfallen.

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Der von Vorstandschef Mathias Döpfner angekündigte Personalabbau bei der “Bild”- und bei der “Welt”-Gruppe nimmt konkrete Formen an. Nach Informationen des Deutschen Journalistenverbands (DJV) will der Berliner Medienkonzern Axel Springer in den Außenredaktionen der Bild-Zeitung 65 Stellen streichen, die “Bild”-Ausgabe in Chemnitz soll aufgegeben werden, in Bremen solle eine von zwei freien Stellen dauerhaft nicht wiederbesetzt werden, heißt es.

Auch “Auto Bild” und “Computer Bild” betroffen

Auch die “Auto Bild” trifft der Personalabbau. Laut DJV sollen hier 39 redaktionelle Arbeitsplätze wegfallen. Die Redaktion der “Computer Bild” soll 13 Stellen einbüßen. Die Redaktion der “Welt” soll laut Gewerkschaftsangaben um 30 Köpfe schrumpfen. Verwirrung, so der DJV, herrsche derzeit noch um die berufliche Zukunft der “Bild”-Fotografen. So soll die Zentralisierung in Berlin beschlossen sein, “jedoch ohne die Bildjournalisten in den Regionen”, so die Gewerkschaft. Offen sei “noch die Situation in Berlin, wo ‘Bild’, ‘B.Z.’ und ‘Bild am Sonntag’ redaktionell zusammengelegt werden sollen”, so der DJV. Klar sei aber, dass “Springer mit der Gründung eines Sport- und eines Fotokompetenzzentrums weitere Tarifflucht betreibt”, betont die Gewerkschaft.

Damit würden rund 150 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen. Zuletzt hieß es vage, dass man bei der “Bild”- und “Welt”-Gruppe rund 20 Prozent des Personals einsparen wolle. Der Deutsche Journalisten-Verband fordert den Springer-Konzern auf, beim Unternehmensumbau auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. “Es gibt keinerlei Veranlassung zu sozialen Härten”, mahnte DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall erneut. Er kritisierte zudem die Pläne als “publizistischen Kahlschlag, mit dem keine Qualitätsoffensive möglich ist”.

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Springer: “Details werden jetzt erarbeitet”

Springer betont hierzu auf Anfrage von MEEDIA: “Bitte haben Sie Verständnis, dass wir momentan keine Aussage zu Zahlen machen können und Spekulationen dazu auch nicht kommentieren. Fakt ist: Im gesamten Bereich News Media National sollen in den nächsten drei Jahren insgesamt mehr als 100 Millionen Euro investiert werden. Zugleich soll bei News Media National die aktuelle Kostenbasis durch strukturelle Maßnahmen um 50 Millionen Euro gesenkt werden. Konkret bedeutet dies wie angekündigt eine Personalreduktion in den Verlagsstrukturen, den Redaktionen, bei Media Impact und Sales Impact. Daraus ergeben sich Einsparungen bei bestimmten Funktionen. Die Details werden jetzt erarbeitet. Es können sich daraus sehr unterschiedliche Zahlen ergeben, daher können wir das jetzt noch nicht beziffern.”

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Alle Kommentare

  1. Haltungsjournalisten und Gesinnungs-Leserschaften sind aber sowas von 60plus,
    … dass es lohnt, in Fremsprachen für junge Citizens zu investieren.

    Übersetzung geht in fastEchtzeit … multiliguale Kollaboration auch …

    Get smart Citizens.

  2. Zukünftig muss eben der Steuerzahler den grün-versifften Rotz deutscher Medienschaffender zahlen, wenn schon der Verbraucher sich sträubt.

  3. Tarifflucht -daher weht der Wind.
    War schon leicht irritiert, dass die Populisten vom DJV sich jetzt für die Springerpresse einsetzen, die sie sonst ja für die Ausgeburt der Hölle halten.
    Da hat man wohl Schiss zukünftig mit dem Rad ins Büro radeln zu müssen, weil die Mitgliedsbeiträge nicht mehr hergeben.

  4. Jetzt werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Entweder KKR trennt sich von den Haltungsjournalisten und besetzt die konservative Medienlücke neu. Oder man hält die Hand über jene aus Angst vor einer kleinen lautstarken Elite und entlässt dann in 5-10 Jahren, wenn die Zahlen noch weiter in den Keller gehen nochmal 150.
    Newsblogs von freien Journalisten sind schon eine ganze Weile erfolgreicher als viele Meinungsmagazine. Von Youtubern im Nachrichtenformat fang ich gar nicht erst an…dagegen ist selbst die Tagesschau mittlerweile ein Nischenformat für ein paar wenige ewiggestrige ohne Internetzugang.

  5. Die Des-Investition in den Zeitungsjournalismus ist folgerichtig, weil Journalismus in Arbeitsteilungs- und Informationsarbeitsteilungsketten am Ende von Wertschöpfungsketten steht, nur Kosten verursacht und Ordnungen mit Kritik auflädt.

    Da Auftraggeber von Werbebudgets klare Strukturen und messbare Reichweiten lieben, wird das Geld lieber in Streaming & Video investiert.

    Auch die Budgetvergabe an PR-Agenturen wird schwinden, weil diese zuviel Geld in fiktive Reichweiten, Agenturausstattung und SocialFakeNews-Kanäle versenken.

    Wer Pressefreiheit und unabhängigen Journalismus mag, muss sich künftig bei der Zeitung kostenpflichtig akkreditieren. Datenschutz, Kosten, Vorhaltekosten und Aufwand lassen gar keine andere Lösung mehr zu.

    Dafür entsteht auch die neue Möglichkeit der echtzeitaktuellen Zeitung, die in die 5G-Rundfunkregulierung hineinwächst.

    Get Smart Citizens.

  6. Hallo Herr Lipinski,

    was glauben Sie denn persönlich, wie lange DIE WELT als gedruckte Zeitung überhaupt noch bestehen wird? Mich wundert ja schon die Einstellung der WELT KOMPAKT, da ich eigentlich immer an den Kiosken das Gefühl hatte, dass sich diese besser als die große WELT verkauft.

  7. Die WELT ist zum Merkel-Jubel-Blatt verkommen. Dazu noch das ständige Anbiedern an die GRÜNEN – wer soll so ein Blatt zu diesem Preis kaufen? Viele werden auch durch die gnadenlose Zensur der Kommentare auf Welt-online abgeschreckt worden sein. Hier zeigt sich ganz deutlich, daß die WELT ihre traditionell konservativen Leser nicht mehr haben will – Pech, daß andere nicht dazugekommen sind.
    In drei Jahren spätestens wird es die WELT nicht mehr geben. Kein Verlust für die deutsche Presselandschaft.

  8. Die Menschen schauen halt viel eher heutzutage, was sie wirklich brauchen und was sie an Kosten einsparen können. Es wird so einiges derzeit an Verteuerungen für die Bürger auf den Weg gebracht, Magazine halte ich für puren Luxus. Kaufte ich früher auch gern, habe damit aber vor Jahren aufgehört. (Online)Zeitungen … nun wer teilweise gegen den Leser und nicht für den Leser schreibt wird nicht gekauft. Ich mag z. B. teilweise diesen erzieherischen Duktus nicht, wo man von der schreibenden Zunft wie ein dummes Kind behandelt wird. Warum sollte ich mir das antun? My money, my choice. Ich unterstütze die Presse, die mich nicht indoktrinieren möchte, sondern leidlich neutral informiert und ich sogar das Gefühl nach dem lesen der Artikel habe schlauer zu sein als vorher. Da fällt mir allerdings keine innerdeutsche Zeitung ein, sondern nur ein schweizer Presseerzeugnis. 150 Arbeitsplätze sind relativ wenig Verlust, wenn es auch der einzelne von den Betroffenen (zu Recht!) anders sieht. Den 150 gestrichenen Stellen werden um einige mehr folgen. Selbst wenn jetzt gegengesteuert würde … verärgerte und enttäuschte Leser kommen meist nicht zurück, die Auflagenrückgänge zeigen es.

    1. Lass mich raten: Neue Züricher Zeitung? Den meisten Menschen geht es nicht darum, sich zu informieren und zu bilden, sondern ihr eigenes kleines Weltbild bestätigt zu bekommen.

      Da die Bildung in diesem Land aber eh vor die Hunde geht und meist denen gefolgt wird, die am lautesten schreien, ist es kein Wunder, das dieses Land demokratietheoretisch immer weiter verwahrlost.

      1. Yepp. 8) Die NZZ. Ich frage mich wirklich, woher dieser Wunsch nach willfähriger Lemmingbildung bei so manchen kommt sich nur in seiner eigenen Filterblase mit anderen einzukuscheln. Bzw. der Presse soviel Macht über einen zu geben, dass man nicht mehr Willens oder in der Lage ist Medien zu hinterfragen. Wir leben in einer Zeit, wo es dank des Internets noch nie so einfach war vermeintliche “Fakten” in kürzester Zeit zu überprüfen.

        Jo, demokratische Verwahrlosung triffts.

      2. Wenn man die Kritik an der eigenen Person nicht erkennt und wunderbar das perfekte Beispiel dafür abgibt, in einer Filterblase zu leben, die einzig dem Zweck dient, das eigene Weltbild zu bestätigen.

  9. @ schrottpresse:

    Denke nicht, daß es nur am Mainstreamkurs DER WELT liegt, sonst wären ja die “junge Welt” oder die “deutsche Stimme” Zeitungen, die gigantische Gewinne bringen würden, ist aber nicht so, oder ?
    Aber es liegt auch nicht nur am Internet.
    Die heutige große WELT bietet nicht nur für 2,80 Euro einfach zu wenig, sie ist seit etwa 4 Jahren extrem langweilig, nur die exzellenten Artikel von Aust über den NSU boten wirklich Mehrwert, vielleicht noch einiges im Bereich Wirtschaft/Finanzen, dies findet sich aber fast nie auf der Titelseite.
    Aber wer da noch mehr will kauft gleich das “Handelsblatt”.
    Selbst wenn mal interessantere Stories in der WELT waren, waren die fast nie auf der Titelseite, sondern fast immer nur die 2. oder 3. Tagesschau Meldung von gestern.
    Vielleicht klingt es verrückt, aber man bekommt fast den Eindruck, hier wird ganz bewußt die Auflage in den Keller gefahren, damit man dann ganz im Digitalnirvana verschwinden kann.

  10. Der Mainstreamkurs Richtung links-grün einstmals konservativer Blätter wie Bild, Welt und FAZ scheint sich nicht auszuzahlen. Die ideologisch weit links stehenden Leser/innen halten stattdessen der ZEIT, Spiegel und der Süddeutschen Zeitung die Treue. Wie im Parteienspektrum auch klafft im Journalismus eine große Lücke im konservativen Bereich. Angesichts der haarsträubenden Entwicklungen in diesem Land wäre dieser notwendig, um dieses Land vor nicht zu korrigierenden Schäden zu bewahren.

    1. Ich kann die Junge Freiheit sehr empfehlen. Diese Wochenzeitung holt konservative Leser ab. Früher war die FAZ auch einmal ähnlich…

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