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Sparkurs der SWMH: Gewerkschaft befürchtet harte Einschnitte bei “Stuttgarter Zeitung” und “Stuttgarter Nachrichten”

SWMH-Chef Christian Wegner
SWMH-Chef Christian Wegner Foto: SWMH

Die von SWMH-Chef Christian Wegner geplante Restrukturierung wird vor allem die beiden Regionalzeitungen "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" schwer treffen. Davon geht der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Baden-Württemberg aus. Dabei kritisiert die Gewerkschaft die SWMH-Spitze scharf. Nach ihrer Meinung nützt die beste Digitalstrategie nichts, wenn der Verlag nicht in die Redaktionen investiert.

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Der Sparkurs der Südwestdeutsche Medienholding (SWMH), zu dem Regionalzeitungen wie die “Süddeutsche Zeitung” und Fachverlage gehören, sorgt in der Belegschaft für massive Unruhe. So plant der CEO Wegner – neben einem Wachstumsprogramm von 100 Millionen Euro – auch massive Personaleinschnitte. Die Rede war zuletzt von 150 Stellen (MEEDIA berichtete).

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Baden-Württemberg befürchtet vor allem bei den Regionalzeitungen tiefe Einschnitte: “Schon seit Jahren setzt die SWMH den Rotstift bei den Regionalzeitungen an. Nun soll der nächste Aderlass in den Redaktionen folgen. Die Belegschaft der ‘Stuttgarter Zeitung’ und der ‘Stuttgarter Nachrichten’ wird es voraussichtlich besonders hart treffen”, erklärt die stellvertretende Landesvorsitzende Gabriele Frenzer-Wolf. Dabei kritisiert die Gewerkschaftsvertreterin, dass die beste Digitalstrategie nichts nützt, “wenn nicht in die Redaktionen investiert wird, die diese Strategie jeden Tag umsetzen sollen.”

Appell an die Landesregierung
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Der DGB ruft das SWMH-Management zudem auf, fair mit den Beschäftigten umzugehen. “In Zeiten von Hass und Hetze in den sozialen Medien ist es besonders wichtig, unabhängigen Qualitätsjournalismus zu erhalten und zu fördern. Fundierte Informationen und gründlich recherchierte Analysen sind das beste Gegenmittel gegen Fake News, interessengeleitete Informationen und als Journalismus getarnte PR”, so Frenzer-Wolf.

Zugleich appelliert der DGB an die Landesregierung, sich “für starke und vielfältige Medien im Südwesten einzusetzen”. Denn der Konzentrationsprozess sei inzwischen bedenklich weit fortgeschritten, heiß es. Grenzer-Wolf hierzu: “Das sollte auch die Landesregierung alarmieren. Der hiesige Medienstandort wird weiter geschwächt. Es ist überfällig, dass die bereits vor Jahren abgeschaffte bundesweite Pressestatistik in Form einer Medienstatistik wieder eingeführt wird.” Dafür müsse sich das Land “jetzt einsetzen, damit die Eigentümerstrukturen transparent werden und sichtbar wird, wie wenige Redaktionen überhaupt noch hinter scheinbar selbstständigen Blättern stehen”.

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Alle Kommentare

  1. Wer permanent versucht seine Leserschaft zu belehren, statt zu informieren verschwindet vom Markt – ganz einfach. Die gleiche Sauce digital aufzubereiten wird auch kein Erfolgsmodell sein. Es gibt zum Glück mittlerweile genug Alternativmedien die das Bedürfnis nach echter Information bedienen.

  2. Die beiden Stuttgarter Blätter haben sich selbst ins Abseits gespielt. Die Hofberichterstattung von Sport bis Politik – das Wegsehen bei massiven Problemen die es in der Landeshauptstadt gibt, die Bagatellisierung von Wohnungsnot bis hin zur Kriminalität…und seit jede Pressemitteilung der Polizei informativer ist, als die gecleante Version der Stuttgarter Redakteure, seit dieser Zeit sind die Blätter obsolet. Es bleibt noch der SWR – inzwischen zwar so unerträglich wie die Stuttgarter Zeitungen, politisch vereinnahmt, aber eben zwangsfinanziert. Dass die Gewerkschaften nach der Politik rufen ist eben ihre Aufgabe.

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