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Neuer Fälschungsfall im Journalismus: Deutschlandfunk trennte sich von Mitarbeiter

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Wie Übermedien.de berichtet, hat sich der Deutschlandfunk (DLF) von einem Mitarbeiter getrennt, der im vergangenen halben Jahr O-Töne aus fremden Quellen für Beiträge nutzte, ohne dies zu kennzeichnen. Der Mitarbeiter hat dies auch zugegeben, der DLF hat sich von ihm getrennt.

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Der Reporter soll bereits seit gut zwei Jahrzehnten für den DLF gearbeitet und aus dem europäischen Ausland berichtet haben. Die Beiträge seien zwar nicht erfunden gewesen, aber der Mitarbeiter hat wohl O-Töne aus Interviews verwendet, die er nicht selbst geführt hat und dies nicht entsprechend gekennzeichnet. In vermeintlichen Reportagen soll er auch mit atmosphärischen Einsprengseln den Eindruck erweckt haben, vor Ort gewesen zu sein, was nicht stimmte.

Der Deutschlandfunk und der Mitarbeiter haben den Fall gegenüber Übermedien.de bestätigt. Der Mitarbeiter erklärte die Manipulationen mit einer persönlichen Notlage, sagte aber auch: “Das entschuldigt nichts.” Der DLF hat die Manipulationen selbst bemerkt und die entsprechenden Konsequenzen gezogen.

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Alle Kommentare

  1. Die deutschen Medien (Presse, Rundfunk & Fernsehen) haben doch, bis auf ganz wenige Ausnahmen (Achgut, Tichy,Publico), sowieso jedwede Glaubwürdigkeit verspielt.
    Ich würde da auch gar nicht mehr von Journalisten sprechen, Hofberichterstatter trifft es besser.

    1. Und um welchen Hof geht es noch mal bei den genannten „Medien“, die übrigens alle private Blogs sind, was man nicht unbedingt als „Medien“ bezeichnen kann? Außerdem: Jemals eine Gegendarstellung, einen Widerruf o. Ä. bei denen gelesen? Dort sollte also viel mehr Misstrauen angesagt sein!

  2. Da wollte man wohl einen loswerden.

    Ganz besonders die Hörfunk-Programme der ARD (aber auch etlicher Privater) verwenden ständig O-Töne aus Interviews, die der betreffende Redakteur oder Moderator nicht selbst geführt hat.

    Das geht so weit, dass dem Hörer vorgegaukelt wird, der Moderator spricht live mit irgendjemandem. Tatsächlich stellt der nur die Fragen und die Antworten werden eingespielt oder reingeschnitten. (Dafür gibt es sogar ganze vorgegebene Formate.)

    Unter freien Mitarbeitern gibt es (worüber die Redaktionen Kenntnis haben) Pools, in denen ein Freier z.B. aus dem Ausland oder auch Norddeutschland, O-Töne für einen Kollegen (anderen Freien) in Süd- oder Westdeutschland besorgt, weil dieser die für einen Beitrag braucht.

    Was soll das also?

  3. Will man so Vertrauen zurück gewinnen und sich trotz des journalistischen Rotz, der täglich über den DLF-Äther tropft, einen scheinseriösen Anstrich geben? Wäre mir neu, wenn die Pressemeldungen beim DLF jetzt immer als von Dritten eingekauft gekennzeichnet wären. Was macht der Kollege denn jetzt? Schreibt nun stärker für ARD, Stern und ARTE?

  4. “Neuer Fälschungsfall im Journalismus”
    Bedauerlicherweise zählt der durch “journalistische Aufbereitung”, von Kritikern gerne auch als “Lückenpresse” bezeichnete Journalismus in vielen Redaktionen noch immer nicht offiziell als Fälschung.
    Ein Vergleich von Meldungen aus deutschen Quellen des “Qualitätsjournalismus” mit Quellen etwa aus der Schweiz zeigt mitunter nicht für möglich gehaltene Unterschiede in Umfang und Inhalt der Meldungen…..

      1. Bezogen auf die Glaubwürdigkeit des Journalismus im Allgemeinen und dem daraus resultierenden -und von den Medien fleißig beweinten- Rückgang der Verkaufszahlen hat das sehr wohl etwas damit zu tun…………
        Dass tatsächlich noch immer Facebook & Co. dafür verantwortlich gemacht werden ist ein Beleg für die fortdauernde Existenz der entsprechenden Filterblase.
        Im großen(!) Gegensatz zu früher hat aus obigem Grund zumindest hier im Umfeld inzwischen kaum noch jemand ein Abo.
        Nicht einmal ein geschenktes……

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