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Sparziel bei 100 Millionen? Springer-Chef Döpfner drückt konzernweit stärker auf die Kostenbremse

Springer-Chef Mathias Döpfner macht bei Ebay-Kleinanzeigen einen Rückzieher.

Bislang hat Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner für den Umbau der „Bild“- und „Welt“-Gruppe sowie der Vermarktungsorganisation Media Impact ein Sparziel von 50 Millionen Euro ausgegeben. Konzernweit will der Manager aber durch weitere Strukturmaßnahmen aber offenbar noch mehr einsparen. Hausintern ist die Rede von 100 Millionen Euro.

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Konzernchef Mathias Döpfner drückt massiv auf die Kostenbremse: Rund 50 Millionen Euro will der Vorstandschef des Berliner Medienkonzerns Axel Springer einsparen – zumindest im Bereich News Media National. Dazu sollen unter anderem die Redaktionen der „Bild“ und „Bild am Sonntag“ zusammengeführt, „Welt Kompakt“ und der Hamburg-Teil der „Welt“ eingestellt werden (MEEDIA berichtete). Davon betroffen ist wohl auch die angeblich 15-köpfige Redaktion der „Welt“ in Hamburg: Sie soll personell eingedampft werden. Wie viele Mitarbeiter hier weiter beschäftigt werden, ist offen und Gegenstand von Gesprächen mit dem Betriebsrat. Komplett dicht gemacht wir sie aber wohl nicht. Die „Welt“-Redaktion in Hamburg wird „weiterhin am Standort die Hamburger Regionalausgabe der Welt am Sonntag produzieren“, versichert eine Sprecherin von Springer gegenüber MEEDIA.

100 Mio. Euro Sparpotenzial?

Doch das bislang von Döpfner genannte Sparziel für den Bereich News Media National ist womöglich nur Teil eines weit größeren Kostenabbaus. So plane, Vorstandschef Döpfner durch weitere Strukturmaßnahmen konzernweit insgesamt einen dreistelligen Millionenbetrag einzusparen, heißt es in Firmenkreisen. Die Rede ist hausintern von rund 100 Millionen Euro. So will Döpfner unter anderem die Holding umbauen und die Verwaltungsabläufe deutlich straffen. Ein Sprecher von Springer will das Sparziel auf MEEDIA-Anfrage nicht kommentieren, konkrete Zahlen hierzu aber auch nicht nennen. Sollte der Springer-Chef die Kosten unternehmensweit um einen dreistelligen Millionenbetrag senken, könnte er hierdurch die über drei Jahre gestreckten Investitionen von 100 Millionen Euro in neue Projekte stemmen, die angekündigt wurden. Dieses Geld will er für den Ausbau des Medienangebots der journalistischen Kernmarken „Bild“ und „Welt“ ausgeben. Döpfner hat sich hier viel vorgenommen, er beabsichtigt unter anderem, die „Bild“ zur führenden Marke für Live-Videos auszubauen und die Marke „Bild“ ins TV zu bringen.

Dass das Springer-Management nach dem Einstieg des US-Finanzinvestors KKR das Unternehmen stärker auf Rendite trimmt, ist verständlich. Denn wegen des Umbaus, aber auch wegen schwächerer Geschäfte in bestimmten Bereichen, hat der Vorstand jüngst bereits seine Umsatz- und Ertragsziele für das laufende Jahr kassiert. So soll der Umsatz jetzt im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich sinken. Bislang hatte Döpfner nur ein Minus im niedrigen einstelligen Prozentbereich veranschlagt. Auch das operative Ergebnis (bereinigtes EBITDA) soll stärker zurückgehen, nämlich zwischen zehn und 20 Prozent. Bisher war von einem Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich die Rede.

Kein Stellenabbau bei Druckereien

Vom Stellenabbau nimmt Springer jetzt überraschend die Druckereien aus, obwohl Döpfner noch vor Kurzem in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ für diese Sparte ebenfalls einen „großen Schnitt“ angekündigt hatte. „Die Druckereien haben in den letzten Jahren schon einige Restrukturierungen hinter sich, bei denen wir die Strukturen mit sozialverträglichen Maßnahmen an das verringerte Druckvolumen angepasst haben. Das ist ein kontinuierlicher Prozess. Im Zuge der gestern angekündigten Strukturmaßnahmen ist für die Druckereien aber aktuell nichts geplant“, betont ein Sprecher von Springer. Dagegen beabsichtigt das Berliner Medienunternehmen, Fremdaufträge zu Gunsten der eigenen Druckereien abzubauen. „Wir möchten unsere Druckereien stärken. So werden wir zum Beispiel  künftig weitere ‚Bild‘-Ausgaben in unsere eigenen Druckereien verlagern. So werden zum Ende dieses Jahres die in Leipzig gedruckten Exemplare von ‚Bild‘ und ‚Bild am Sonntag‘ künftig in unserer Druckerei in Berlin-Spandau produziert“, sagt ein Springer-Sprecher.

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