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Springer gibt Details zu Umstrukturierung bekannt: „Bild“ und „BamS“ rücken zusammen, „Welt Kompakt“ wird eingestellt

Stephanie Caspar, Stephanie Caspar, Vorstand News Media National & Technology bei Springer

Axel Springer hat die erwarteten Umstrukturierungen nach dem Einstieg des Finanzinvestors KKR kommuniziert. Demnach sind im Bereich News Media National Einsparungen in Höhe von 50 Mio. Euro geplant. Die Redaktionen von „Bild“ und „BamS“ rücken zusammen, die „Welt Kompakt“ und die Hamburg-Ausgabe der „Welt“ werden eingestellt. Gleichzeitig sollen über 100 Mio. Euro investiert werden.

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Personal soll in den Verlagsstrukturen, den Redaktionen, bei Media Impact und Sales Impact reduziert werden. In welcher Größenordnung, darüber schweigt sich Springer aus. Stephanie Caspar, Vorstand News Media National & Technology: „Wir setzen daher in erster Linie auf Freiwilligkeit, Fluktuation und Vorruhestandsregelungen und werden alles tun, diesen notwendigen Wandel für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem attraktiven Paket, das auch mit Qualifizierungen für andere Jobprofile fit macht, so gut wie möglich zu unterstützen.“

Wie bereits vorab durchgesickert, werden die Redaktionen von „Bild“ und „Bild am Sonntag“ noch weiter zusammengeführt. Dem Vernehmen nach steht deswegen die bisherige „BamS“-Chefredakteurin Marion Horn vor dem Absprung. „Bild“-Chef Julian Reichelt soll die Gesamtverantwortung für beide Titel bekommen, was bislang aber noch nicht offiziell bestätigt wird. Die „B.Z.“ soll sich ganz auf regionale Inhalte konzentrieren, die sie auch für den Berlin-Teil der „Bild“ liefert, umgekehrt liefert „Bild“ die überregionalen Inhalte der „B.Z.“

„Bilanz“ wird als eigenes Medium aufgegeben

Die werktäglichen Ausgaben der „Welt Kompakt“ sowie der „Welt Hamburg“ werden eingestellt. Das Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ wird redaktionell in die „Welt“ integriert. „Auto Bild“ und „Computer Bild“ sollen sich künftig auf die beiden Haupttitel, erfolgreiche Spezialmagazine und die Erschließung neuer Geschäftsmodelle konzentrieren. „Bild“, inklusive Regionalausgaben und „B.Z.“ „Bild am Sonntag“ sowie „Welt“ und „Welt am Sonntag“ bleiben auch als gedruckte Zeitungen weiter bestehen.

Über 100 Mio. Investment in drei Jahren

Springer betont, dass es sich dabei in erster Linie um ein Wachstumsprojekt handle. In den kommenden drei Jahren würden über 100 Mio. Euro in neue Projekte bei „Bild“ und „Welt“ investiert. Dabei gehe es u.a. um Live-Berichterstattung, Paid Content und Sport. Bei der Live-Video-Strategie von „Bild“ und „Welt“ stehe ein Contributoren-Modell mit einem Netzwerk aus Experten und Kommentatoren im Vordergrund. Beide Marken sollen außerdem ihren digitalen Abo-Stamm erheblich ausweiten.

„Bild“ soll der Strategie zufolge zur einer Live-Plattform für News, Entertainment und Sport werden und als „Deutschlands größte Medienmarke“ auch auf TV-Bildschirme gebracht werden. Bei der „Welt“ soll der Paid Content-Bereich ausgebaut werden. Ein redaktionelles, markenübergreifendes Sport-Kompetenzzentrum produziert künftig auf die jeweiligen Marken zugeschnittene Inhalte. Zudem ist geplant, über die hohe Relevanz bei Sportfans neue Geschäftsmodelle und Zielgruppen zu erschließen.

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