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Radikaler Umbau bei Axel Springer: DJV rechnet mit 20 Prozent weniger Stellen

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Der Umbau von Axel Springer sorgt in der Belegschaft für massive Unruhe. Viele fragen sich, wie hoch der geplante Personalabbau ausfallen könnte. Vorstandschef Mathias Döpfner will rund 50 Millionen Euro einsparen. Darin enthalten sind Sach- sowie Personalkosten, heißt es. Der DJV rechnet damit, dass in den betroffenen Bereichen rund 20 Prozent der Arbeitsplätze wegfallen.

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“Einer der größten Medienverlage Europas strukturiert so massiv um, dass kein Stein auf dem anderen bleibt” – so kommentiert Frank Überall, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verband (DJV) die radikale Neuausrichtung des Berliner Medienkonzerns Axel Springer. Denn Springer-Chef Mathias Döpfner hat sich viel vorgenommen. So soll die Sportberichterstattung von “Bild”, “Welt” und “Sport Bild” zusammengefasst, die “Welt Kompakt” und der Hamburg-Teil der “Welt” werktags eingestellt werden, die Redaktionen von “Bild” und “Bild am Sonntag” fusionieren (weitere Details hier).

Verbunden mit den Maßnahmen ist auch ein Stellenabbau. Springer will auf Anfrage von MEEDIA keine Zahlen über den anstehenden Personalschnitt bekanntgeben. Der DJV rechnet indes damit, dass in den betroffenen Bereichen rund 20 Prozent der Arbeitsplätze gestrichen werden. Absolute Zahlen nennt der Verband aber auch nicht. Als Richtschnur könnte allerdings das Sparpotenzial dienen, das Springer ausgegeben hat. So will Döpfner rund 50 Millionen Euro einsparen. Darin enthalten sind nach Angaben eines Verlagssprechers Personal- und Sachkosten. Zwar schweigt sich Springer über das genaue Verhältnis zwischen diesen beiden Posten aus, hausintern geht man aber davon aus, dass rund zwei Drittel der Einsparsumme auf Personalkosten entfallen könnten, sprich knapp 38 Millionen Euro. Geht man von Durchschnittskosten von 80.000 Euro pro Mitarbeiter pro Jahr aus, wären mehr als 450 Stellen betroffen.

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Der DJV fordert den Springer-Vorstand auf, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. “Das ist keine Reform, sondern ein grundlegender Umbau, der viele bewährte und qualifizierte Journalistinnen und Journalisten auf der Strecke lässt“, moniert der DJV-Vorsitzende Überall. Nach seiner Ansicht ist es “im Grunde richtig, starke und erfolgreiche Medienmarken mit Augenmaß weiterzuentwickeln”. Der DJV befürchtet aber, Springer gehe auf dem Rücken der Belegschaft ein zu hohes Risiko ein, um die Renditeerwartung des neuen Gesellschafters KKR zu erfüllen. Überall wörtlich: “Springer bleibt die Antwort auf viele Fragen schuldig, zum Beispiel auf den Nutzen für die Leser, in drei Zeitungen künftig die gleichen Sportberichte zu finden. Das ist das Gegenteil von Medienvielfalt und das werden Leser und Nutzer vermutlich abstrafen.”

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Alle Kommentare

  1. Die Digitalisierung läuft grundhaft falsch. Digitalisierung fördert bisher Solipsismus, Populismus und autokratische Führungen – statt soziale Synergien!

    Resultat: Zeitungen werden politisch abgeschrieben – obwohl damit auch Volksparteien & das Demos sterben!

    Grundsatzfragen der offenen Gesellschaft sind damit gestellt, volkswirtschaftlich und staatspolitisch.

    70 Jahre VR China & 70 Jahre soziale Marktwirtschaft – wer gewinnt?

  2. Bisher wurden in jedem einzelnen Vorgang der von langer Hand geplanten Verkündigungskampagne die drei Springer-Druckereien erwähnt. Heute: Kein Wort dazu, nirgends. Sehr lautes Schweigen.

    Das sind immerhin hunderte von Mitarbeitern. Vielleicht könnte die Meedia-Redaktion dazu einmal nachfassen.

  3. Wie wäre es mal, weniger unterbeschäftige Führungskräfte und mehr Journalisten. Bei Springer gibt es mehr Häuptlinge als Indianer, inkl. Herrn D. udn Frau S.

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