Partner von:
Anzeige

“Unsere Branche ist viel weiter, als wir denken” – BDZV-Präsident Mathias Döpfner fordert Publisher’s Right auch für Blogger

Mathias Döpfner beim BDZV-Kongress
Mathias Döpfner beim BDZV-Kongress Foto: BDZV

In seiner Rede zur Eröffnung des diesjährigen Kongresses des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin forderte Präsident Mathias Döpfner eine Ausweitung des Verlegerbegriffs. "Jeder Blogger ist ein potenzieller Großverleger der Zukunft", so Döpfner. Dazu passend hat der Verband beschlossen, den Begriff "Digitalpublisher" in seinen Namen aufzunehmen.

Anzeige

Künftig firmiert die Lobbyvereinigung als Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger, die Abkürzung BDZV bleibt dabei praktischerweise dieselbe (MEEDIA berichtete). Döpfner erklärte in seiner Rede, dass sich der Begriff des Verlegers wandle: “Von gedruckten Zeitungen hin zu digitalen und medienübergreifenden Angeboten. Dabei ist unsere Branche viel weiter, als wir denken.” Es gebe unter den Mitgliedern des BDZV bereits zahlreiche Erfolgsgeschichten für digitale Produkte – insbesondere im Lokalen und Regionalen.

Entscheidend sei nicht die Form der Inhalte-Vermittlung, sondern der Inhalt und das Selbstverständnis. Döpfner: “Das heißt: Für alle journalistischen Produkte muss das Prinzip der verantwortlichen Absenderschaft gelten. Der Absender trägt die Verantwortung für die Richtigkeit seiner Nachricht.” Bestrebungen, Journalismus in Stiftungsmodellen oder ohne Gewinnabsicht zu betreiben, erteilte er eine Absage: “Guter Journalismus und Verlegertum müssen ein profitables Geschäftsmodell bleiben.”

“Blog-Betreiber sind Verleger”

“Jeder Blogger ist ein potenzieller Großverleger der Zukunft”, sagte Döpfner, sofern er sich zu den Grundsätzen bekenne, die für Verleger gelten. Allerdings würden dann auch die gleichen Rechte gelten. Deshalb müssten auch Blogger vom Publishers‘ Right, früher bekannt als “Leistungsschutzrecht”, profitieren können, so sie dies wünschten. Blogs, die professionell nach journalistischen Qualitätskriterien arbeiten, seien Zeitungen der Zukunft, so Döpfner. “Blogger sind in diesem Sinne Journalisten und Blog-Betreiber sind Verleger”, sagte der BDZV-Präsident.

Er forderte den deutschen Gesetzgeber auf, bei der Umsetzung der Urheberrechtsrichtlinie klarzustellen, dass das Publishers‘ Right auch für Blogger gilt. “Gerade Blogger könnten die größten Profiteure sein“, so der BDZV-Präsident. Was Plattformen betrifft, müsse “ein diskriminierungsfreier Zugang Dritter mit klaren Regeln sichergestellt werden”.

Anzeige

Zerschlagung von Facebook und Co “nicht zielführend”

Forderungen nach der Zerschlagung von Tech-Plattformen wie Facebook oder Google hält Döpfner nicht für zielführend. Es müsse andere Lösungen geben, eine Zerschlagung sei nur die “Ultima Ratio”. In seiner Eigenschaft als CEO von Axel Springer arbeitet Döpfner zum Beispiel mit Facebook auch intensiv zusammen. Zuletzt startete Springer mit “Bild Daily” eine tägliche News-Show, die auch innerhalb von Facebooks neuer Video-Rubrik Facebook Watch zu sehen ist.

swi

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia