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Stellenabbau bei Axel Springer: Vorstand will am Montag über geplante Personalmaßnahmen beraten

Axel Springer-CEO Mathias Döpfner
Axel Springer-CEO Mathias Döpfner

Der geplante Stellenabbau bei Axel Springer nimmt Fahrt auf. Der Vorstand des Berliner Medienkonzerns will bereits am kommenden Montag tagen, um über den Personalschnitt zu beraten. Dies erfuhr MEEDIA aus Unternehmenskreisen. Damit könnte Vorstandschef Mathias Döpfner zügig erste Maßnahmen ergreifen.

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Die Unruhe in der Belegschaft des Berliner Medienkonzerns Axel Springer wächst: Vorstandschef Mathias Döpfner hatte vor wenigen Tagen angekündigt, dass das Unternehmen vor “einem großen Schritt” steht. So sollen in diversen Bereichen Stellen abgebaut werden – darunter bei “Bild”, “Welt”, aber auch bei den Druckereien sowie der Vermarktung.

Nun könnte es für die Belegschaft bald konkret werden. So will der Vorstand bereits am Montag kommender Woche tagen, um über die anstehenden Personalmaßnahmen zu beraten. Dies erfuhr MEEDIA aus Springer-Unternehmenskreisen. Noch ist aber unklar, ob und wann das börsennotierte Medienunternehmen erste Kündigungen aussprechen könnte. In Branchenkreisen kursieren Stimmen, wonach der Vorstand schon im Oktober erste Maßnahmen ergreifen könnte. Eine Verlagssprecherin betont hierzu auf Anfrage von MEEDIA: “Richtig ist, dass in den nächsten Wochen über das Sparziel im Bereich News Media National (Sach- und Personalkosten) sowie über den Maßnahmen- und den Zeitplan für den Umbau und die Wachstumsinvestitionen beraten wird. Danach starten die weiteren Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern. Und erst danach wird die Umsetzung beginnen, der Zeitpunkt dafür ist aber noch offen.”

Am Dienstag hatte die alljährliche Betriebsrätekonferenz des Medienunternehmens begonnen, die bis heute andauert. Gesprächsthema war vor allem der Einstieg des amerikanischen Finanzinvestors KKR und der drohende Jobabbau. Denn der Springer-Vorstand und der Investor aus Manhattan wollen das Berliner Unternehmen stärker auf Rendite trimmen. Dazu will Döpfner die Personal- und Sachkosten drastisch senken. “Wo strukturell Umsatzrückgang herrscht, müssen wir restrukturieren und Arbeitsplätze abbauen”, sagte er jüngst in einem Interview. Damit ist insbesondere die Sparte News Media betroffen, in der vor allem die “Welt”- und “Bild”-Gruppe sowie digitale Medienangebote in Europa und den USA zusammengefasst sind. Hier verringerte sich der Umsatz in den ersten sechs Monaten 2019 um 6,3 Prozent auf rund 686 Millionen Euro. Besonders deutlich fiel das Minus in Deutschland aus, also bei “Welt”- und “Bild”-Gruppe. Hier schrumpfte der Umsatz um mehr als acht Prozent auf 481 Millionen Euro, vor allem wegen zurückgehender Werbe- und Vertriebserlöse. So brachen die Anzeigenerlöse national in den ersten sechs Monaten um 16,3 Prozent auf rund 180 Millionen Euro ein.

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Von dem Personalabbau sollen aber auch die Druckereien und die Vermarktung nicht ausgenommen sein. Vor allem das Druckgeschäft hat in den ersten sechs Monaten 2019 kräftig Federn gelassen. So gingen die Umsatzerlöse im Segment Services/Holding, zu der die Druckereien gezählt werden, gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum durch den marktbedingten Rückgang im Geschäft mit Druckerzeugnissen um 10,5 Prozent zurück. Das bereinigte EBITDA in diesem Segment verringerte sich “von  -29,0 Mio. Euro im ersten Halbjahr des Vorjahres auf -39,7 Mio. Euro”, schreibt Springer im Halbjahresbericht. Der Medienkonzern verfügt über drei eigene Druckereien.

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Alle Kommentare

  1. Ich würde keine Wette annehmen, daß es die gedruckte WELT in einem Jahr noch gibt. Es wäre für die deutsche Presselandschaft allerdings auch kein Verlust. Die Gründe für den Untergang des Blattes sind offensichtlich.

    1. Wenn ich mir die IVW-Zahlen der letzten Jahre ansehe, kann ich das nur bestätigen.

      Es wird Zeit, dass der Markt “bereinigt” wird und Blätter, die gegen ihre Leser anschreiben, endlich über die Klinge springen…

      …und bitte “Haltung dabei bewahren” .

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