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DuMont verkauft Berliner Verlag an Berliner Eheleute Silke und Holger Friedrich

Holger Friedrich – Foto: Imago / Reiner Zensen

Die „Berliner Zeitung“ kommt in neue Hände: Das Berliner Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich übernehmen den Verlag mit „Berliner Zeitung“, „Berliner Kurier“ und „Berliner Abendblatt“ sowie deren Digitalangebote. Dies sei der erste Schritt der Portfolio-Überprüfung im Geschäftsfeld Regionalmedien, teilt DuMont mit.

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Wie es heißt, steht der Verkauf unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Bundeskartellamt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Damit geht der Verlag nach mehr als zehn Jahren aus dem Verbund von DuMont an die neuen Eigentümer Silke und Holger Friedrich. Sie werden den Verlag in die Holding der Familie Friedrich überführen und haben sich langfristige Ziele gesetzt. „Wir möchten das Profil des Berliner Verlags stärken und mit einer versachlichten, faktenbasierten Berichterstattung den politischen und gesellschaftlichen Diskurs für Berlin und aus Berlin heraus bereichern“, betont Holger Friedrich.

Dazu gehören ebenso die durchgängige Digitalisierung der Angebote wie die Ausrichtung des Verlages auf zukunftsfähige Formate. „Mit konsequent digital ausgerichteten Angeboten und einer tiefgehenden Aufarbeitung gesellschaftlich relevanter Themen, möchten wir ein breiteres Publikum ansprechen und mit den Lesern stärker in Kontakt treten, als dies bisher der Fall ist“, ergänzt Holger Friedrich. Silke Friedrich sagt zu der Übernahme: „Wir verstehen diesen Schritt als zivilgesellschaftliches Engagement in bewegten Zeiten und freuen uns auf diese Aufgabe sowie die Zusammenarbeit mit dem Team.“

Wer sind Silke und Holger Friedrich?

Über den unternehmerischen Hintergrund der neuen Eigentümer ist bislang wenig bekannt. Silke Friedrich hat nach dem Abitur und einer kaufmännischen Ausbildung an der Universität der Künste in Berlin Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation studiert. Gemeinsam mit Love-Parade-Gründer Ralf Regitz hat sie 2004 den Berliner Technoclub E-Werk neu belebt. Holger Friedrich ist beim E-Werk auch als Geschäftsführer eingetragen. Sie und ihr Mann stehen zudem hinter der Privatschule Berlin Metropolitan School. Silke Friedrich ist auch Leiterin der Schule.

Holger Friedrich studierte nach dem Abitur und einer Berufsausbildung Germanistik und Informatik an der Universität Potsdam. Nach seinem Studium etablierte er ein Software-Technologieunternehmen, das 2003 von SAP gekauft wurde. Von SAP wechselte er als Partner zu McKinsey & Company und nachfolgend als Vorstand zur Software AG. 2009 gründete er den Technology Think Tank CORE.

Die beiden sind verheiratet und haben drei gemeinsame Kinder.

Neues Newsroom-Konzept war geplant

Noch kurz vor dem Verkauf wollte die Chefredaktionen der „Berliner Zeitung“ und des „Berliner Kurier“ die Organisation und Abläufe im Berliner Newsroom umbauen. Ab 2020 sollen die Journalisten nach der Digital First-Strategie arbeiten. Dies sollte auch die Produktion der gedruckten Zeitungen verändern: Dazu schafften die Chefredaktionen ein eigenes Print-Team, das sich bei der Themenwahl an den Interessen der Leser im Web orientieren soll. Ob diese Strategie auch nach dem Besitzerwechsel weiter verfolgt, bleibt abzuwarten. Allerdings haben die Neu-Eigentümer auf einer Betriebsversammlung laut Teilnehmern ein deutliches Bekenntnis zur gedruckten Zeitung abgegeben.

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