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Medien-Woche: Sachsen-Wahlkampf der PARTEI – “Warum regt man sich in Deutschland 2019 über einen verlängerten Penis auf?”

“Die Medien-Woche” mit Stefan Winterbauer (MEEDIA) und Christian Meier (WELT)
"Die Medien-Woche" mit Stefan Winterbauer (MEEDIA) und Christian Meier (WELT)

In der aktuellen Ausgabe unseres Podcasts "Die Medien-Woche" sprechen Stefan Winterbauer (MEEDIA) und Christian Meier (WELT) über den Medienhype rund um die Atlantiküberquerung von Greta Thunberg. Außerdem gibt es ein Interview mit dem Politik-Berater Martin Fuchs zum Wirbel um abgehängte Wahlkampfplakate der Satire-Partei Die PARTEI in Sachsen.

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Martin Fuchs vertritt dabei die Auffassung, dass die Wahlwerbung der PARTEI durchaus legitim ist:

“Wenn man verfolgt, wie die PARTEI in den letzten Jahren agiert hat und wie die politische Kultur ist, die in der PARTEI Fuß gefasst hat, dann ist das legitime Wahlwerbung. Im Grunde frage ich mich auch, warum man sich in Deutschland im Jahr 2019 über einen verlängerten Penis aufregt. Ich glaube, die Debatte hatten wir abgeschlossen mit dem Kai-Diekmann-Penis am taz-Gebäude. Das ist die letzte Penis-Debatte, an die ich mich erinnern kann. Das ist ein normaler Zug einer Partei, die auf Satire baut und mit Satire arbeitet. Die PARTEI hat im Grunde genommen alles richtig gemacht, denn die Provokation hat funktioniert, obwohl die, glaube ich, hier gar nicht provozieren wollten.”

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Hintergrund: Behörden-Mitarbeiter hatten zwei Plakat-Motive der PARTEI entfernt, bevor die Rechtmäßigkeit der Plakat gerichtlich überprüft war (MEEDIA berichtete). Martin Fuchs: “So etwas vor einer Gericht-Entscheidung zu tun, ist ein bisschen vorauseilender Gehorsam von den Mitarbeitern des Bauhofes. natürlich wirkt das extrem unsouverän. Solche Geschichten erzeugen dann erst den Wirbel, dass der Staat nämlich seine eigenen Gesetze bricht und in dem Fall einen politischen Wettbewerber benachteiligt, indem er etwas abhängt.”

Fuchs vertritt die These, dass die große Resonanz der PARTEI im Netz und in Medien auch etwas mit Politik-Verdrossenheit zu tun hat: “Ich glaube die PARTEI mit all ihrer Smartness und Coolness und dem was sie da an PS auf die Straße bringen, wäre nicht so erfolgreich, wenn nicht seit 30 bis 50 Jahren Vertrauen in die Politik, politische Akteurinnen und Akteure und Systeme verloren gegangen wäre. Dabei seien klassische Medien für den Erfolg der PARTEI gar nicht ausschlaggebend: “Die Medien sind gar nicht so sehr relevant für die PARTEI. Ich habe eine große Studie zur Europawahl zu den digitalen Strategien der Parteien und Spitzenkandidaten gemacht. Neben der AfD die mit weitem Abstand erfolgreichste Digital-Campaigning-Partei war da die PARTEI mit Martin Sonneborn als Spitzenkandidat – ohne einen Euro Werbegelder einzusetzen. Die hatten die größten Reichweiten.”

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Alle Kommentare

  1. “Warum regt man sich in Deutschland 2019 über einen verlängerten Penis auf?”
    Veröffentlichen sie das gleiche Bild noch einmal.
    Tauschen sie aber auf dem Bild die jetzige Person durch ein Bild des “Propheten” aus.
    Dann wissen sie es.
    Ganz sicher.

  2. Im akademischen Milieu (Studenten usw) ist die PARTEI recht erfolgreich.
    Hier in Dresden schaffen die es inzwischen in die Beiräte.
    Viele wählen die weil die Kernaussagen/Parteiprogramm (neben den Schockern womit man Aufmerksamkeit generiert) erstmal so recht vernünftig sind und es einfach keine Partei gibt der man seine Stimme geben will.
    Die GRÜNEN wählen viele in diesen Kreisen nicht, da die nicht zu unrecht als olivgrün und zu transatlantisch gelten.

  3. Das mit der Politikverdrossenheit kann ich bestätigen.
    Ich wähle die PARTEI eben weil eigentlich alle Anderen unwählbar sind und nichtwählen keine Alternative ist. Ansonsten kommen eigentlich nur noch die bibeltreuen Christen infrage, weil ein Einzug von denen in ein Parlament maximale Konfusion zu Folge hätte.

  4. Warum? Ganz einfach: Weil diese vermeintlichen Linksintellektuellen à la Sonneborn im Niveau unterirdisch sind. Diesen Partei-Pimmel würden diese Besserwisser jedem anderen vorwerfen und darüber ätzen.
    Aber vor allem schadet “Die Partei” der Demokratie: Sie verunglimpfen und stigmatisieren nicht nur Einzelne, sondern gleich Millionen, das kann man in Brandenburg und Sachsen auf ihren Plakaten sehen.
    Ausgerechnet diese Bionade-Biedermeier-Linken machen Demokratie und Politik mit ihren Auftritten lächerlich und schaffen sie letztlich ab. Sie sind nicht anders, als die bösen Rechtsextremen, die sie ständig Klassenkampf-Visier haben.

  5. Wie “erfolgreich” ist denn “Die Partei”?
    Nur weil sich diese dümmlichen Hetzer mit ihren üblichen medialen Konsorten diesen selbsternannten Hype ausgedacht haben, kann man wohl kaum von “erfolgreich” sprechen.

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