Partner von:
Anzeige

“Die Höhle der Löwen” als Zeitschrift kein Hit: Gruner + Jahr setzt Wirtschaftsmagazin nicht fort

“Capital”-Chefredakteur Horst von Buttlar, Print-Magazin zu “Die Höhle der Löwen”
"Capital"-Chefredakteur Horst von Buttlar, Print-Magazin zu "Die Höhle der Löwen"

Es war ein gewagter Vorstoß im hart umkämpften Segment der Wirtschaftspresse. Zum Start der vergangenen Staffel der Vox-Sendung "Die Höhle des Löwen" brachte Gruner + Jahr 2018 das gleichnamige Gründermagazin heraus. Jetzt will der Verlag die Zeitschrift aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiterführen. Für die Bertelsmann Content Allianz ist dies ein Rückschlag. Sie hatte mit dem Projekt noch vor Kurzem für die Inhalte-Allianz getrommelt.

Anzeige

Die Löwen sind wieder los. Am 3. September beginnt die 6. Staffel der Start-up-Sendung “Die Höhle der Löwen” (“DHDL”) auf Vox. Erneut kämpfen hoffnungsfrohe Gründer um das Geld der Investoren. Wieder dabei ist eine Jury, die hochkarätig aus Wirtschaftsgrößen besetzt ist. Dazu gehören der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer sowie der frühere Fernsehmanager Georg Kofler.

Erhofftes Anzeigengeschäft blieb aus

Diesmal jedoch müssen die Fans der Sendung auf das gleichnamige Gründermagazin verzichten, das der Verlag Gruner + Jahr im vergangenen Jahr zum Start der 5. Staffel an die Kioske gebracht hatte. Denn jetzt wurde entschieden: Der Verlag wird das Blatt aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiterführen. Hintergrund ist, dass das erhoffte Anzeigengeschäft ausblieb. “Wir werden das DHDL-Magazin in 2019 leider nicht weiterführen, obwohl es im vergangenen Jahr ein großer Erfolg war. Dazu muss man sagen, dass das Magazin erst einmal nur zum Staffelstart in 2018 konzipiert worden war, um zu sehen, wie es sich entwickelt. Nach eingehender Prüfung und zahlreichen Gesprächen hat sich jetzt gezeigt, dass die Resonanz im Print-Anzeigenmarkt nicht ausreichend groß war, um auf Dauer wirtschaftlich zu sein”, erklärt “Capital”-Chefredakteur Horst von Buttlar, der das Projekt redaktionell begleitete. Das Aus hat für die Redaktion in Berlin keine Folgen: “Personelle Konsequenzen gibt es keine, da das Magazin von den Redaktionen von ‘Capital’ und ‘Business Punk’ geplant und mit der Unterstützung von Freien umgesetzt wurde.”

Dass die Vermarktung des Heftes Probleme bereitete, soll dem Vernehmen nach auch an dem Lizenzgeber Sony gelegen haben. Denn die “DHDL”-Sendung ist ein Ableger der Sendung “Dragons’ Den”, ein Konzept, das weltweit von Sony Pictures Television produziert und vermarktet wird. Für Gruner + Jahr kommt das Ende des gedruckten Heftes höchst ungelegen. Als Teil der Bertelsmann Content Allianz sollte G+J-Produktchef Stefan Schäfer, der seit einigen Monaten auch für die Inhalte & Marken bei der Sendergruppe RTL verantwortlich ist, gerade solche unternehmensübergreifenden Projekte fördern. So hatten die Gütersloher mit dem Gründermagazin für den Aufbau der Inhalte-Allianz noch vor einem halben Jahr kräftig getrommelt.

Anzeige

Neue Zielgruppen sollten angesprochen werden

Noch vor einem Jahr hatte Gruner + Jahr für das Wirtschaftsmagazin große Wachstumshoffnungen gesehen. Zwar erschienen von dem Magazin im vergangenen Jahr nur zwei Ausgaben. Doch G+J schielte auf eine deutlich höhere Heftfrequenz. Grund war vor allem das große Absatzpotential – darunter die mehr als drei Millionen Zuschauer der Vox-Show. Doch das war nicht alles. “Capital”-Chefredakteur von Buttlar wollte mit dem Heft völlig neue “Zielgruppen ansprechen, die bisher nicht zu Wirtschaftsmagazinen greifen”, wie er damals MEEDIA verriet. Er setzte auch auf Unternehmer aus der deutschen Startup-Szene als zahlende Abnehmer des Magazins sowie als Werbekunden.

So druckte G + J von der ersten Ausgabe 250.000 Exemplare. Um möglichst schnell eine breite Masse an Lesern zu gewinnen, setzte der Verlag den Copypreis mit 3,90 Euro zugleich niedrig an. Doch der Titel traf trotz der großen Zielgruppe offenbar nicht den Nerv bei den Werbekunden. Zwar verkaufte G+J von der ersten Ausgabe 120.000 Hefte. Doch die Werbeindustrie zeigten dem Produkt die kalte Schulter. So häufte sich mit der zweiten Ausgabe bereits die Kritik an dem Magazin. Zu sehr klebe das Heftkonzept an der Protagonisten des TV-Formats und entfalte zu wenig Strahlkraft in der Gründerszene, hieß es.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia