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Halbjahres-Bilanz-PK: Springer-CEO Döpfner verteidigt den US-Investor KKR gegen sein schlechtes Image

Axel Springer-CEO Mathias Döpfner
Axel Springer-CEO Mathias Döpfner

Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner rechnet damit, dass der Einstieg des US-Finanzinvestors KKR erst im 4. Quartal oder möglicherweise erst Anfang 2020 abgeschlossen ist. Grund hierfür ist, dass die Beteiligung unter verschiedenen Bedingungen steht. Dazu gehört unter anderem das OK des Kartellsamts und der Medienaufsicht. Döpfner verteidigte den Investor KKR bei der Halbjahres-Bilanzkonferenz gegen sein schlechtes Image.

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Der Springer-Chef nutzte die Telefon-Konferenz zu den Halbjahreszahlen vor allem dazu, um das Bild des US-Investors als renditehunriges Private-Equity-Unternehmen, das seinen Wachstumskurs auf dem Rücken der Springer-Belegschaft austragen will, ins rechte Licht zu rücken. Dies könne er nicht nachvollziehen. Nach Ansicht des Konzernchefs liegt es im Interesse eines Finanzinvestors, dass er sein Firmenengagement effizient und kostenbewusst führt. Damit unterscheide sich KKR nicht von anderen Aktionären oder dem Springer-Management. So sei es für Döpfner “lustig zu lesen, dass Private Equity Springer jetzt Renditenorientierung beibringt”.

“Alles zwanghaft mit KKR in Zusammenhang gebracht”

Auch die Befürchtung, dass bei dem angestrebten Expansionskurs durch KKR die Springer-Mitarbeiter die Leidtragenden sein könnten, wies der Springer-Chef zurück. So seien die Mitarbeiterzahlen bei allen Firmen, bei denen sich KKR in den vergangenen Jahren im deutschsprachigen Raum engagierte, durchschnittlich um acht Prozent geklettert. Der US-Inevstor hatte sich vor einigen Jahren bei der Münchener TV-Kette Pro Sieben Sat 1 engagiert. Dies führte unter anderem dazu, dass im Programm massiv gespart und Stellen abgebaut wurden. Dass KKR in der Öffentlichkeit keinen guten Ruf genießt, akzeptiert Döpfner wohl. Er ist sich zudem bewusst, dass die Berichterstattung über das Berliner Medienhaus vor allem KKR zugeschrieben werde. “Alles, was wir tun, wird zwanghaft mit KKR in Zusammenhang gebracht”, so der Vorstandschef.

Größere Zukäufe denkbar
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Laut Döpfner will KKR in den nächsten Jahren in den Ausbau des digitale Rubrikengeschäfts und in den digitalen Journalismus investieren. Dies soll auch durch Zukäufe erfolgen. Dabei seien auch größere Akquisitionen denkbar. Was KKR und Springer hierbei im Blick hätten, ließ er offen. Springer lote ständig den Markt nach geeigneten Übernahmezielen aus.
Erst jüngst wurde spekuliert, dass Scout24 zerschlagen werden könnte. Als möglicher Käufer für AutoScout 24 wurde dabei Springer ins Spiel gebracht. Seit Längerem kursieren auch Gerüchte, dass die Berliner ein Auge auf das Kleinanzeigen-Geschäft von eBay geworfen haben könnten.

Mit der Neuausrichtung als digitaler Weltmarktführer im Journalismus stellt sich aber auch die Frage, was Springer mit seinen Druckereien vorhat. So verfügt das Unternehmen über eigene Druckereien an drei Standorten. Wie hier die Zukunft aussieht, sei weder besprochen noch geplant. Im Zwischenbericht malt der Vorstand allerdings weiter ein düsteres Bild für gedruckte Medien. So werde sich der Markt für Printprodukte weiter rückläufig entwicklen. Dies habe sich auch erneut im 1. Halbjahr gezeigt: “Die verkaufte Gesamtauflage der Zeitungen und Zeitschriften lag 5,7 Prozent unter des des Vorjahreszeitraum”, heißt es dort.

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Alle Kommentare

  1. KKR hat i.d.R. eine Haltdauer von um die 8 Jahre, bevor sie mit Gewinn versuchen wieder zu verkaufen.
    Der Kurs fängt derzeit langsam wieder an sich zu bewegen (nach unten) und ohne eine saftige “Kostenoptimierungsankündigung” in der dahindarbenden Publistiksparte des Verlags dürften die 62€ schnell purzeln und der Verkauf mit Gewinn in weite Entfernung rücken.
    Viele Trader waren sehr glücklich, die Papiere zu einem Top-Preis an KKR loszuwerden. 2018,2019 waren keine guten Jahre.
    Wenn die nun nicht spätestens nächste Jahr anfangen drastisch zu verschlanken, sind wir wieder vor der Übernahme bei 45€ trend abwärts und der “Herr KKR” hat sich ordentlich verspekuliert.:D
    Passiert selbst den besten:D

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