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“Schwierige Beziehung” – Berlusconis Mediaset könnte mehr von ProSiebenSat.1 wollen, als dem Konzern lieb ist

ProSiebenSat.1-CEO Max Conze
ProSiebenSat.1-CEO Max Conze © ProSiebenSat.1 Media SE/ Montage: MEEDIA

Mit knapp zehn Prozent hat sich der italienische Medienkonzern Mediaset bei ProSiebenSat.1 eingekauft. Doch zwischen beiden Unternehmen scheint sich ein "ziemlich schwierige Beziehung" zu entwickeln, wie die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") berichtet. Nun wird bereits spekuliert, ob die Italiener ihre Anteile mittelfristig aufstocken wollen.

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Der italienische Medienkonzern Mediaset hatte Ende Mai mitgeteilt, Anteile an P7S1 erworben zu haben. Dabei geht es konkret um 9,6 Prozent der Anteile an dem deutschen Unternehmen, wie Unternehmenschef Pier Silvio Berlusconi mitteilte. Er ist der Sohn des früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, der sich 1994 aus der Konzernführung zurückgezogen hatte (MEEDIA berichtete).

Fokus auf Zusammenarbeit mit Mediaset

Doch die Geschäftsbeziehung zwischen den P7S1 und Mediaset scheint sich schwierig zu gestalten. Dies berichtete die “SZ” am Wochenende. Demnach baut Mediaset derzeit eine neue Dachgesellschaft in den Niederlanden mit dem Namen Media For Europe (MFE) auf. Auch P7S1 soll nach den Plänen der Italiener unter das Dach der neuen Holding kommen. Der Druck auf Unterföhring wird erhöht, während P7S1 um CEO Max Conze weiter als unabhängiges Unternehmen agieren möchte.

Auf den jüngsten Vorstoß von Mediaset-Chef Berlusconi, der gegenüber der italienischen Zeitung “La Stampa” von einem “langen Prozess” und “Gesprächen” gesprochen hatte, verwies eine P7S1-Sprecherin auf frühere Aussagen von Vorstandschef Conze. Der Fokus liege auf der bestehenden, punktuellen Zusammenarbeit mit Mediaset und anderen europäischen TV-Ketten sowie auf dem Videoportal Joyn.

Wie sehen die Pläne von Mediaset aus?
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Nach dem überraschenden Kauf der Anteile Ende Mai, wofür laut Insidern wohl die Schweizer Großbank Credit Suisse im Auftrag von Mediaset verantwortlich war, heißt es nun, dass die Italiener ihre Beteiligung mittelfristig ausbauen könnten. Eine mögliche Sperrminorität von etwa 25 Prozent steht im Raum, wie die “SZ” schreibt. Dabei sei auch denkbar, dass ein kaufkräftiger Finanzinvestor bei der Aufstockung der Anteile helfen könnte. Auch eine Zerschlagung der deutschen Mediengruppe samt Abtrennung der Internetgeschäfte werde von Beteiligten befürchtet.

Fürs 1. Quartal 2019 hatte P7S1 gemischte Zahlen präsentiert: Zwar wuchs der Umsatz um vier Prozent auf 913 Millionen Euro und die Konzernbereiche Content Production & Global Sales und Commerce verzeichneten ein starkes Wachstum. Allerdings zeigte sich der TV-Werbemarkt rückläufig und auch der operative Gewinn ging um fünf Prozent zurück. Am Mittwoch wird das Medienunternehmen die Zahlen für das 2. Quartal vorlegen.

tb 

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