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Nach umstrittenem Artikel: Beförderung von Rafael Buschmann zum “Spiegel”-Investigativ-Chef stockt

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Rafael Buschmann sollte nach einem Bericht des Medienmagazins "Übermedien" beim "Spiegel" die Leitung des Investigativ-Teams übernehmen. Für Unruhe sorgten allerdings Zweifel an einer Enthüllungsgeschichte des Journalisten aus dem Jahr 2014. Nun scheint sich die Beförderung des "Football Leaks"-Autor vorerst zu verzögern.

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Wie Stefan Niggemeier vorige Woche bei “Übermedien” geschrieben hatte, gibt es massive Zweifel an einer Enthüllungsgeschichte Buschmanns aus dem Jahr 2014 über angeblich manipulierte Spiele bei der Fußball-WM in Brasilien. Die Story beruhte offenbar auf einem Chat Buschmanns mit dem berüchtigten Matchfixer Wilson Raj Perumal, der laut dem “Spiegel”-Artikel “Faule Äpfel” Ergebnisse korrekt vorhergesagt haben soll.

Zahlreiche Indizien – darunter die Aussage eines ehemaligen Facebook-Mitarbeiters – legen jedoch nahe, dass der Chat zwischen Buschmann und Perumal erst nach den betreffenden Spielen stattfand, was der Geschichte ihre Substanz nehmen würde (MEEDIA berichtete).

Der “Spiegel” widersprach den Vorwürfen:

“Rafael Buschmann hat vor der Veröffentlichung des Artikels ‘Faule Äpfel’ seine nach wie vor gültige Beleglage mit Unterlagen und Zeugen sowohl der Ressortleitung, Dokumentation und Rechtsabteilung offengelegt, und es wurde dann im Einverständnis mit der Chefredaktion entschieden, diesen Beitrag so wie geschehen zu veröffentlichen. Auf dieser Basis wurde die Abmahnung von Herrn Perumal auch zurückgewiesen, er hat dann keine weiteren Ansprüche verfolgt oder geltend gemacht.”

Auch die Aufklärungskommission zum Fall Relotius sei Hinweisen zum Artikel nachgegangen. “Diese hat in Kenntnis sämtlicher Darstellungen bis heute keine Belege für Fälschungen gefunden”, heißt es. Nun allerdings scheint sich die Beförderung Buschmanns zu verzögern, wie der Medienjournalist Kai-Hinrich Renner am Freitag berichtete.

“Spiegel” will Nachforschungen durchführen

Die Verantwortlichen beim “Spiegel” möchten nun sowohl mit dem Ex-Mitarbeiter von Facebook als auch mit dem US-Unternehme selbst reden. Auch weil Buschmann behauptet hatte, dass sein Zugang gehackt worden sei. Daher lasse sich der Original-Chat nicht mehr zurückverfolgen.

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Diesen soll der Investigativ-Journalist vor fünf Jahren einem Redakteur von “Spiegel Online” gezeigt haben, der dazu ein Gedächtnisprotokoll abgegeben habe, auf dessen Basis eine eidesstattlichen Erklärung erstellt wurde, mit der ein Unterlassungsbegehren Perumals abgeschmettert werden sollte, so Renner. Im Gespräch mit der dreiköpfigen Aufklärungskommission konnte sich der Online-Redakteur allerdings nicht mehr genau an den Inhalt erinnern, den Buschmann ihm gezeigt hat.

Laut Renner möchte der “Spiegel” zunächst den Ausgang der Nachforschungen abwarten, ehe über die Beförderung von Buschmann entschieden werde. Die Identität des ehemaligen Facebook-Mitarbeiters ist dem Magazin allerdings laut Stefan Niggemeier schon lange bekannt, so dass sich die Frage stellt, warum der “Spiegel” erst jetzt Nachforschungen anstellt.

tb

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Alle Kommentare

  1. Wie auch immer: diesen Rafael Buschmann sollte der Spiegel vor Beförderung bitte erst noch auf einen Englisch-Kurs schicken.

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