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Strukturreform des VDZ könnte Gruner + Jahr und Spiegel den Weg zurück zum Bundesverband eröffnen

VDZ-Präsident Rudolf Thiemann
VDZ-Präsident Rudolf Thiemann

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) will seine fünf Landesverbände mit dem Bundesverband fusionieren. Das soll im Herbst eine Delegiertenversammlung durchwinken. Kommt die Verschmelzung, würden Gruner + Jahr, Spiegel & Co. beim Zeitschriftenverband wieder auf Bundesebene mitmischen, obwohl sie diese Bühne vor einigen Jahren wegen personeller Querelen um die VDZ-Spitze verlassen hatten.

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Es war ein großes Zerwürfnis. Vor drei Jahren eskalierten die Querelen um die Art der Nominierung von Funke-Gesellschafter Stephan Holthoff-Pförtner zum neuen Präsidenten des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und Nachfolger von Hubert Burda. Von “Hinterzimmerbünden” war damals die Rede. U.a. Gruner + Jahr und der Spiegel Verlag schieden aus dem wichtigen Fachverband Publikumszeitschriften des VDZ aus, der ein Teil des Bundesverbands ist (MEEDIA berichtete). Seither versuchten Holthoff-Pförtner oder der jetzige VDZ-Präsident Rudolf Tiemann die Wogen zu glätten und die G+J-Chefin Julia Jäkel wieder zur Rückkehr zu bewegen. Doch vergeblich. Die Managerin ließ sich bislang nicht erweichen, bei der größten Lobbyvereinigung der deutschen Magazinbranche wieder aktiver zu werden.

Geplante Strukturreform

Das könnte sich dies bald ändern. Grund hierfür ist, dass der VDZ derzeit eine umfassende Strukturreform plant. So sollen die fünf Landesverbände auf den Bundesverband verschmolzen werden. Diesen Umbau soll im Spätherbst eine Delegiertenversammlung beschließen. Mit der Maßnahme will der VDZ alle Ressourcen bündeln, “um so die Relevanz und Stärke des Verbandes für die Zukunft zu sichern”, heißt es. Da Gruner + Jahr nach wie vor im Landesverband Hamburg Mitglied ist, würde der Verlag durch die Fusion automatisch in den Bundesverband aufrücken. Auch der Spiegel Verlag würde dadurch hier aktiver werden. Sprecher von Gruner + Jahr und Spiegel wollten sich hierzu nicht äußern. Dem Vernehmen nach wollen die Verlage erst abwarten, ob die Strukturreform bei der Delegiertenversammlung angenommen wird und sich dann positionieren.

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Dass die Strukturreform des VDZ wie geplant von der Delegiertenversammlung umgesetzt wird, gilt in der Magazinbranche als sicher. Einziger Ausreißer ist derzeit der Berliner Landesverband. Er will sich an den Fusionsplänen nicht beteiligen und sieht hierin keinen Sinn. Ob das so bleibt, wird sich zeigen. Für die Medienhäuser wäre eine vollständige Rückkehr in den Zeitschriftenverband vorteilhaft. Denn der wachsende Wettbewerbsdruck durch die US-Techriesen Google, Facebook & C0. erschwert vielen das Geschäft. Auch neue Werbeverbote und Datenschutzverordnungen belasten die Verlagsbranche. Hier kann der Verband in Brüssel geschickt gegensteuern. Daher könnten die Interessen von Gruner + Jahr & Co. über den VDZ wieder mehr Gehör finden. Zudem wäre eine Rückkehr der Verlage auf die VDZ-Bundesebene auch finanziell weniger belastend als vor dem Austritt vor einigen Jahren. Denn der Verband plant, eine neue Beitragsstaffel einzuführen.

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