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Nach Unitymedia-Übernahme: Vodafone plant Marketingoffensive gegen Deutsche Telekom

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Federico Gambarini/dpa

18,4 Milliarden Euro hat Vodafone für die Kabelnetze der Unitymedia-Muttergesellschaft Liberty Global hingelegt. Nun will sich das Unternehmen mit einer Marketingoffensive gegen die Deutsche Telekom in Stellung bringen und dem Konkurrenten Kunden wegschnappen.

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Vodafone will der Deutsche Telekom mit einer breit angelegten Marketingkampagne ihre Kunden abgreifen. Der Start der Werbeoffensive ist für den 1. September geplant, wie Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter vor den Mitarbeitern verkündet hat. Dies berichtete das “Handelsblatt” am Sonntag. Hintergrund ist die Genehmigung der EU-Kommission zur Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia. Vodafone möchte nun die Leistung beider Unternehmen bündeln, um sich hierzulande besser zu positionieren.

Schon diesen Donnerstag, zum 1. August soll der Kaufvertrag unterschrieben werden, schreibt das Handelsblatt. Unitymedia habe bereits seine Kunden informiert, dass ihre Daten an den neuen Besitzer übergeben werden. 18,4 Milliarden Euro hatte der Konzern für die Kabelnetze der Unitymedia-Muttergesellschaft Liberty Global in Deutschland, Tschechien, Ungarn und Rumänien gezahlt. Durch die Übernahme kann Vodafone erstmals über eine eigene Infrastruktur in jedem Bundesland Breitbandinternet zur Verfügung stellen.

Konzentration auf das Europageschäft

Erst am Freitag hatte der britische Konzern seine Quartalszahlen präsentiert: Im 1. Geschäftsquartal erlitt Vodafone weiter einen Umsatzschwund. Die Erlöse insgesamt gingen zwischen April und Juni im Jahresvergleich um 2,3 Prozent auf rund 10,7 Milliarden Euro zurück. Der Serviceumsatz – also ohne Geräteverkäufe – schrumpfte konzernweit ohne Unternehmensverkäufe und Währungseinflüsse gerechnet um 0,2 Prozent. Das sei ein geringerer Rückgang als im Vorquartal, sagte Vorstandschef Nick Read und sah darin einen positiven Trend.

In drei der vergangenen vier Geschäftsjahre haben die Briten teils hohe Milliardenverluste eingefahren. Jetzt will sich der Vodafone-Chef vorwiegend auf das Geschäft in Europa konzentrieren. Im wichtigsten Einzelmarkt Deutschland konnte Vodafone auf vergleichbarer Basis dank der Kabelnetzsparte leicht zulegen. Im Mobilfunk gingen die Serviceumsätze im Quartal allerdings um 0,5 Prozent weiter zurück, weil weniger Erlöse mit Wiederverkäufern gemacht wurden.

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Die Mobilfunkanbieter 1&1 Drillisch und Freenet mieten bei den Netzbetreibern Leitungen und stricken daraus eigene Tarife für ihre Kunden. Insgesamt legte der Umsatz in Deutschland um 0,5 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu. Gewinnkennzahlen legt Vodafone nur halbjährlich vor.

tb/dpa

 

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