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“Spiegel”: Rafael Buschmann soll laut Bericht Leiter des Investigativteams werden

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Laut einem Bericht des Online-Medienmagazins "Übermedien" soll Rafael Buschmann beim "Spiegel" die Leitung des Investigativ-Teams übernehmen. Die langjährigen Investigativ-Reporter Jürgen Dahlkamp, Gunther Latsch und Jörg Schmitt würden dann das Team verlassen. Für Unruhe sorgen Zweifel an einer Enthüllungsgeschichte Buschmanns aus dem Jahr 2014.

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Wie Stefan Niggemeier bei “Übermedien” schreibt, gibt es massive Zweifel an einer Enthüllungsgeschichte Buschmanns aus dem Jahr 2014 über angeblich manipulierte Spiele bei der Fußball-WM in Brasilien. Die Story beruhte offenbar auf einem Chat Buschmanns mit dem berüchtigte Matchfixer Wilson Raj Perumal, der laut dem “Spiegel”-Artikel “Faule Äpfel” Spiel-Ergebnisse korrekt vorhergesagt haben soll. Zahlreiche Indizien legen jedoch nahe, dass der Chat zwischen Buschmann und Perumal erst nach den betreffenden Spielen stattfand, was der Geschichte ihre Substanz nehmen würde.

Trotz solcher ungeklärten Zweifel soll Buschmann nun laut “Übermedien” zum Leiter der Investigativ-Abteilung befördert werden. Statt Dahlkamp, Latsch und Schmitt soll u.a. Michael Wulzinger, Co-Autor der “Football Leaks”-Bücher und Sport-Ressortleiter zum Zeitpunkt, als die “Faule Äpfel”-Geschichte veröffentlicht wurde, neu ins Investigativ-Team kommen. Der “Spiegel” wollte sich auf MEEDIA-Nachfrage nicht zu den Personalien äußern.

Mit Bezug auf die Kritik an dem Artikel “Faule Äpfel” teilte eine “Spiegel”-Sprecherin mit:

Dem widersprechen wir, der SPIEGEL hat sich bereits mehrfach öffentlich geäußert und aufgeklärt, zuletzt auch bei der Vorstellung des Abschlussberichts zum Fall Relotius. Rafael Buschmann hat vor der Veröffentlichung des Artikels “Faule Äpfel” seine nach wie vor gültige Beleglage mit Unterlagen und Zeugen sowohl der Ressortleitung, Dokumentation und Rechtsabteilung offengelegt, und es wurde dann im Einverständnis mit der Chefredaktion entschieden, diesen Beitrag so wie geschehen zu veröffentlichen. Auf dieser Basis wurde die Abmahnung von Herrn Perumal auch zurückgewiesen, er hat dann keine weiteren Ansprüche verfolgt oder geltend gemacht.

Die Aufklärungskommission zum Fall Relotius ist zahlreichen Hinweisen zu verschiedenen Artikeln nachgegangen und setzt ihre Arbeit bekanntlich bis heute fort. Auch zum oben genannten Artikel sind Hinweise eingegangen, und es wurden weitere Recherchen durchgeführt. Die Kommission hat in Kenntnis sämtlicher Darstellungen bis heute keine Belege für Fälschungen gefunden.

Wir bitten weiter um Verständnis dafür, dass weder die Kommission noch wir uns zu weitergehenden Rechercheergebnissen, Belegen und Quellen äußern.

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Ähnlich äußerte sich der “Spiegel” auch schon gegenüber “Übermedien”. Niggemeier weist in seinem Text darauf hin, dass die zurückgewiesene Abmahnung Perumals nichts mit der eigentlichen Kritik an dem Artikel zu tun hat. Ebenso geht es nicht um “Fälschungen”, wie der “Spiegel” schreibt, sondern schlicht um die Korrektheit der “Spiegel”-Darstellung.

swi

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Alle Kommentare

  1. Wie das so ist mit überspezifischen Dementis…
    Irgendwann, in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft, schnallen selbst die Hamburger Fischköppe, daß Beschiss am Leser nichts mit Demokratie-Geschützen zu tun hat.

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