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Frauen in Medien-Führungspositionen: Lediglich der “stern” knackt die 50-Prozent-Marke

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Wie steht es um den Frauenanteil in Führungspositionen bei deutschen Leitmedien? Der Verein ProQuote hat nun eine neue Auswertung präsentiert. Sie zeigt: Derzeit erfüllt lediglich die Printredaktion des "stern" mit knapp über 52 Prozent die Forderung, die Hälfte der Führungsjobs mit Frauen zu besetzen. Besonders mau sieht es dagegen beim "Focus" aus.

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50 Prozent der Führungspositionen in deutschen Leitmedien sollen mit Frauen besetzt sein. Der Verein ProQuote Medien fordert dies seit einigen Jahren und erhebt seit 2012 den sogenannten Frauenmachtanteil in journalistischen Führungspositionen. Die Zählung erfolgt auf Grundlage der Impressen, wobei nach Hierarchie-Ebenen gewichtet wird, heißt es. Konkret: Je höher die Position, desto größer die Machtfülle. Ende 2018 veröffentlichte ProQuote Medien erstmals eine Rangliste für die Rundfunkhäuser (MEEDIA berichtete).

Nun hat der Verein seine aktuelle Auszählung für Print- und Onlinemedien veröffentlicht. Das Ergebnis: Lediglich die Printredaktion vom “stern” knackt derzeit die 50-Prozent-Marke und kommt auf 52,5 Prozent (ein Plus von 7,8 Prozentpunkten im Vergleich zum Januar 2019). Die Zeitschrift aus dem Verlagshaus Gruner+Jahr besetzt die Leitungsfunktionen beim “stern” mit Doppelspitzen aus je einer Frau und einem Mann, erklärt ProQuote Medien das gute Ergebnis.

Mehrheit bleibt teils deutlich unter der 50-Prozent-Marke

Bei den anderen deutschen Leitmedien sieht es beim Blick in die Printredaktionen teils deutlich schlechter aus. Beim zweitplatzierten “Spiegel” ist der Frauenmachtanteil nur leicht gestiegen, auf aktuell 38,9 Prozent – ein Plus von 1,6 Prozentpunkten im Vergleich zur Zählung von Januar 2019. Einen Zuwachs von 6,2 Prozentpunkten verzeichnet die “Süddeutsche Zeitung” (32,6 Prozent). Den vierten Rang belegt die “Zeit” (28,4 Prozent), die in früheren Jahren weit besser abgeschnitten hat, kürzlich jedoch wieder unter die 30-Prozent-Marke fiel. Noch vor rund anderthalb Jahren lag das Hamburger Blatt bei knapp über 37 Prozent (MEEDIA berichtete).

Bei der “Welt”, der “FAZ” und dem “Focus” sind Frauen in Führungspositionen nach wie vor stark unterrepräsentiert. Alle drei genannten Medien bleiben unter der 20-Prozent-Hürde. Der Verein verweist in seiner Mitteilung auf die vertane Chance der “FAZ”, nach der Trennung von einem ihrer vier Herausgeber im Frühjahr dieses Jahres, erstmals eine Frau in ihr oberstes Gremium aufzunehmen. Das Schlusslicht im Ranking bildet der “Focus” mit einem gewichteten Frauenmachtanteil von 11,8 Prozent.

Online läuft es bereits besser
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“Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine Ausgewogenheit zwischen Männern und Frauen an den Redaktionsspitzen durchaus erreichbar ist. Nun sollten die althergebrachten Muster endlich überwunden werden. Alles andere ist nicht zeitgemäß. Medien müssen jetzt besonders gut aufgestellt sein“, fordert Maren Weber, ProQuote Medien Vorsitzende.

Blickt man in die Online-Redaktionen scheint dies bereits besser zu gelingen als bei den Printkollegen: “Focus Online” zum Beispiel belegt dort Platz 4 mit einer Quote von 32,3 Prozent. Auch bei dieser Zählung steht “stern.de” ganz oben mit einem Anteil von 40,7 Prozent. Das G+J-Medium hatte in der Vergangenheit bereits bessere Werte. Im Januar 2018 waren es 52,4 Prozent. In der aktuellen Rangliste folgen “Zeit Online” (37,7 Prozent) und “Sueddeutsche.de” (34,6).

Die wenigsten Frauen in Führungspositionen finden sich nach wie vor bei “faz.net” (16,1 Prozent), allerdings mit einer leichten Steigerung zum Januar um 3,2 Prozentpunkte und den Axel-Springer-Medien “Bild.de” (24,5) und “Welt.de” (25). Allerdings zeigt die Entwicklung auch bei diesen beiden Online-Medien seit der letzten Erhebung nach oben.

tb

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Alle Kommentare

  1. Es werden Marken geknackt oder auch nicht, es wird geränkt und sich aufgestellt, Frauenmachtanteile werden quantifiziert – und am Ende ist nichts und gar nichts erklärt.

    Ist der stern nun wegen oder trotz seiner relativ hohen Frauenquote so erfolglos? Hat das eine mit dem anderen überhaupt etwas zu tun? Wo sind die Genderexpertinnen, die Kommunikationswissenschaftlerinnen, die den Zahlensalat deuten? Oh Stokowski, hilf!

  2. “Lediglich der “stern” knackt die 50-Prozent-Marke…”
    Laut den veröffentlichten Verkaufszahlen auch hier auf meedia.de ist aber auch keine andere Zeitschrift aus dem erlauchten Kreis der selbsternannten “Leitmedien” bei den Verkaufszahlen derart auf dem absteigenden Ast wie der Stern….
    Also inzwischen vor allem ein Vorreiter bei den “Leidmedien”.

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