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Expansionskurs: Kölner DuMont Mediengruppe stellt Bundesanzeiger-Gruppe neu auf

Die DuMont Unternehmenszentrale in Köln
Die DuMont Unternehmenszentrale in Köln

Der zu Dumont gehörende Bundesanzeiger hat seine Fachmedien unter der neuen Marke "Reguvis" gebündelt. Jetzt wollen die Kölner den Bereich im September in eine eigene Gesellschaft ausgründen. Das dürfte der Bundesanzeiger-Gruppe helfen, denn dem Unternehmen droht ein tiefer Einschnitt. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht will jedem Bürger kostenlos den Zugang zu allen Gesetzestexten verschaffen, bislang einer der wichtigsten Einnahmequelle des Verlagshauses.

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Der Markenname klingt sperrig: “Reguvis”. Er setzt sich aus “Regu” für regulatorische Anforderung und “Vis” für Visibilität zusammen. Darunter bündelt der Bundesanzeiger seit Oktober vergangenes Jahres das gesamte Portfolio an Fachmedien, das mehr als 1000 Bücher, Fachzeitschriften, 50 Fachportale und Datenbanken umfasst. Die Themenbereichen sind vielfaltig – von Außenwirtschaft bis Bau und Immobilien.

“Wir wollen unseren Auftritt als eigenständiger, moderner und serviceorientierter Verlag stärken”, erklärte dazu Jörg Mertens, der seit Mai 2017 Geschäftsführer der DuMont Business Information ist. “‘Reguvis’ spiegelt hierbei den Anspruch wider, unseren Kunden relevante Informationen und Lösungen für ihre tägliche Praxis zu bieten – einer Praxis, die sich stark nach regulatorischen Anforderungen richtet.”

Umbau zu einer selbstständigen Sparte

Jetzt baut der ehemalige Holtzbrinck-Manager diese Sparte gesellschaftsrechtlich zu einer selbstständigen Einheit aus. “Der Geschäftsbereich ist heute schon unter dem Markennamen ‘Reguvis’ am Markt aktiv und wird voraussichtlich ab September 2019 als eigenständige ‘Reguvis’ Fachmedien GmbH firmieren”, kündigt eine Dumont-Sprecherin gegenüber MEEDIA an. Die Gesellschaft werde direkt der DuMont Business Information zugeordnet, die wiederum eine Tochter der DuMont Mediengruppe ist. Mit der Maßnahme will das Kölner Verlagshaus die Bundesanzeiger-Gruppe weiter auf Expansionskurs steuern. “Die Ausgründung ist ein weiterer Schritt, das Wachstum voranzutreiben”, erklärt eine Verlagssprecherin.

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Dass der Bundesanzeiger weitere Wachstumsperspektiven sucht, ist verständlich. Denn an anderer Stelle droht der DuMont-Tochter eine wichtige Einnahmequelle wegzubrechen. So will die neue Bundesjustizministerin Christine Lambrecht künftig, dass jeder Bürger kosten- und barrierefrei auf amtlich verkündete Gesetze und Verordnungen im Bundesgesetzblatt zugreifen kann. Bislang müssen sie hierfür bezahlen. Die Idee geht zurück auf Lambrechts Vorgängerin Katarina Barley.

Dafür muss Lambrecht vorher aber noch die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen. Dies solle bis Januar 2022 erfolgen, erklärte ein Sprecher des Bundesjustizministeriums auf MEEDIA-Anfrage. Dann seien alle Veröffentlichungen im Bundesgesetzblatt, insbesondere Änderungsgesetze, für alle Bürger gratis erhältlich.

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Alle Kommentare

  1. Dass Frau Barley nicht mehr Justizministerin ist, hat sich nicht bis nach Hamburg rumgesprochen.

    1. Lieber Herr Buschheuer,

      das ist uns nun auch aufgefallen. Danke für den Hinweis. Wir haben es entsprechend korrigiert!

      Viele Grüße
      Thomas Borgböhmer (Redakteur)

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