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Historischer Tag für die Spiegel-Gruppe: Redaktionsfusion von Spiegel-Print und Spiegel Online ist perfekt

Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass
Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass

Die Verschmelzung von "Spiegel Online" mit dem Print-"Spiegel" ist unter Dach und Fach. Nach Informationen von MEEDIA wollen die Betriebsräte der beiden Verlagsbereiche die Mitarbeiter heute in getrennten Betriebsversammlungen darüber informieren, wie man sich mit der Geschäftsführung unter Leitung von Thomas Hass über die kaufmännischen Eckpunkte der Fusion verständigt hat. Damit kann die gemeinsame Redaktion im September ihre Arbeit aufnehmen.

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Die lang ersehnte Verschmelzung von “Spiegel Online” und der Print-Redaktion des “Spiegel” ist geglückt. Nach Informationen von MEEDIA haben sich die Betriebsräte von “Spiegel Online” und dem Spiegel-Verlag mit der Firmenspitze auf die kaufmännischen Eckpunkte geeinigt, wie die beiden Bereiche künftig zusammenarbeiten sollen. Darüber sollen die Mitarbeiter zunächst von “SpOn” und danach vom Spiegel-Verlag heute auf getrennten Betriebsversammlungen informiert werden, erfuhr MEEDIA aus Unternehmenskreisen.

Ein Spiegel-Sprecher gegenüber MEEDIA: “Ich kann Ihnen bestätigen, dass für heute Betriebsversammlungen von Spiegel Online und dem Spiegel-Verlag angesetzt sind. Die jeweiligen Tagesordnungen sehen auch Informationen zum Gemeinschaftsbetrieb vor.“ Und weiter: “Wir freuen uns, dass wir uns auf die wesentlichen Eckpunkte für den Gemeinschaftsbetrieb geeinigt haben. Diese Einigung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch den Gesamtbetriebsrat Spiegel-Verlag.”

Weg frei für Gemeinschaftsbetrieb

Damit wäre für die Spiegel-Gruppe der Weg frei, um einen Gemeinschaftsbetrieb zu gründen. Die “SpOn”- und Print-Redaktion könnten dann gemeinsam im September ihre Arbeit aufnehmen. Käme es dazu, wäre die Verschmelzung von “Spiegel Online” mit dem Spiegel-Verlag ein historischer Schritt für das traditionsreiche Haus an der Ericusspitze. Seit Jahren arbeiten die beiden Unternehmenssparten unter unterschiedlichen Bedingungen. So verdienen “SpOn”-Redakteure im Schnitt deutlich weniger als ihre Print-Kollegen, heißt es.

Der Einigung waren wochenlange Verhandlungen vorausgegangen. Zuletzt gab es unter anderem Zoff um eine Überstundenregelung bei “Spiegel Online”. Doch das war nicht alles. Größter Knackpunkt war, wie die “SpOn”-Mitarbeiter zu stillen Gesellschaftern werden. Hierfür öffnet sich erstmals in der Unternehmensgeschichte des Medienhauses die Mitarbeiter-KG, mit 50,5 Prozent Mehrheitsgesellschafter der Spiegel-Gruppe. Sie ist bereit, auch “SpOn”-Mitarbeitern dieses Privileg einräumen, das bislang Arbeitnehmern des Verlags vorbehalten war.

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Knackpunkt Mitarbeiter KG

Das wurde jedoch in den betroffenen Arbeitnehmervertretungen zum Streitfall. Der Grund: Nicht alle “SpOn”-Mitarbeiter können auf einen Schlag zu stillen Gesellschaftern aufsteigen. Daher ist geplant, “SpOn”-Arbeitnehmern die Stellen von ausscheidenden Mitarbeitern in der KG anzubieten, die ihre stille Beteiligung satzungsgemäß abgeben müssen. Das Problem dabei: Die frei werdenden Plätze im KG-Boot sind begrenzt. Jährlich verlassen lediglich 30 bis 40 Vorruheständler das Unternehmen. Daher müssten sich die Betriebsräte und die Mitarbeiter-KG auf einen Modus einigen, mit welchen Arbeitnehmern die frei werdenden Stellen zunächst besetzt werden. Dafür waren zuletzt mehrere Optionen im Gespräch. Dazu zählte die Auswahl per Losverfahren oder per Betriebszugehörigkeit.

Wie ein Spiegel-Sprecher weiter erklärt, wurde im November des vergangenen Jahres vereinbart, “zur Förderung eines schnellen Zusammenwachsens der beiden Redaktionen möglichst einheitliche Arbeitsbedingungen” zu schaffen. “Es geht dabei insbesondere um Arbeitszeiten, Vergütung, Gewinnbeteiligungen, die Hausbräuche, den Wechsel von ‘Spiegel Online’ zum Spiegel-Verlag und die Presseversorgung. Zu diesen Punkten haben die Betriebsparteien Grundsätze vereinbart, die eine möglichst weitgehende Angleichung der Bedingungen erlauben und zugleich langfristig wirtschaftlich tragbar sind. An vielen Stellen sind auch bereits detaillierte Regelungen getroffen.” Als nächstes würden die Ergebnisse in Betriebsvereinbarungen überführt, anschließend sollen die fehlenden Regelungen im laufenden Betrieb der gemeinsamen Redaktion vervollständigt werden, heißt es. “Den Start des Gemeinschaftsbetriebs und damit der gemeinsamen Redaktion planen wir für September 2019”, so der Sprecher.

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