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Der neue Streamingdienst Joyn im MEEDIA-Check: technisch alles top, inhaltlich noch Luft nach oben

Katja Hofem und Alexandar Vassilev sind die Geschäftsführer von Joyn
Katja Hofem und Alexandar Vassilev sind die Geschäftsführer von Joyn © Picture Alliance/ Media Tech Con/ Montage: MEEDIA

Joyn, das Streaming-Joint-Venture von ProSiebenSat.1 und Discovery, ist heute gestartet. Es ist vorerst kostenfrei, werbefinanziert und bietet neben einer üppigen Mediathek jede Menge Live-TV. Eine kostenpflichtige Premium-Version ist für den Winter geplant.

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Zwei Klicks reichen und Christian Ulmen springt in “Jerks” über die Bildschirme. Viel einfacher hätte ProSiebenSat.1 seinen Streaming-Dienst Joyn nicht gestalten können. Ganz ohne Registrierung, ohne lästige Fragen – und zum Start auch ohne Kosten.

Joyn, so der Anspruch, will der neue “Champion of Choice” im deutschen Streaming-Markt sein. Ein “All-In-One-Entertainment-Paket”, das auf lange Sicht die Streaming-Dienste 7TV, Maxdome und den Eurosport Player bündelt. Das Streaming-Angebot ist das Vorzeige-Projekt des neuen ProSiebenSat.1-CEOs Max Conze. Er hatte angekündigt, damit ein “deutsches Hulu” schaffen zu wollen und bis zu 50 Mio. Euro zu investieren. Zum Start aber gibt sich Joyn vor allem: bodenständig.

Elf Sender und 50 Live-Streams

Es gibt ein intuitives Design, das an Netflix erinnert, ganz ohne Schnick-Schnack. Hinzu kommt eine Mediathek mit Inhalten von elf Sendern, darunter ProSieben, Sat.1, Kabel eins und DMAX. Zum anderen mehr als 50 TV-Livestreams, etwa von Öffentlich-Rechtlichen und Sendern wie Welt und Sport1.

Dazu wird es aber nur eine Hand voll exklusive Serien geben. Neben der bereits von Maxdome bekannten Comedy-Reihe “Jerks” mit Christian Ulmen und Fahri Yardim sind das die Serien “Die Läusemutter“, “Single Diaries” und “Technically Single”. TV-Folgen werden zum Teil eine Woche vor und einen Monat nach der Ausstrahlung zu sehen sein.

Der Dienst finanziert sich über Werbung vor und maximal einmal während eines Videos. Zahlen oder anmelden muss sich der Nutzer nicht. Das ist Absicht, um Leute zu locken. Im Winter startet die Premium-Version, in der bisherige Maxdome-Inhalte sowie der Eurosport-Player dann komplett integriert sein werden. Der Preis ist noch unbekannt.

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Bis dahin soll das Gratis-Joyn Lust machen auf einen rein deutschen Streaming-Dienst, der zunächst nichts vom Trend der Internationalisierung hält und ganz bodenständig daher kommt. Deutsche Städte wie Hamburg oder München werden in den Eigenproduktionen hervorgehoben. Nur manchmal könnte man sich fragen, ob die Macher die erste Version ihres Dienstes nicht zu abgespeckt gestartet haben: Bis auf die Öffentlich-Rechtlichen ist bei Joyn nichts in HD, geschweige denn in 4K zu sehen. Ein Minuspunkt im Vergleich zu anderen Streaming-Diensten.

Allerdings kann die zum Start sehr intuitive Bedienung und die Schnelligkeit, mit der Joyn daherkommt, überzeugen. Technisch, so scheint es auf den ersten Blick, steht der neue Dienst den etablierten in nichts nach, außer bei der Bildqualität. Das konnte man bisher nicht von allen deutschen Angeboten behaupten.

Langsamer Start

Joyn geht inhaltlich nicht gleich in die Vollen, sondern will sich sukzessive weiterentwickeln. Ein wichtiges Verkaufsargument für den Premium-Dienst wird sicherlich die Fußball-Bundesliga werden, die Discovery über Eurosport beisteuert, wenn der Premium-Dienst erscheint. Dann wird es die Inhalte auch in HD geben, verspricht ProSieben.

Neue Contentpartner wie der US-Medienkonzern Viacom International Media Networks werden in den kommenden Wochen bei Joyn einziehen. Sie steuern zahlreiche Reality TV-Shows, Comedyserien und Animationsformate der Sender MTV, Comedy Central und Nickelodeon bei. Zudem sind weitere “Originals” in Planung: Im Winter 2019 folgen die Serien “Check Check“ mit Klaas Heufer-Umlauf sowie “Frau Jordan stellt gleich“ mit Katrin Bauerfeind, die für den Premium-Bereich produziert werden.

In zwei Jahren will ProSiebenSat.1 mit diesem Konzept zehn Millionen Zuschauer erreichen und den Rückgang der Werbeerlöse im Fernsehen ausgleichen. Ob das klappt? Mit dem Start der Premium-Version werden wir hoffentlich ein wenig schlauer sein.

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