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Neuanfang bei “Öko-Test”: Vorstand Oppermann übernimmt die Chefredaktion

Hans Oppermann
Hans Oppermann Foto: Öko-Test

Das Verbrauchermagazin "Öko-Test", das zur SPD-Medienholding ddvg gehört, wird neu ausgerichtet: Eine neue Chefredaktion, eine neue Struktur des Verlags, ein Relaunch des Digitalauftritts und des Printheftes sollen das Unternehmen fit für die Zukunft machen. Öko-Test war Anfang des Jahres negativ in die Schlagzeilen geraten. Der Grund: Das Unternehmen hatte die Auflagen von Sonderheften geschönt.

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“Öko-Test” wagt einen personellen Neuanfang: Mirko Kaiser, kommissarischer Chefredakteur des Verbrauchermagazins, verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch. An seine Stelle folgt Hans Oppermann, der zusätzlich zu seinen Aufgaben als Vorstand die Chefredaktion der Zeitschrift übernimmt. Begleitet wird die Personalie von einem radikalen Umbau des Verlagshauses. Künftig wird das Unternehmens in drei Bereichen aufgestellt: einen „Testbereich“, der sich um die Produkttests kümmern soll, einen „Redaktionsbereich“, der die Tests im Heft und online leicht verständlich und fundiert aufbereiten soll sowie einen „Vermarktungsbereich“, der das Magazin vermarktet und neue Erlösquellen erschließen soll. „Mit der neuen Struktur stellen wir ‘Öko-Test’ in einem dynamischen Markt für die Zukunft auf. In solch einer Situation ist es wichtig, dass alles aus einer Hand gesteuert wird“, erklärt “Öko-Test”-Aufsichtsratschef Dirk Hamann den neuen Kurs.

Heft und Online-Auftritt werden überarbeitet

Doch das ist nicht alles: Auch der Online-Auftritt bekommt eine Frischzellenkur: „Die Marke ‘Öko-Test’ ist jetzt im Netz wieder sichtbar, das ist wichtig für ein erfolgreiches Digitalgeschäft“, betont Oppermann. Zugleich soll das Printheft einen neuen Anstrich bekommen. Geplant ist, dem gedruckten Heft im Spätsommer einen Relaunch zu verpassen. Laut Oppermann ist die Talfahrt bei der Auflage bereits gestoppt, das Anzeigengeschäft habe man „ins Positive” gedreht. Im 1. Quartal 2019 hatte sich die verkaufte Auflage gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum auf 116.543 Exemplare erhöht. Ein Jahr zuvor beweget sich die verkaufte Auflage bei 96.616 Stück. „Das Segment ‚nachhaltiger, ökologischer Konsum‘ gewinnt immer mehr an Bedeutung; insoweit partizipieren wir an einem wachsenden Markt“, meint Oppermann.

Das Verbrauchermagazin war Anfang des Jahres in eine schwere Krise geraten. Damals wurde bekannt, dass der Verlag jahrelang die Auflagenzahlen von Sonderheften geschönt und damit Anzeigenkunden beschwindelt hatte (MEEDIA berichtete). Offenbar um die Werbekunden von einer Strafanzeige abzuhalten, druckte der Verlag Ersatzanzeigen als Entschädigung.

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Missglückte China-Expansion

Auch wirtschaftlich war die Öko-Test AG in eine Krise geraten. Auslöser hierfür war unter anderem der unternehmerischer Ausflug des Verlags nach China. Hierauf hatte das Medienunternehmen große Hoffnung gesetzt. Dort wollte es mit unabhängigen Produkttests das große Geschäft aufziehen. Denn diverse Lebensmittel-Skandale hatten die Chinesen schwer verunsichert. Da einige der chinesischen Mit-Investoren nicht bereit waren, das Projekt weiter zu finanzieren, hat auch die ddvg dieses Engagement beendet.

Sie verkaufte die Aktivitäten im November 2018 an das dortige Management. Wertberichtigungen waren nötig. Sie führten unter anderem dazu, dass die Öko-Test GmbH als operative Unit in die roten Zahlen rutschte. Für die Miesen musste allerdings die Muttergesellschaft, die Öko-Test Holding AG in Frankfurt, aufkommen, da ein Ergebnisabführungsvertrag bestand. Sie verlor dadurch mehr als die Hälfte ihres Grundkapitals. Um die Gesellschaft wieder zu stabilisieren, wurde der Öko-Test-Verlag auf die AG verschmolzen. Mehrheitsaktionär der AG ist die ddvg, die Medienholding der SPD.

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