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Poker um Axel Springer: Was Aktienanalysten von dem Kaufangebot des Finanzinvestors KKR halten

Axel Springer-CEO Mathias Döpfner
Axel Springer-CEO Mathias Döpfner

Noch ist KKR bei Axel Springer nicht am Ziel. Der US-Finanzinvestor hofft aber, dass mindestens 20 Prozent der Springer-Aktionäre das Übernahmeangebot annehmen. Analysten sehen hierfür gute Chancen. Grund hierfür ist auch die gestrige Gewinnwarnung des Vorstandschefs Mathias Döpfner, die die Anleger zu einem Verkauf ihrer Springer-Anteile bewegen könnte.

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KKR hat ein ehrgeiziges Ziel. Der US-Finanzinvestor geht fest davon aus, dass mindestens 20 Prozent der außenstehenden Anteilseigner ihre Springer-Aktien zum Kauf andienen. Dann wäre der Einstieg der Amerikaner gelungen. Dafür hatten die New Yorker gestern allen Springer-Aktionären ein Angebot von 63 Euro je Anteilsschein unterbreitet. Der Börsenkurs des Berliner Medienunternehmens schoss daraufhin in Sekundenschnelle in die Höhe und pendelte sich bei mehr als 63 Euro ein.

Analysten gehen davon aus, dass KKR sein selbst gestecktes Ziel bei Axel Springer erreichen könnte. Grund hierfür ist auch die Gewinnwarnung, die Springer-Boss Mathias Döpfner gestern überraschend aussprach. Sie erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die außenstehenden Springer-Aktionäre den Amerikanern ihre Springer-Aktien andienen. Davon geht Sarah Simon, Analystin bei der Hamburger Berenberg, aus. Überraschend hatte Springer-Chef Mathias Döpfner die Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr konjunkturell bedingt gekappt. Der Umsatz werde im niedrigen einstelligen Prozentbereich zurückgehen, das bereinigte Ebitda im mittleren einstelligen Prozentbereich sinken, hieß es. Ein Grund hierfür war, dass die Berliner bei ihrem Jobportal Stepstone zunehmend Gegenwind spüren. Auch 2020 werde das Ergebnis “deutlich unter 2019” liegen.

Der schlechtere Ausblick auf die künftige Ertragsentwicklung könnte die Springer-Aktionäre nun dazu bewegen, sich von ihren Aktien zu trennen, meinen Wertpapierspezialisten.
Andere Banken empfehlen zudem, das Angebot von KKR anzunehmen. Dazu gehört Herbert Sturm, Analyst bei der Frankfurter DZ Bank. Er halte die Höhe des Abfindungsangebotes für „fair“ und rate dazu, den Preis von 63 Euro je Aktie zu akzeptieren. Der Analyst hatte im Zuge der Offerte von KKR das Kursziel von 57 auf 63 Euro angehoben und die Einstufung der Springer-Aktie auf „Halten“ belassen.

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Fraglich ist, ob KKR auch einen deutlichen höheren Anteil als 20 Prozent erreicht, falls der Streubesitz aussteigt. So ist offen, ob die Enkelkinder des Verlagsgründers Axel Springer, Axel Sven und Ariane Melanie, ihre Anteile verkaufen. Beide halten zusammen 9,8 Prozent. Die 76-jährige Großaktionärin Friede Springer und Döpfner, die zusammen gut 45 Prozent an dem Herausgeber von “Bild” und “Welt” halten, wollen sich hingegen nicht von ihren Aktien trennen.

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