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Mit Hilfe von Steven Spielberg: Der Streaming-Dienst Quibi will die Lücke zwischen YouTube und Netflix schließen

Der Streaming-Dienst Quibi ist ausschließlich für Smartphones gedacht
Der Streaming-Dienst Quibi ist ausschließlich für Smartphones gedacht

Ein Streaming-Dienst exklusiv für Smartphones – diese Idee will bald ein ungewöhnliches Geschäftspaar realisieren. Quibi wird 2020 starten, mit prominenter Unterstützung: Unter anderem Steven Spielberg ist mit dabei. Kann Quibi damit die Lücke zwischen YouTube und Netflix schließen?

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Das Konzept des neuartigen Streaming-Angebots versteckt sich in seinem seltsamen Namen: Quibi steht für „Quick bites”, kleine Video-Happen. So werden die Zuschauer die Inhalte des Angebots konsumieren. Nicht länger als zehn Minuten wird eine Folge einer Serie sein. Ihre Qualität soll aber so gut sein, dass sie mit den Streaming-Größen mithalten kann.

Das ist das Versprechen von Quibi, das am 6. April 2020 in den USA an den Start geht. Hinter dem Angebot steht ein ungewöhnliches Geschäftspaar: Meg Whitman, die Ex-Chefin von Ebay und HP, und Jeffrey Katzenberg, der Gründer und Chef von Dreamworks Animation und ehemalige Chairman der Walt-Disney-Studios.

Mit 62 bzw. 68 Jahren sind die beiden die wohl ältestens Startup-Gründer des Silicon Valleys. Ihre Erfahrung aber macht sich schon vor dem Start des ambitionierten Streaming-Angebots bezahlt. Der gut vernetzte Katzenberg konnte bereits Guillermo del Toro (“Shape of Water”) oder Antoine Fuqua (“Training Day”) von der Idee überzeugen. Und nun auch Steven Spielberg. Der Star-Regisseur produziert für Quibi eine Horror-Serie, die sich für den Grusel-Faktor nur nachts anschauen lässt. Die Programmierer haben dafür einen Timer gebaut, der erkennt, wann an einem Ort die Sonne vollständig untergegangen ist. Fünf bis sechs Kapitel habe Spielberg bereits geschrieben. Insgesamt soll “Spielberg’s After Dark” aus über zehn Folgen bestehen.

Quibi will Marktlücke nutzen

Die Idee, hochwertige Filme häppchenweise auf Smartphones zu präsentieren, kam dem Gründer-Duo, weil die Lücke dafür offensichtlich ist. Netflix bietet mit seinem Angebot zwar Inhalte in hoher Qualität. Oft sind diese aber viel zu lang, um sie bequem am Handy konsumieren zu können. Auf der anderen Seite stellen YouTube, Facebook Watch und IGTV häufig schlecht produzierte User-Videos bereit.

Aber nicht nur die Länge der Videos soll ein Alleinstellungsmerkmal sein. Die Serien werden sich im Hochkant- und Querformat konsumieren lassen. Zudem bietet die Exklusivität für Smartphones weitere Vorteile: Film-Regisseure können mit Smartphone-eigenen Layouts experimentieren, beispielsweise einem Facetime-Anruf.

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Günstiger als Netflix

Darüber hinaus ist der Preis des Dienstes eine Kampfansage. 4,99 Dollar wird die günstige Version von Quibi kosten, allerdings mit Werbung vor und nach den kurzen Episoden. Wer auf die Werbung verzichten will, zahlt 7,99 Dollar. Das ist zwar günstiger als Branchenprimus Netflix, der in Deutschland zwischen 7,99 Euro und 15,99 Euro rangiert, allerdings ist der Ausspielweg auf Smartphones begrenzt und die Zahl der Videos wird im ersten Jahr auf 7.000 limitiert.

Nur wie aussichtsreich ist die Idee? Quibi ist nicht der erste Streaming-Dienst, der allein Smartphone-Nutzer anspricht. Der US-Mobilfunkprovider Verizon versuchte sich mit “Go90” vergeblich an dem Konzept. Der Dienst musste nach drei Jahren Laufzeit mit 1,2 Milliarden Kosten abgeschrieben werden, weil ihn zu wenige nutzten.

Darüber hinaus ist der Streaming-Markt derzeit stark umkämpft. YouTube bietet bereits einen Premium-Dienst mit originärem Content an. Apple hat einen Service für Herbst angekündigt. Und auch bei Disney steht ein eigener Streaming-Dienst in den Startlöchern.

Die Startbedingungen sind also denkbar schwierig. An Geld dürfte es dem Startup aber nicht fehlen. Immerhin konnte Quibi schon etliche Investoren überzeugen, die bereits über eine Milliarde Dollar lockergemacht haben: darunter zehn der größten Filmstudios wie Walt Disney, Time Warner und 21st Century Fox.

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