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Fokus auf digitale Kernprodukte: Wie „The Economist“ mit Newslettern Abonnenten gewinnen will

Der Fokus liegt auf den digitalen Kernprodukten: So lautet die Strategie beim renommierten „The Economist“, die die Verantwortlichen in den vergangenen sechs Monaten für ihre drei wichtigsten Bausteine Homepage, App und Newsletter umgesetzt haben. Die Chefin der Produktentwicklung hat in einem Blogeintrag nun einen Einblick in den Maschinenraum gegeben.

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„Weniger ist mehr“ könnte das Motto beim traditionsreichen „The Economist“ für die Strategie der Newsletter heißen. „Sie spielen eine wichtige Rolle dabei, neue und bereits gewonnene Leser zu binden“, erklärt Denise Law, Chefin der Produktentwicklung, in einem Blogeintrag auf Medium.com. Während sich viele Konkurrenten für thematisch differenzierte Newsletter entschieden haben, bietet das britische Traditionsmedium nur einige wenige an, darunter die Hauptprodukte „The Economist today“ und „The Economist this week“. Beide spielten eine wichtige Rolle für den Gesamt-Traffic und die Abonnements in der digitalen Strategie.

Unabhängigkeit von externen Plattformen

Laut Law seien die Newsletter im Mai erstmalig wichtiger für den Referral-Traffic zur Homepage gewesen als der Kurznachrichtendienst Twitter. Für das Medienhaus handele es sich um einen wichtigen Meilenstein, weil jene Nutzer wahrscheinlicher zu Abonnenten werden als das über andere Kanäle der Fall ist. So wurde der tägliche Newsletter, der eine kuratierte Auswahl der besten Inhalte bietet, im Zuge einer halbjährigen Entwicklungsphase optimiert, was zu einer Verdopplung der Klickraten geführt habe. Der Referral-Traffic soll um 41 Prozent angestiegen sein.

In den vergangenen sechs Monaten haben die Produkt- und Entwicklerteams vom „The Economist“ aber nicht nur an dieser Baustelle gearbeitet, sondern auch die Homepage und die App optimiert. Die Änderungen folgten dabei der Strategie, die digitalen Kernprodukte aus dem eigenen Haus zu stärken, um neue Abonnenten zu gewinnen und sie langfristig zu halten. Dahinter steht auch der Gedanke, sich nicht von externen Plattformen und Drittanbietern abhängig zu machen. Stattdessen möchte man die Kontrolle über die Inhalte behalten.

Der erste Eindruck zählt

„Die Mehrheit der Economist.com-Nutzer sind keine Abonnenten“, betont Law in ihrem Beitrag. Daher sei es besonders wichtig einen guten ersten Eindruck über die Homepage zu hinterlassen. „Dadurch werden sie ermutigt, wieder auf die Seite zu kommen und irgendwann für ein Abo zu zahlen“, so die Chefin der Produktentwicklung. Zur Verbesserung gehören unter anderem die Ladezeiten der Webseite auf unterschiedlichen Endgeräten und weniger störende Elemente. Die Integration einer weiteren Publikation auf der Homepage sei in Arbeit. „1843“, das Lifestyle- und Kulturmagazin, soll schon bald integriert sein.

Um tatsächlich die richtigen Baustellen anzugehen, arbeiteten die Entwicklerteams verstärkt mit Datenanalysen sowie der Nutzerforschung. „Wir haben nun ein besseres Verständnis, was aktuelle und künftige Leser von den Digitalprodukten erwarten“, erläutert Law.

Der dritte und letzte Baustein der Digitalentwicklung ist die im Vorjahr gestartete App. Dafür haben die Verantwortlichen zuletzt diverse weitere Features wie einen zuverlässigen Offline-Zugang für Bahnpendler und eine regionale Navigation für die wöchentliche Ausgabe integriert.

tb

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