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„Literatur Spiegel“ eingestellt: Spiegel-Chef Hass baut das Geschäft mit den Printablegern um

Thomas Hass, Spiegel-Geschäftsführer Montage: MEEDIA

Der Spiegel-Verlag stellt den „Literatur Spiegel“ ein. Dies gab das Hamburger Medienhaus unter der Leitung von Geschäftsführer Thomas Hass am Dienstag bekannt. Er wird durch eine neue Beilage namens „Spiegel Bestseller“ ersetzt. Zugleich fallen die Gesundheitsbeilage „Wohl“ sowie „Spiegel Biographie“ dem Rotstift zum Opfer.

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Überraschender Umbau bei den Beibooten der Spiegel-Gruppe: Verlagschef Thomas Hass stellt die Beilage „Literatur Spiegel“ ein, die erstmals am 26. September 2015 erschienen war. An deren Stelle tritt ein neues Kulturmagazin namens „Spiegel Bestseller“. Das teilt der Spiegel-Verlag mit. Die neue Beilage, die in einer Auflage von 600.000 Exemplaren dem Spiegel ab dem 12. Oktober beiliegen soll, wird deutlich ausgebaut. „Der Titel ist thematisch breiter angelegt, vielfältiger in seinen journalistischen Angeboten und bietet ein umfangreiches Service-Angebot als der ‚Literatur Spiegel’“, beschreibt der Verlag die neue Stoßrichtung.

Doch das ist nicht alles: Das Gesundheits-Supplement „Wohl“ sowie „Spiegel Biografie“ fallen dem Rotstift zum Opfer. Sie werden laut dem Fachblatt Horizont dichtgemacht (€). Der Grund: Bei der Gesundheitsbeilage soll sich angeblich die Vermarktung nicht gelohnt haben. So hatten die Werbekunden aus der Pharmaindustrie angeblich redaktionelle Vorstellungen, die sich nicht mit denen der Spiegel-Geschäftsführung deckten. Auch den Vertriebstitel „Spiegel Biografie“ will das Medienunternehmen einstellen. Er erschien seit 2016 viermal im Jahr. Positiv entwickele sich dagegen die werbefinanzierte Lifestyle-Beilage „S-Magazin“, die seit Herbst 2017 quartalsweise auf dem Markt ist, heißt es.

Spiegel-Bilanz 2018: Zunahme der Online-Werbeumsätze

Wirtschaftlich steht die gesamte Spiegel-Gruppe relativ stabil dar. Laut Horizont bewegte sich der Außenumsatz 2018 bei 261 Millionen Euro. Das sind drei Prozent weniger als 2017. Verantwortlich für den Umsatzrückgang sind der Verkauf des Audio Verlags sowie Erlösrückgänge bei Spiegel TV (von 40,2 auf 37,7 Millionen Euro) und bei den Print-Anzeigen von Spiegel, Manager Magazin und Ablegern (von 46,2 auf 42,7 Millionen Euro). Zugelegt hätten dagegen die Online-Werbeumsätze um 12,7 Prozent auf 55 Millionen Euro. Dazu gehören Spiegel Online, Bento, MM Online.

Die Vertriebserlöse aller Titel sanken den Angaben zufolge von 121,8 auf 116,9 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss verringerte sich im vergangenen Geschäftsjahr auf 30,7 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es noch 31,4 Millionen Euro. Ob und wie sich der Relotius-Fall in diesem Jahr auf die Vertriebs- und Anzeigenumsätze auswirkt, wird sich noch zeigen.

Verlagschef Hass hatte jüngst davon gesprochen, dass der Spiegel hier bisher mit einen blauen Auge davon gekommen sei. So habe es keine nennenswerten Abo-Kündigungen gegeben.

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