Partner von:
Anzeige

Reaktionen auf Ad Alliance-Deal mit Springer und Funke: Das sagen Burda und Co.

Bertelsmann-CEO Thomas Rabe, Ad Alliance
Bertelsmann-CEO Thomas Rabe, Ad Alliance © Bertelsmann, Montage: Meedia

Der Coup elektrisiert die Vermarkterszene: Die zu Axel Springer und der Funke Mediengruppe gehörende Media Impact gibt den Anzeigenverkauf ihrer digitalen Marken - darunter bild.de - in die Hände des Bertelsmann-Konkurrenten Ad Alliance. Wettbewerber begrüßen die Kooperation, da sich die Verlage so besser gegenüber der wachsenden Marktmacht von Google, Facebook & Co. im Werbemarkt behaupten könnten. Doch für Springer und Funke bringt die Kooperation nicht nur Vorteile.

Anzeige

Seit Jahren vergeht kaum ein Tag, an dem nichts über Kooperationen und Allianzen in der Verlagswelt zu lesen ist. Gebetsmühlenartig fordern hochrangige Medienmanager, dass die Magazin- und Zeitungshäuser enger zusammenrücken sollten, wenn sie den Kampf gegen die US-Riesen Google, Facebook & Co. gewinnen wollen. Jetzt lassen nach fast einjährigen Verhandlungen die Dickschiffe Bertelsmann, Axel Springer und die Funke Mediengruppe Taten folgen. Ab September lässt Media Impact, Vermarkter von Springer und Funke, seine digitalen Marken vom langjährigen Konkurrenten vermarkten: dem zu Bertelsmann zählenden Bündnis Ad Alliance, zu dem Gruner + Jahr, RTL, smartclip und die Spiegel-Gruppe gehören.

Vermarkterlandschaft setzt auf Kooperation

Ein Deal, der Signalwirkung für die Branche hat und Kooperationen weiter vorantreiben könnte. Davon ist jedenfalls Rasmus Giese, CEO der United Internet Media GmbH (1&1), überzeugt. Er rechnet mit einer weiteren Konsolidierung am Markt: „Die Erweiterung der Ad Alliance zeigt, dass die deutsche Vermarkterlandschaft auf Kooperation setzt. Dies wird sich auch in Zukunft fortsetzen. United Internet Media ist Teil der Login-Allianz netID, die eine enge Zusammenarbeit mittelfristig erst die nötige Basis und Infrastruktur gibt. Die Login-Allianz besteht bereits aus 70 Unternehmen, darunter auch mehrere Ad Alliance-Teilnehmer. Die Zahl wird weiter wachsen“, erklärt der Manager gegenüber MEEDIA.

“Media Impact gibt Möglichkeiten aus der Hand”
Anzeige

Deutlicher wird Andrea Malgara, Geschäftsführer und Partner der Mediaplus Gruppe. Die erweiterte Ad Alliance bringt allen beteiligten Partnern und auch dem nationalen Markt erhebliche Vorteile. „Die Ad Alliance wird durch die Kooperation mit Media Impact am Markt relevanter. Dies hilft, um den vorhandenen Online-Angeboten der einzelnen Verlagshäuser eine bessere Marktposition zu geben“, meint der Branchenexperte.

Einziges Manko für Axel Springer und Funke: „Media Impact gibt die Möglichkeit aus der Hand, mit mehreren Gattungen zu verhandeln, aber die Vorteile überwiegen klar über den Nachteilen“, unterstreicht der Experte. Keine Auswirkung sieht er auf preislicher Seite. „Ich gehe nicht davon aus, dass sich am Preis etwas ändert. Dazu ist das Angebot der Ad Alliance noch nicht relevant genug“, unterstreicht der Mediaplus-Chef. Von Spekulationen, dass Media Impact mittelfristig die Printvermarktung in die Ad Alliance einbringt, hält er hingegen wenig. „Die Vermarktung der Ad Alliance ist sehr stark auf Publikumszeitschriften ausgerichtet. Tageszeitungen passen hier weniger ins Portfolio“, so Malgara.

Der Münchener Konkurrent Burda (Focus) begrüßt die jüngsten Nachrichten um die Ad Alliance. „Allianzen sind ein Gegengewicht zu den dominierenden Plattformen und deshalb wichtig für die Zukunft unserer Branche“, heißt es auf MEEDIA-Anfrage. Ströer und andere Konkurrenten halten sich hingegen mit offiziellen Äußerungen bedeckt. Hinter vorgehaltener Hand betonen die Branchenteilnehmer allerdings, dass die Konsolidierung in der Vermarkterbranche längst überfällig sei. Die nachlassende Konjunktur in Deutschland verschärfe jetzt die Lage noch. Viele Vermarkter stünden deshalb massiv unter Druck und müssten dringend reagieren, heißt es.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia